Wirtschaft · Essen und Ludwigshafen

Evonik weist BASF-Übernahmeangebot von 24 Euro je Aktie zurück – Quartalsgewinn steigt um 40 Prozent

Evonik meldet 13 Prozent höheren Umsatz im dritten Quartal und 40 Prozent höheres bereinigtes Ebitda und bekräftigt zugleich die Ablehnung des BASF-Angebots von 24 Euro je Aktie, das insgesamt rund 11 Milliarden Euro wert wäre.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Süddeutsche Zeitung, tagesschau.de, RP Online und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Essen, Ludwigshafen · Deutschland

Ergebnisse des dritten Quartals

Evonik meldete für das dritte Quartal einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro, 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der stärkste Anstieg seit vier Jahren. Das bereinigte Ebitda stieg um 40 Prozent auf 629 Millionen Euro und lag damit leicht unter den 633 Millionen Euro, die von Vara befragte Analysten erwartet hatten. Der Konzern verbuchte weiterhin einen Nettoverlust von 53 Millionen Euro, nach 106 Millionen Euro im gleichen Quartal des Vorjahres. Zu den Belastungen zählten Rückstellungen von 313 Millionen Euro für ein verlängertes Sparprogramm.

Evonik bereinigtes Ebitda im 3. Quartal 2026: gemeldet vs. AnalystenerwartungMillionen Euro
Gemeldet, Q3 2026
629 Millionen Euro
Analystenerwartung (Vara-Umfrage)
633 Millionen Euro

Daten aus dem Artikeltext

Evonik Nettoergebnis, drittes QuartalMillionen Euro
Q3 2025
-106 Millionen Euro
Q3 2026
-53 Millionen Euro

Daten aus dem Artikeltext

Sparprogramm und Jahresausblick

Evonik verlängert sein Kostensenkungsprogramm bis 2029, einschließlich des Abbaus von 3.200 Stellen weltweit. Interimschef Claus Rettig restrukturiert den Konzern und streicht Stellen, um ihn zurück in die Gewinnzone zu führen. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen nun ein bereinigtes Betriebsergebnis in der oberen Hälfte seiner Prognosespanne von 2 bis 2,2 Milliarden Euro, die es im Juni angehoben hatte. Rettig beschrieb die Lage des Unternehmens knapp.

„Wir sind stark und robust.“

Claus Rettig

Lieferengpässe bei asiatischen Wettbewerbern infolge der Nahost-Krise haben Evonik bei Preisen und Mengen geholfen, während Störungen im Zusammenhang mit der Straße von Hormus die Nachfrage in der gesamten Branche angetrieben haben. Auch BASF profitierte im Quartal von höheren Preisen und stärkerer Nachfrage im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt.

Das BASF-Angebot

BASF hat sein Angebot auf 24 Euro je Aktie erhöht, was insgesamt rund 11 Milliarden Euro entspräche. Ein zusammengelegter Konzern käme auf einen Jahresumsatz von rund 74 Milliarden Euro. Evonik hat auch das höhere Angebot abgelehnt, hält sich für groß genug, allein zu bestehen, und ist nur bereit, vertrauliche Informationen mit BASF auszutauschen. Finanzchef Michael Rauch nannte den Zeitpunkt in einem LinkedIn-Video seltsam und sagte:

„Das Sondierungsangebot von BASF kam für uns sehr unerwartet und zu einem wirklich seltsamen Zeitpunkt.“

Michael Rauch

Rauch äußerte sich, während CEO Christian Kullmann nach einer schweren Operation mindestens bis Jahresende ausfällt.

Essen und die breitere Debatte

Evonik hat zudem am Standort Goldschmidtstraße in Essen eine neue Silikonproduktionsanlage eröffnet. Die Anlage und ein neuer Tanklagerbereich kosteten rund 52 Millionen Euro; die Produkte fließen in Dämmstoffe, Matratzen, Autositze, Klebstoffe, Farben und Kosmetika. Evonik zufolge erweitert die Investition die Kapazitäten, verkürzt Transportwege und macht Lieferungen an Kunden zuverlässiger. Der Standort Essen mit rund 2.200 Beschäftigten soll als Produktions- und Entwicklungszentrum gestärkt werden. Die Beschäftigten in Essen fürchten, von dem deutlich größeren Ludwigshafener Konzern geschluckt zu werden, wo BASF seinen Sitz hat; zudem hat Evonik auch den US-Rivalen Ashland ins Visier genommen.

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