Diplomatie · Atlanta und Miami

G20-Außenminister verzichten auf Gruppenfoto, nachdem Europäer sich weigern, mit Lawrow zu posieren

Die europäischen G20-Mitglieder weigerten sich, mit Sergey Lavrow zu posieren, deshalb wurde das traditionelle Gruppenfoto beim Außenministertreffen in Atlanta gestrichen. Der russische Außenminister nahm dennoch an den Gesprächen teil, in deren Mittelpunkt der Ukraine-Krieg und der Iran-Konflikt stehen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von N-tv, Der Tagesspiegel, Spiegel Online und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Atlanta, Miami · Vereinigte Staaten
Wie es dazu kam
  1. 31.10.Arbeitssitzung zu Lieferketten ist angesetzt
  2. 3.11.Kongresswahlen in den USA am Dienstag
  3. 14.12.G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs beginnt in Miami und dauert bis 15. Dezember

Gruppenfoto gestrichen

Das traditionelle Familienfoto der G20-Außenminister wurde bei dem Treffen in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia nicht gemacht, weil europäische Mitglieder sich weigerten, neben dem russischen Außenminister Sergey Lavrow zu posieren. DIE WELT berichtete, mehrere europäische Außenminister hätten damit gedroht, die Fotosession zu verlassen. Am Donnerstagabend, 29. Oktober, entschied Gastgeber und US-Außenminister Marco Rubio, darauf zu verzichten, wie zwei US-Regierungsvertreter unter der Bedingung der Anonymität sagten; sie argumentierten, der Streit würde von den Gesprächen ablenken. Ein US-Vertreter sagte, das Außenministerium habe das Foto von der Tagesordnung genommen, um ein Spektakel oder eine Ablenkung zu vermeiden. Ein westlicher Diplomat sagte, ein Drittel der Teilnehmer, darunter Australien und Kanada, habe sich gegen ein Foto mit Lawrow ausgesprochen. Lawrow saß zwischen den Außenministern Mexikos und Saudi-Arabiens, während viele andere Minister Abstand zu ihm hielten.

Wadephul schließt Familienfoto aus

Bundesaußenminister Johann Wadephul hatte kurz vor dem Treffen gesagt, es werde kein Foto der europäischen Partner gemeinsam mit Lawrow geben.

„Es wird in jedem Fall kein Gruppenfoto mit unseren europäischen Partnern und Herrn Lawrow zusammen geben.“

Johann Wadephul, Bundesaußenminister

Bei einem Zwischenstopp in Panama vor Atlanta hatte er ein Foto noch nicht ausgeschlossen und auf sein Treffen mit Lawrow am Rande der UN-Generalversammlung verwiesen. In Atlanta wurde er deutlicher. Am Rande hieß es, die Europäer hätten sich in der Fotofrage eng abgestimmt, und es sei Berichten zufolge auch mit Australien gesprochen worden. Wadephul argumentierte, die Kontroversen müssten am Verhandlungstisch ausgetragen werden, und Europa dürfe keine falschen optischen Signale senden.

„Es gibt keine Normalität mit Russland.“

Johann Wadephul, Bundesaußenminister

Zudem drängte er Moskau, endlich das Waffenstillstandsangebot der Ukraine anzunehmen.

Kriege, Energie und Schifffahrt

Die Gespräche werden von Russlands Krieg in der Ukraine und vom Iran-Krieg dominiert, den die Vereinigten Staaten im Februar gemeinsam mit Israel begonnen haben. Rubio eröffnete das Treffen mit dem Appell zu engerer Zusammenarbeit und sagte, wirtschaftliche und geopolitische Krisen bedrohten den Welthandel, die Energie- und Lebensmittelversorgung sowie die Freiheit der Schifffahrt. Berichten zufolge beklagte er zudem, Partner hätten in dem Iran-Krieg wiederholt Unterstützung verweigert. Die eingeschränkte Schifffahrt durch die Straße von Hormus hat die Öl- und Gaspreise stark in die Höhe getrieben, während der Ukraine-Krieg den Handel mit Düngemittel und Getreide über das Schwarze Meer beeinträchtigt. Für Samstag, 31. Oktober, ist eine Arbeitssitzung zu Lieferketten angesetzt. Wadephul drängte erneut auf eine diplomatische Lösung des Iran-Konflikts und sagte, eine militärische Konfrontation werde das Iran-Problem nicht lösen. Der US-Gastgeber hatte den Schwerpunkt auf Handelsungleichgewichte und eine Koalition gegen Chinas Kontrolle kritischer Mineralien legen wollen, doch für viele Mitglieder blieben die Kriege die Hauptsorge. Rubio setzte den polnischen Außenminister Radoslaw Sikorski direkt neben sich, als einzigen Gast, der zu den G20-Beratungen eingeladen war.

Europa, Ukraine und die Trump-Regierung

Die europäischen G20-Mitglieder unterstützen die Ukraine und lehnen jüngste Entscheidungen von US-Präsident Donald Trump zu Russland ab, darunter ein Abkommen über den Kauf von Diesel und die Aussetzung einiger Sanktionen. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte, sie werde auf stärkere Unterstützung für die Ukraine drängen. Die Ukraine, kein G20-Mitglied, nahm an früheren G20-Treffen teil, wurde in diesem Jahr aber nicht eingeladen. Ian Kelly, ehemaliger US-Botschafter in Georgien und heute Dozent für internationale Beziehungen an der Northwestern University, sagte gegenüber Journalisten, Lawrows Anwesenheit könne Trump im Inland vor den Kongresswahlen am Dienstag, 3. November, schaden und die westlichen Teilnehmer verärgern. Er nannte die Einladung Lawrows politisch töricht.

Vorbereitung des Gipfels

Das Treffen in Atlanta dient als Generalprobe für den G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 14. und 15. Dezember in Miami, wo die Außenminister mögliche Beschlüsse vorbereiten sollen. Der Gipfel soll auf dem Golfplatz von Präsident Trump in Miami stattfinden. Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Chinas Staatschef Xi Jinping werden dort neben Trump erwartet. Trump hat auch den Kreml-Chef Wladimir Putin eingeladen, doch ist unklar, ob dieser annimmt. Putin nahm 2019 letztmals persönlich an einem G20-Gipfel teil, Lawrow ist regelmäßiger Gast bei G20-Treffen, und Russland bleibt formal Mitglied.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Organisationen
G20, Reuters

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