Sicherheit · Hannover, Göttingen und Bremen

Gen Z regelt ruft für Samstag, 31. Oktober zu Protesten in deutschen Städten auf – Sorge vor Unruhen wie in Frankreich

Gen Z regelt hat für Samstag, 31. Oktober zu Demonstrationen aufgerufen, unter anderem in Hannover und Göttingen. Politiker warnen vor Gewalt wie in Frankreich, Experten sehen jedoch klare Unterschiede zwischen beiden Ländern.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von RP Online, Deutsche Welle, Focus und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Hannover, Göttingen, Bremen, Berlin · Deutschland

Wer hinter dem Aufruf steht

„Gen Z regelt“ (auch „Gen Z steht auf“) hat zu Protesten aufgerufen, doch es ist unklar, welche Personen dahinterstehen. Das Impressum auf der Website wurde innerhalb einer Woche zweimal geändert, zeitweise stand dort eine Schweizer Adresse. Die Gruppe mobilisiert über ihre Website, TikTok, Instagram und Telegram, bundesweit und lokal. Jannis Julien Grimm vom Zentrum für interdisziplinäre Friedens- und Konfliktforschung an der Freien Universität Berlin sagte, solche losen Strukturen seien typisch für eine entstehende Bewegung.

„In frühen Mobilisierungsphasen entstehen Proteste oft aus informellen Netzwerken, persönlichen Kontakten und digitalen Kommunikationsstrukturen.“

Jannis Julien Grimm

Er sagte der Deutschen Presse-Agentur, eine verbindliche Organisation mit festen Sprecherinnen und Sprechern und einem schriftlichen politischen Programm entstehe meist erst später, wie bei Fridays for Future. Die Gruppe erklärt, sie solidarisiere sich mit den Schülerprotesten in Frankreich. Auch bei der Frage, welche Geburtsjahrgänge die Gen Z umfasst, weichen die Quellen voneinander ab: Das Pew Research Center zählt Menschen, die nach 1996 geboren sind, die Bundeszentrale für politische Bildung 1995 bis 2010, und ein vom NDR zitiertes Institut für Generationenforschung 1995 bis 2009 oder 2010.

Wo und wann

Die Quellen nennen unterschiedliche Zahlen an Städten. Der deutsche DW-Artikel nennt 23, der türkische DW-Artikel 32, RP Online knapp 30, und der NDR beruft sich auf die Veranstalter und nennt 28. Proteste sind in Hannover auf dem Opernplatz und in Göttingen auf dem Marktplatz geplant, beide beginnen am 31. Oktober um 14:00 Uhr; auch Bremen steht für Niedersachsen auf der Liste. Die Website der Gruppe verzeichnet rund 5.800 Anmeldungen für Hannover, die dortige Polizei rechnet mit einer Teilnehmerzahl im mittleren zweistelligen Bereich. In Göttingen melden die Veranstalter bislang etwa 80 Anmeldungen. Das Landesinnenministerium wollte keine Prognose zur Teilnehmerzahl abgeben; ein Sprecher sagte, Online-Ankündigungen ließen sich nicht verlässlich in tatsächliche Zahlen umrechnen.

Anmeldungen für Hannover und Göttingen nach Angaben der VeranstalterPersonen
Hannover (Website der Gruppe)
5800 Personen
Göttingen (Veranstalter)
80 Personen

Daten aus dem Artikeltext

Warnungen aus der CDU

CDU-Politiker haben gewarnt, das Wochenende könne Gewalt wie in Frankreich bringen. Alexander Throm, innenpolitischer Experte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sagte dem Handelsblatt:

„Szenen wie die in Frankreich müssen um jeden Preis verhindert werden.“

Alexander Throm, Innenpolitischer Experte von CDU und CSU im Bundestag

Throm sagte, linksextremistische Gruppen und Kriminelle aus dem Migrantenmilieu könnten die Proteste „kapern“, und er warnte vor einer gefährlichen Allianz, besonders in Berlin. Marc Henrichmann, Vorsitzender des Bundestagsgremiums zur Kontrolle der Nachrichtendienste, sagte, die linksextremistische Szene sei international und koordiniert vernetzt.

Das niedersächsische Innenministerium sieht keine Anzeichen für eine ernsthafte Bedrohung durch die geplanten Demonstrationen und warnt vor Panikmache; ein Sprecher sagte, junge Menschen müssten protestieren dürfen. Der Verfassungsschutz des Landes hat keine größere Mobilisierung der linksextremistischen Szene festgestellt, und bei der Polizei Hannover sind keine Ankündigungen von Krawallen oder Plünderungen eingegangen, sodass keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen geplant sind. Sebastian Koos, Soziologe an der Universität Konstanz, sagte DW, er glaube nicht, dass es in Deutschland Krawalle wie in Frankreich geben werde. Lilli Berthold, stellvertretende Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz (BSK), sagte, der Verband wolle keine Gewalt wie in Frankreich, und das Risiko gehe von Gruppen aus, die die Proteste für eigene Zwecke nutzen könnten. Die BSK hat Schülerinnen und Schüler nicht offiziell zur Teilnahme aufgerufen.

Der offene Brief an Merz

Focus berichtet, die Gruppe habe am Mittwoch, 28. Oktober, einen offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz und seine Regierung veröffentlicht. Darin beschreiben sich die Mitglieder als Schülerinnen, Schüler, Studierende und junge Berufstätige und werfen der Regierung vor, Mittel zu kürzen, ohne zuzuhören. Der Brief enthält sechs Forderungen: Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie statt Kürzungen, bezahlbares Wohnen, eine gerechte Verteilung der Lasten, keine Wehrpflicht, Schutz der Grundrechte vor erweiterter Überwachung und konsequenten Klimaschutz jetzt.

„Eure Politik fährt unsere Zukunft an die Wand.“

Gen Z regelt

Der Brief erklärt, die Proteste würden friedlich, laut und entschlossen sein, und schließt Krawalle wie in Frankreich aus. Zu den Erstunterzeichnenden gehören Heidi Reichinnek von der Linken, Ricarda Lang von den Grünen und der Musiker Bela B. Die Gruppe betont, es gebe keinen Platz für Diskriminierung jeglicher Art. Die ersten Demonstrationen sind für Samstag, 31. Oktober, um 14:00 Uhr in Hannover und Göttingen angesetzt.

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