Sicherheit · Hannover, Göttingen und Bremen
Gen Z regelt ruft für Samstag, 31. Oktober zu Protesten in deutschen Städten auf – Sorge vor Unruhen wie in Frankreich
Gen Z regelt hat für Samstag, 31. Oktober zu Demonstrationen aufgerufen, unter anderem in Hannover und Göttingen. Politiker warnen vor Gewalt wie in Frankreich, Experten sehen jedoch klare Unterschiede zwischen beiden Ländern.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von RP Online, Deutsche Welle, Focus und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Gen Z regelt hat für Samstag, 31. Oktober zu Demonstrationen aufgerufen; die Veranstalter nennen 28 Städte, in Hannover und Göttingen geht es um 14:00 Uhr los.
Für denselben Aufruf nennen Berichte 23, knapp 30, 28 und 32 Städte; die Zahlen wurden nicht abgeglichen.
Alexander Throm und Marc Henrichmann, beide CDU-Politiker, warnten, linksextremistische Gruppen und Kriminelle könnten die Proteste kapern, besonders in Berlin.
Das Landesinnenministerium sieht keine Anzeichen für eine ernsthafte Bedrohung und warnt vor Panikmache; bei der Polizei Hannover sind keine Ankündigungen von Krawallen oder Plünderungen eingegangen.
Ein am Mittwoch, 28. Oktober veröffentlichter Brief fordert sechs politische Änderungen, darunter keine Wehrpflicht und mehr Geld für Schulen.
Wer hinter dem Aufruf steht
„Gen Z regelt“ (auch „Gen Z steht auf“) hat zu Protesten aufgerufen, doch es ist unklar, welche Personen dahinterstehen. Das Impressum auf der Website wurde innerhalb einer Woche zweimal geändert, zeitweise stand dort eine Schweizer Adresse. Die Gruppe mobilisiert über ihre Website, TikTok, Instagram und Telegram, bundesweit und lokal. Jannis Julien Grimm vom Zentrum für interdisziplinäre Friedens- und Konfliktforschung an der Freien Universität Berlin sagte, solche losen Strukturen seien typisch für eine entstehende Bewegung.
„In frühen Mobilisierungsphasen entstehen Proteste oft aus informellen Netzwerken, persönlichen Kontakten und digitalen Kommunikationsstrukturen.“
Er sagte der Deutschen Presse-Agentur, eine verbindliche Organisation mit festen Sprecherinnen und Sprechern und einem schriftlichen politischen Programm entstehe meist erst später, wie bei Fridays for Future. Die Gruppe erklärt, sie solidarisiere sich mit den Schülerprotesten in Frankreich. Auch bei der Frage, welche Geburtsjahrgänge die Gen Z umfasst, weichen die Quellen voneinander ab: Das Pew Research Center zählt Menschen, die nach 1996 geboren sind, die Bundeszentrale für politische Bildung 1995 bis 2010, und ein vom NDR zitiertes Institut für Generationenforschung 1995 bis 2009 oder 2010.
Wo und wann
Die Quellen nennen unterschiedliche Zahlen an Städten. Der deutsche DW-Artikel nennt 23, der türkische DW-Artikel 32, RP Online knapp 30, und der NDR beruft sich auf die Veranstalter und nennt 28. Proteste sind in Hannover auf dem Opernplatz und in Göttingen auf dem Marktplatz geplant, beide beginnen am 31. Oktober um 14:00 Uhr; auch Bremen steht für Niedersachsen auf der Liste. Die Website der Gruppe verzeichnet rund 5.800 Anmeldungen für Hannover, die dortige Polizei rechnet mit einer Teilnehmerzahl im mittleren zweistelligen Bereich. In Göttingen melden die Veranstalter bislang etwa 80 Anmeldungen. Das Landesinnenministerium wollte keine Prognose zur Teilnehmerzahl abgeben; ein Sprecher sagte, Online-Ankündigungen ließen sich nicht verlässlich in tatsächliche Zahlen umrechnen.
- Hannover (Website der Gruppe)
- 5800 Personen
- Göttingen (Veranstalter)
- 80 Personen
Daten aus dem Artikeltext
Warnungen aus der CDU
CDU-Politiker haben gewarnt, das Wochenende könne Gewalt wie in Frankreich bringen. Alexander Throm, innenpolitischer Experte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sagte dem Handelsblatt:
„Szenen wie die in Frankreich müssen um jeden Preis verhindert werden.“
Throm sagte, linksextremistische Gruppen und Kriminelle aus dem Migrantenmilieu könnten die Proteste „kapern“, und er warnte vor einer gefährlichen Allianz, besonders in Berlin. Marc Henrichmann, Vorsitzender des Bundestagsgremiums zur Kontrolle der Nachrichtendienste, sagte, die linksextremistische Szene sei international und koordiniert vernetzt.
Das niedersächsische Innenministerium sieht keine Anzeichen für eine ernsthafte Bedrohung durch die geplanten Demonstrationen und warnt vor Panikmache; ein Sprecher sagte, junge Menschen müssten protestieren dürfen. Der Verfassungsschutz des Landes hat keine größere Mobilisierung der linksextremistischen Szene festgestellt, und bei der Polizei Hannover sind keine Ankündigungen von Krawallen oder Plünderungen eingegangen, sodass keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen geplant sind. Sebastian Koos, Soziologe an der Universität Konstanz, sagte DW, er glaube nicht, dass es in Deutschland Krawalle wie in Frankreich geben werde. Lilli Berthold, stellvertretende Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz (BSK), sagte, der Verband wolle keine Gewalt wie in Frankreich, und das Risiko gehe von Gruppen aus, die die Proteste für eigene Zwecke nutzen könnten. Die BSK hat Schülerinnen und Schüler nicht offiziell zur Teilnahme aufgerufen.
Der offene Brief an Merz
Focus berichtet, die Gruppe habe am Mittwoch, 28. Oktober, einen offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz und seine Regierung veröffentlicht. Darin beschreiben sich die Mitglieder als Schülerinnen, Schüler, Studierende und junge Berufstätige und werfen der Regierung vor, Mittel zu kürzen, ohne zuzuhören. Der Brief enthält sechs Forderungen: Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie statt Kürzungen, bezahlbares Wohnen, eine gerechte Verteilung der Lasten, keine Wehrpflicht, Schutz der Grundrechte vor erweiterter Überwachung und konsequenten Klimaschutz jetzt.
„Eure Politik fährt unsere Zukunft an die Wand.“
Der Brief erklärt, die Proteste würden friedlich, laut und entschlossen sein, und schließt Krawalle wie in Frankreich aus. Zu den Erstunterzeichnenden gehören Heidi Reichinnek von der Linken, Ricarda Lang von den Grünen und der Musiker Bela B. Die Gruppe betont, es gebe keinen Platz für Diskriminierung jeglicher Art. Die ersten Demonstrationen sind für Samstag, 31. Oktober, um 14:00 Uhr in Hannover und Göttingen angesetzt.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- RP OnlineBundesweite Demos am 31. Oktober: "Gen Z regelt" - Was Sie zum Protest-Samstag wissen müssen
- Deutsche WelleDeutschland: Wird der Jugendprotest in Gewalt wie in Frankreich umschlagen?Njemačka: hoće li prosvjed mladih prerasti u nasilje kao u Francuskoj? · Original auf Kroatisch
- Focus"Gen Z regelt" schreibt Brandbrief an Merz: "Es reicht uns!
- Deutsche WelleGen-Z-Proteste an Halloween: Droht Gewalt wie in Frankreich?
- Friedrich Merz
- Bundeskanzler, Adressat des offenen Briefes der Gruppe und Chef der CDU, aus deren Reihen die Warnungen kamen
- Alexander Throm
- Innenpolitischer Experte von CDU und CSU im Bundestag, der vor linksextremistischer Unterwanderung warnte
- Marc Henrichmann
- CDU-Politiker und Vorsitzender des Bundestagsgremiums zur Kontrolle der Nachrichtendienste
- Heidi Reichinnek
- Politikerin der Linken und eine der Erstunterzeichnenden des Briefes
- Ricarda Lang
- Ehemalige Co-Vorsitzende der Grünen und eine der Erstunterzeichnenden des Briefes
- Bela B.
- Musiker und einer der Erstunterzeichnenden des offenen Briefes der Gruppe
- Orte
- Hannover, Göttingen, Bremen, Berlin, Frankreich
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