Wahlen · Tel Aviv und Jerusalem
Nachwahlbefragungen in Israel zeigen Pattsituation – weder Netanyahu noch Eisenkot nahe einer Mehrheit
Die am Dienstag, 27. Oktober, veröffentlichten Nachwahlbefragungen zeigten, dass weder der Likud-Block von Benjamin Netanyahu noch das Oppositionsbündnis um Gadi Eisenkot auf Kurs zu den 61 Sitzen waren, die für eine Mehrheit in der 120 Sitze umfassenden Knesset nötig sind.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von The Independent, Irish Independent, Le Monde.fr und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).
Kurz gefasst
Die Nachwahlbefragungen der Fernsehsender zeigten Netanyahu und Eisenkot beide unter den 61 Sitzen, die in der 120 Sitze umfassenden Knesset nötig sind; endgültige Ergebnisse könnten Tage dauern.
Sacha Kester sagte De Volkskrant, die Wahlbeteiligung sei die höchste seit 1973, während Yossi Shain gegenüber La Stampa sagte, sie sei bereits die höchste seit 45 Jahren.
Vor der Öffnung der Wahllokale wiederholte Donald Trump seine „vollständige und uneingeschränkte“ Unterstützung für Netanyahu und sagte, Amerika müsse die Arbeit selbst erledigen, wenn Israel die falsche Führung habe.
Kester schätzte, dass rund 70.000 im Ausland lebende Israelis zurückflogen, um zu wählen, und Shain sagte, Zehntausende seien zurückgekehrt – vielleicht genug, um ein oder zwei Sitze zu verschieben.
Arabische Israelis machen etwa 20 Prozent der Bevölkerung aus, und Sami Abu Shehadeh, ein von der Wahl ausgeschlossener ehemaliger Abgeordneter, sagte die höchste arabische Wahlbeteiligung aller Zeiten und vielleicht 10 Sitze für die Vereinigte Liste voraus.

- Vor Öffnung der WahllokaleTrump bekräftigt seine „vollständige und uneingeschränkte“ Unterstützung für Netanyahu
- Öffnung der Wahllokale, 7 Uhr OrtszeitDie Wahl beginnt, die Wahllokale sollen um 22 Uhr schließen
- Schließung der Wahllokale, 22 Uhr OrtszeitDie Wahl endet, anschließend folgen die Nachwahlbefragungen
- Veröffentlichung der NachwahlbefragungenDie Fernsehsender zeigen, dass keiner der beiden auf Mehrheitskurs liegt
Nachwahlbefragungen zeigen keinen klaren Sieger
Die von israelischen Fernsehsendern am Dienstag, 27. Oktober, veröffentlichten Nachwahlbefragungen deuteten auf eine Pattsituation hin. Weder der Likud-Block von Benjamin Netanyahu noch das Oppositionsbündnis um Gadi Eisenkot schienen die nötigen 61 Sitze erreichen zu können. Die Wahllokale öffneten um 7 Uhr Ortszeit und sollten um 22 Uhr schließen. Endgültige Ergebnisse könnten Tage dauern, und kleinere Parteien könnten am Ende entscheiden, wer die Regierung bildet. In der Geschichte der Knesset hat noch nie eine Partei allein 61 Sitze gewonnen, Koalitionsverhandlungen sind daher der übliche Weg, und Netanyahu könnte während dieser Gespräche geschäftsführend im Amt bleiben.
Wahlbeteiligung und die Stimme der Diaspora
Die Wahlbeteiligung dürfte die höchste seit Jahrzehnten werden. Sacha Kester, Israel-Expertin, die aus Tel Aviv mit De Volkskrant sprach, sagte, es sei die höchste seit 1973. Yossi Shain, Politikwissenschaftler an der Universität Tel Aviv und ehemaliges Knesset-Mitglied, sagte gegenüber La Stampa, es sei bereits die höchste seit 45 Jahren. Kester schätzte, dass rund 70.000 im Ausland lebende Israelis zurückgeflogen waren, um zu wählen – eine Gruppe, die sich ihrer Einschätzung nach üblicherweise gegen Netanyahu stellt. Shain sagte, Zehntausende hätten die Reise unternommen, vielleicht genug, um ein oder zwei Sitze zu entscheiden, betonte aber, dies seien Eindrücke bis zur Auszählung.
Arabische Wahlbeteiligung und die Vereinigte Liste
Kester sagte, arabische Israelis, die etwa 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen, wählten in großer Zahl, was nach ihren Worten das Lager Netanyahus beunruhigte. Prognostiker äußerten sich zurückhaltend über den Effekt, doch ein Anstieg der Stimmen von Israelis palästinensischer Herkunft könnte Zugewinne für Netanyahus rechte Koalition begrenzen. Jede Regierung, die zu seiner Ablösung gebildet würde, bräuchte wahrscheinlich die Unterstützung arabischer Parteien – eine Aussicht, die viele jüdische Parteiführer als problematisch empfinden. Sami Abu Shehadeh, ein ehemaliger Abgeordneter, der von der Wahl ausgeschlossen wurde, führt die palästinensisch-nationalistische und antizionistische Partei Balad. Er wurde ausgeschlossen, nachdem der israelische Wahlausschuss wegen eines Artikels, den er in der Hitze des Moments über den 7. Oktober geschrieben hatte, gegen ihn entschieden hatte, und der Oberste Gerichtshof lehnte es ab, diese Entscheidung aufzuheben. Im Gespräch mit Il Fatto Quotidiano sagte er die höchste arabische Wahlbeteiligung aller Zeiten und vielleicht 10 Sitze für die Vereinigte Liste voraus, doch auf die Frage, ob die Liste Eisenkot unterstützen würde, antwortete er mit einem Seufzen und fragte, warum die Leute Israel immer noch als normalen Staat behandelten.
Trump, Netanyahu und der Endspurt
Vor der Öffnung der Wahllokale bekräftigte Donald Trump seine „vollständige und uneingeschränkte“ Unterstützung für Netanyahu. Er spielte auch auf den ungelösten US-israelischen Konflikt mit dem Iran an und schrieb, „wir werden die Sache bald zu Ende bringen“, es sei denn, „sie ändern schnell ihr Verhalten“. Er fügte eine Warnung zur israelischen Führung hinzu:
„Wenn Israel die falsche Führung hat, also jeden anderen als Bibi [Netanyahu], muss Amerika diese Arbeit selbst erledigen, und dazu bin ich nicht geneigt.“
Netanyahu rief seine Anhänger auf, zur Wahl zu gehen. In einem von De Volkskrant beschriebenen Video forderte er seine Anhänger auf, Strand und Grill zu überspringen und wählen zu gehen, und er beschrieb den Tag in drastischen Worten:
„Dies ist ein schicksalhafter Moment.“
Le Monde beschreibt Yair Netanyahu, den Sohn des Ministerpräsidenten, als allgegenwärtig in den sozialen Medien, wo er eine „Giftmaschine“ in Gang gesetzt habe, um den Gegnern seines Vaters zu schaden.
Die beiden Hauptbewerber
Netanyahu, 77, war in den vergangenen 30 Jahren fast 19 Jahre lang Ministerpräsident und hat wiederholt politische Krisen überstanden. Er bestreitet langjährige Korruptionsvorwürfe und steht wegen Geheimdienstversagens in der Kritik, das es von der Hamas angeführten Milizionären ermöglichte, 1.200 Menschen zu töten und 251 Geiseln zu nehmen. Eisenkot, 66, ist ein ehemaliger Generalstabschef, der seine Sicherheitskompetenz betont und sich innenpolitisch als Vertreter der Mitte positioniert. Der Gazakrieg kostete ihn einen Sohn und zwei Neffen. Er stieg vor vier Jahren in die Politik ein, trat nach dem Hamas-Angriff Netanyahus Kriegskabinett bei und verließ es acht Monate später aus Kritik an der Führung des Ministerpräsidenten. Rund 60 Prozent der Wettenden auf Polymarket setzten darauf, dass Eisenkot der nächste Regierungschef wird, gegenüber 27 Prozent für Netanyahu.
- Gadi Eisenkot
- 60 %
- Benjamin Netanyahu
- 27 %
Daten aus dem Artikeltext
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- The IndependentIsrael-Wahl live: Exit-Polls zeigen Patt, keine Partei auf dem Weg zur MehrheitIsrael election live: Exit polls show deadlock with no party on track for majority · Original auf Englisch
- Irish IndependentIsraelische Exit-Polls deuten auf ein Patt bei der Wahl am Dienstag hinIsraeli exit polls indicate deadlock in Tuesday's election · Original auf Englisch
- Le Monde.frIsraelische Wahlen: Der Einflusskrieg von Yair Netanjahu, dem rechtsextremen Sohn seines VatersIsraeli elections: The influence war of Yair Netanyahu, his father's far-right son · Original auf Englisch
- de Volkskrant„Riesige Wahlbeteiligung bei israelischen Wahlen ist theoretisch nachteilig für Netanjahu“'Enorme opkomst bij Israëlische verkiezingen is in theorie nadelig voor Netanyahu' · Original auf Niederländisch
- Benjamin Netanyahu
- Israels Ministerpräsident, der nach der Wahl im Amt bleiben will
- Gadi Eisenkot
- Ehemaliger Generalstabschef der Mitte, der die wichtigste oppositionelle Herausforderung anführt
- Donald Trump
- US-Präsident, der Netanyahu vor der Wahl öffentlich unterstützte
- Yair Netanyahu
- Sohn des Ministerpräsidenten, den Le Monde als Betreiber einer Einflusskampagne in den sozialen Medien beschreibt
- Sami Abu Shehadeh
- Ehemaliger Abgeordneter und Vorsitzender der Partei Balad, von der Wahl ausgeschlossen
- Yossi Shain
- Politikwissenschaftler an der Universität Tel Aviv und ehemaliges Knesset-Mitglied
- Orte
- Israel, Jerusalem, Tel Aviv-Jaffa
Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.
Pollar unterstützen