
Norwegische Historiker schließen Friedensnobelpreis für Donald Trump 2026 aus
Nobelhistoriker und Forscher in Oslo erklären, dass Donald Trump keine Chance auf den Friedensnobelpreis 2026 hat. Sie verweisen auf den Nahostkonflikt und den Unilateralismus seiner Außenpolitik und sehen internationale Gerichte als aussichtsreichere Kandidaten.
Bewertung von Trumps Kandidatur
Norwegische Historiker und Forscher, die den Friedensnobelpreis beobachten, schließen aus, dass Donald Trump in diesem Jahr die Auszeichnung erhalten könnte. Asle Sveen, ein Historiker, der den Nobelpreis seit 40 Jahren erforscht, erklärte, der US-Präsident habe trotz seiner öffentlichen Kampagne keine Aussicht auf die Ehrung. Trump hat wiederholt behauptet, seine diplomatischen Interventionen hätten acht Kriege beendet, und Norwegen beschuldigt, seine Anerkennung zu behindern. Sveen bemerkte, Trump scheine zu verstehen, dass er den Preis nicht erhalten werde, und wies darauf hin, dass die Entfachung eines katastrophalen Krieges im Nahen Osten eine solche Auszeichnung unmöglich mache.
Kann Trump dieses Jahr den Friedensnobelpreis bekommen? Auf keinen Fall. Selbst wenn er wiederholt, dass er bereits acht Kriege beendet hat, und Norwegen seiner Meinung nach für die bisher ausbleibende Auszeichnung verantwortlich ist.
Auswirkungen der Außenpolitik und die Venezuela-Episode
Der ebenfalls als Nobelhistoriker tätige Oeivind Stenersen bewertete Trumps Außenpolitik als Erosion der internationalen Nachkriegsordnung. Stenersen argumentierte, Trumps Unilateralismus und Größenwahn stellten eine schwere Herausforderung für zentrale westliche Werte dar. Die Historiker gingen auch auf die Episode des Vorjahres um die venezolanische Oppositionspolitikerin María Corina Machado ein, die ihre Nobelmedaille nach ihrem Sieg an Trump übergab. Stenersen erklärte, Machado habe auf amerikanische Unterstützung für die Demokratisierung Venezuelas gehofft, sei aber an den Rand gedrängt worden, als Trump Verhandlungen mit den regierenden Behörden aufnahm.
Sie setzte auf seine Unterstützung für die Demokratisierung Venezuelas, wurde aber beiseitegeschoben, als der Präsident begann, Geschäfte mit den bestehenden Machthabern zu machen. Trump interessiert sich nicht für das Regime. Er interessiert sich fürs Geschäftemachen. In dieser Hinsicht war es ein Fiasko.
Einfluss auf das Norwegische Nobelkomitee
Haakon Gjerloew, Direktor am Friedensforschungsinstitut Oslo (PRIO), erklärte, Trumps Handlungen prägten die Atmosphäre rund um den Preis, unabhängig von seinen Erfolgsaussichten als Kandidat. Während offizielle Nominierungen die Grundlage für das Norwegische Nobelkomitee bildeten, leiteten breitere geopolitische Bedingungen die Mitglieder bei ihren Beratungen. Gjerloew beobachtete, dass die Haltung der US-Regierung indirekten Druck auf den Entscheidungsprozess des Komitees ausübe und Bedingungen schaffe, unter denen die Mitglieder eine kühnere Wahl treffen könnten.
Direkte Kritik ist eine Sache, aber es gibt auch indirekte Kritik. Trump ist praktisch ständig im Raum. Paradoxerweise könnte die Politik des US-Präsidenten das Komitee zu einer kühnere Wahl veranlassen.
Anwärter für Völkerrecht und institutionelle Normen
Gjerloew nannte institutionelle Gremien, die internationale Rechtsrahmen verteidigen, als Hauptanwärter für den kommenden Preis. Der Internationale Strafgerichtshof, der Internationale Gerichtshof und das Committee to Protect Journalists ragten unter den möglichen Preisträgern hervor, weil ihre Mandate unilateralem politischem Druck entgegenwirkten. Diese Organisationen konzentrierten sich auf Völkerrecht, etablierte Institutionen und Governance-Regeln, die im von Trump geprägten geopolitischen Umfeld an Bedeutung gewönnen. Stenersen fügte hinzu, Trumps beharrliches Streben nach der Ehrung habe dem Preis selbst weltweit große Aufmerksamkeit verschafft.
Wir können über Donald Trump sagen, was wir wollen, aber er hat wirklich Aufmerksamkeit auf den Nobelpreis gelenkt. Dank Trump fragen so viele Menschen nicht nur nach seinen Chancen, sondern nach dem Preis als solchem.


