Wohnen · Paris, Lyon und Madrid

Jugendproteste breiten sich über Europa aus und nähern sich dem Ausmaß der Eurokrise

Seit Mitte September hat es in 12 europäischen Ländern mindestens 177 Proteste gegeben; in Frankreich zählte das Innenministerium am 17. Oktober 550.000 Demonstranten und Ausschreitungen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von NIEZALEZNA.PL, oko.press, polityka.pl und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Paris, Lyon, Madrid · Frankreich, Spanien
Wie es dazu kam
  1. 17.10.Landesweiter Marsch mit 550.000 Menschen laut Innenministerium; anschließend Ausschreitungen und mehr als 2.000 Festnahmen
  2. 21.10.Mehr als 10.000 Menschen beteiligen sich an einem griechischen Lehrerstreik
  3. 24.10.135 Menschen bis 13 Uhr in ganz Frankreich festgenommen, während der Pariser Marsch beginnt

Eine Welle der Jugendwut in Europa

Seit Mitte September hat es in 12 europäischen Ländern mindestens 177 Proteste gegeben, wie eine Analyse der spanischen Tageszeitung El País für den Zeitraum vom 15. September bis 23. Oktober ergibt. El País schreibt, der Umfang nähere sich dem der turbulentesten Monate der Euro-Schuldenkrise von 2010 bis 2012 an. Die meisten Demonstranten sind junge Menschen, die bessere Bedingungen in der Bildung, billigeren Wohnraum und niedrigere Lebenshaltungskosten fordern. Einige Proteste endeten in Zusammenstößen mit der Polizei, weitere Demonstrationen wurden bereits angekündigt. Die Proteste sind keine koordinierte Bewegung, auch wenn sie oft zeitgleich stattfinden und dieselben Forderungen teilen. El País ermittelte, dass 80 % aller Proteste in Frankreich, Spanien, Italien, Portugal und Belgien stattfanden.

Frankreich: von Schulblockaden zu landesweiten Ausschreitungen

In Frankreich begannen die Proteste im September, als Schüler Schulen blockierten, um mehr Lehrkräfte, kleinere Klassen und bessere Gebäude zu fordern. Die Bewegung breitete sich anschließend im ganzen Land aus, und am 17. Oktober zählte das französische Innenministerium 550.000 Teilnehmer. An diesem Tag brachen Ausschreitungen aus, mehr als 2.000 Menschen wurden festgenommen und fast 1.000 Polizeibeamte verletzt. Die Pariser Behörden verhängten daraufhin Einschränkungen für Versammlungen. Ladenbesitzer in den Hauptstraßen haben Fenster und Türen mit Spanplatten verbarrikadiert, um sich auf weitere Gewalt vorzubereiten.

Paris am Samstag, dem 24. Oktober

Die Behörden setzten landesweit etwa 70.000 Polizisten für das vierte Protestwochenende ein, unterstützt von berittenen Einheiten, Hubschraubern, Drohnen, Anti-Drohnen-Systemen und gepanzerten Fahrzeugen. In Paris sollte der Marsch am Place de la Bastille beginnen, doch die Behörden verweigerten diese Route im letzten Moment und verlegten den Startpunkt nach Süden in die Gegend nahe der Porte d'Italie. Viele Menschen hatten sich bereits am ursprünglichen Ort versammelt, und nach Handgemengen mit Beamten zog die Menge unter Polizeibegleitung ab. Die Behörden gaben die Zahl zu Beginn mit etwa 35.000 an, gegenüber 60.000 eine Woche zuvor. Innenminister Laurent Nuñez sagte, bis 13 Uhr seien landesweit 135 Menschen festgenommen worden, und 24 Metrostationen seien auf polizeiliche Anordnung geschlossen worden. In Lyon setzte die Polizei Tränengas gegen etwa 150 Menschen ein, obwohl eine präventive Versammlungsverbot bestand. Der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon forderte die Demonstranten auf, die Anordnungen zu befolgen, und warf zugleich Premierminister Sébastien Lecornu vor, das Recht auf Demonstration stören zu wollen.

Spanien und Portugal: das Wohnen im Zentrum

In Spanien und Portugal ist die Wohnungskrise der wichtigste Motor der Mobilisierung. Ende September zählten die Behörden mindestens 25.000 Menschen, die in Madrid marschierten, während die Organisatoren die Teilnehmerzahl auf 300.000 schätzten. Anschließend breiteten sich die Proteste auf Dutzende spanische Städte aus. Den Madrider Protesten vorausgegangen war die Räumung einer 87-jährigen Frau aus einer Wohnung, die sie seit 1956 gemietet hatte. Nachdem ein privates Unternehmen das Gebäude 2018 gekauft und die Miete dreimal erhöht hatte, weigerte sie sich zu gehen, und am 23. September trugen Polizisten sie auf einer Trage hinaus, während Nachbarn und Aktivisten draußen protestierten. Sie wurde direkt ins Krankenhaus gebracht. In Madrid campieren seit Wochen Hunderte Demonstranten in einem Zeltdorf an der Puerta del Sol. In Portugal wenden sich die Demonstranten gegen einen Gesetzentwurf, der Räumungen erleichtern würde.

Teilnehmerzahlen der Proteste in Madrid, Ende September 2026Personen
Schätzung der Behörden
25000 Personen
Schätzung der Organisatoren
300000 Personen

Daten aus dem Artikeltext

Belgien, Italien und Griechenland

In Belgien protestieren Studierende gegen Studiengebührenerhöhungen und Haushaltskürzungen. In Italien richtet sich eine der Beschwerden gegen eine Regelung, die den Anteil ausländischer Studierender auf 30 % begrenzt. In Griechenland beteiligten sich am 21. Oktober mehr als 10.000 Menschen an einem Lehrerstreik. Die in der Berichterstattung zitierten Eurostat-Daten zeigen, dass die Verbraucherpreise in der EU seit 2022 um insgesamt 23,6 % gestiegen sind – ein Hintergrund, den die Demonstranten mit ihren Sorgen über die Lebenshaltungskosten verbinden. Der Jugendvertreter Luka Leszić von der European Students' Union sagte gegenüber El País, der Herbst bringe die Studierenden zurück auf die Campus, wo Veränderungen bei Gebühren, Stipendien und Studienbedingungen unmittelbar spürbar seien.

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