
Joseph Kabila führt neue FRN-Bewegung an, die M23-Rebellen im Kongo eingliedert
Der frühere Präsident Joseph Kabila hat die Führung der Front pour la refondation de la nation übernommen, einer politisch-militärischen Bewegung, die das Bündnis AFC-M23 ersetzt. Die Ankündigung erfolgte am Montag, dem 12. Oktober 2026, in Goma bei einer Pressekonferenz in seiner Residenz.
Eine neue Bewegung mit Kabila an der Spitze
Der frühere kongolesische Präsident Joseph Kabila hat die Front pour la refondation de la nation (FRN) ins Leben gerufen, eine politisch-militärische Bewegung, die das Bündnis AFC-M23 ersetzt, das im Osten des Kongo gegen Regierungstruppen kämpft. Die neue Plattform umfasst nun sowohl die Alliance Fleuve Congo (AFC) als auch die Mouvement du 23 Mars (M23). Die Ankündigung erfolgte am Montag, dem 12. Oktober 2026, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Kabilas Residenz in Goma, einer Stadt, die die M23 seit Januar 2025 kontrolliert. Ein Anführer des politischen Flügels der Gruppe gab bekannt, dass die FRN gegründet wurde und Kabila ihr Präsident werde. Kabila übernimmt damit eine direktere Rolle in einem Aufstand, den er zuvor nicht offen unterstützt hatte.
Kabilas Todesurteil und die neue Führung
Joseph Kabila, 55, wurde Ende September 2025 in Abwesenheit wegen Hochverrats und Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt. Die kongolesische Militärjustiz befand, er sei einer der Initiatoren der AFC gewesen, des politischen Arms der M23, der mit der Gründung der FRN nun aufgelöst ist. Kabila war von 2001 bis 2019 Präsident und ist heute ein Gegner von Félix Tshisekedi, gegen den er sich laut RFI sehr deutlich äußert. Mehrere Vizepräsidenten stehen ihm in der neuen Bewegung zur Seite, darunter Corneille Nangaa, Bertrand Bisimwa und Sultani Makenga. Bis jetzt waren diese drei hochrangige Funktionäre der AFC-M23.
Der politische Hintergrund in Kinshasa
Präsident Félix Tshisekedi, 63, absolviert seine zweite und letzte fünfjährige Amtszeit, die 2028 endet, nach einer Verfassung, die Präsidenten auf zwei Amtszeiten begrenzt. Die Präsidentenmehrheit bereitet die öffentliche Meinung seit mehreren Monaten auf eine Änderung dieses Textes vor, die den Weg zu einer dritten Amtszeit für Tshisekedi ebnen würde. Die Opposition wirft dem Präsidenten vor, sich an der Macht festhalten zu wollen, und veranstaltete im Juni und September Kundgebungen. Bei der ersten Kundgebung in Kinshasa beklagten die Vereinten Nationen mindestens einen Toten, bei der zweiten verurteilte die Opposition die Ermordung eines Gegners. Die Ankündigung erfolgt vor diesem unsicheren politischen Hintergrund.
Rebellenkontrolle und gescheiterte Waffenruhen
Gewalt prägt den Osten der DR Kongo seit mehr als 30 Jahren. Die M23 wird von Ruanda und dessen Armee unterstützt und kontrolliert große Gebiete von Nord-Kivu und Süd-Kivu. Eine Offensive Anfang 2025 endete mit der Einnahme von Goma und Bukavu, den beiden größten Städten der Region, als die kongolesischen Streitkräfte überwältigt wurden und flohen. Ein im Dezember unter der Schirmherrschaft Washingtons von Kinshasa und Kigali unterzeichnetes Abkommen hatte keine konkreten Auswirkungen vor Ort. Im Juli 2025 verpflichteten sich Kinshasa und die M23 unter katarischer Vermittlung zu einer Waffenruhe, die jedoch nicht eingehalten wird. Mehrere Vermittlungsversuche sind bislang gescheitert.
- M23-Offensive erobert Goma und Bukavu, die beiden größten Städte der Region
- Kinshasa und die M23 vereinbaren unter katarischer Vermittlung eine Waffenruhe, die nicht eingehalten wird
- Joseph Kabila wird in Abwesenheit wegen Hochverrats und Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt
- Kabila wird zum Chef der neuen FRN-Bewegung ernannt, Ankündigung am Montag in Goma
- Félix Tshisekedis zweite und letzte fünfjährige Amtszeit endet unter der Zwei-Amtszeiten-Grenze
