Regierung · Athen

ERT zeigt verurteilten Ex-Abgeordneten der Goldenen Morgenröte als NGO-Opfer und setzt danach „Newsroom“ aus

Der griechische öffentlich-rechtliche Sender ERT hat die Sendung „Newsroom“ ausgesetzt und die Mitarbeiter nach Hause geschickt, nachdem ein verurteilter ehemaliger Abgeordneter der Goldenen Morgenröte im Programm als Betrugsopfer präsentiert worden war – ohne Namen und ohne Hinweis auf seine frühere Rolle.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von in.gr, Η Ναυτεμπορική, Ειδήσεις und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Athen · Griechenland
Wie es dazu kam
  1. 2.11.Der „Newsroom“-Beitrag wurde ausgestrahlt, Iliopoulos wurde als NGO-Opfer präsentiert
  2. 3.11.ERT veröffentlicht eine Erklärung, die den Vorgang als unakzeptables Versäumnis bezeichnet; Sanktionen werden bekannt
  3. 6.11.Die Aussetzung von „Newsroom“ soll enden

Die Sendung am Montag, 2. November

Am Morgen des Montags, 2. November, zeigte das Nachrichtenprogramm „Newsroom“ von ERT, moderiert von Giorgos Siadimas, einen Beitrag über den Betrugsfall rund um die NGO Paidiki Chara. Darin war Panagiotis Iliopoulos auf dem Bildschirm zu sehen, eingeblendet mit den Untertiteln „Gründer eines Vereins“ und „Opfer der NGO“. Berichte legten dar, dass der Beitrag seine politische und strafrechtliche Vergangenheit nicht erwähnte.

Iliopoulos, ein ehemaliger Abgeordneter der Goldenen Morgenröte, wurde vom Dreiköpfigen Schwurgerichtshof für Berufungen in Athen wegen Mitgliedschaft in der kriminellen Organisation zu sieben Jahren Haft ohne mildernde Umstände verurteilt. Nach ERT's eigener Darstellung kam der Gast ins Studio, nachdem eine Reporterin auf Facebook eine Beschwerde eines Mitglieds eines Motorradclubs gesehen hatte, das Geld an die NGO gezahlt hatte. Dieses Mitglied verwies die Reporterin an den Präsidenten des Clubs, der ohne vorherige Video-Prüfung auf Sendung ging. ERT erklärte, die Entscheidung sei auf Zeitdruck in einer zweistündigen Live-Tagessendung zurückzuführen.

Die Stellungnahme von ERT

Am Dienstag, 3. November, veröffentlichte ERT eine Erklärung, in der die Ausstrahlung als „unakzeptables Versäumnis“ und als Versagen der journalistischen Leitung bezeichnet wurde. Der Sender erklärte, er habe sofort gehandelt und Sanktionen gegen die Verantwortlichen verhängt.

„Der öffentlich-rechtliche Sender kann und darf durch Versäumnisse der journalistischen Leitung keinen Raum für die Bewerbung von Personen und Ansichten bieten, die mit Ideologien verbunden sind, die sich gegen die Demokratie richten.“

ERT

ERT bedauerte den Vorfall und erklärte, es habe eindeutig keine Absicht oder verdeckte Agenda seitens des Sendungsteams gegeben. In der Erklärung wurde betont, die Verteidigung demokratischer Werte sei ein nicht verhandelbares Prinzip des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Sanktionen und Personal

Berichte über die Maßnahmen, die sich auf gesammelte Presseinformationen stützten, gaben an, die Ausstrahlung von „Newsroom“ werde bis Freitag, 6. November, ausgesetzt. iefimerida und NewsIT berichteten, der Chefredakteur und die Reporterin, die den Beitrag betreut hatte, seien in einen verpflichtenden zehntägigen Urlaub geschickt worden. Ein Bericht gab an, auch die Reporter, die das Thema behandelt hatten, seien zehn Tage ohne Bezahlung freigestellt worden.

NewsIT beschrieb den Fall als journalistisches Versäumnis und nicht als vorsätzliche Handlung – eine Lesart, die auch ERT's eigene Erklärung vertrat. Die Aussetzung ist bislang die einzige öffentlich berichtete Konsequenz für die Sendung.

Reaktionen

Die Reaktionen in den sozialen Medien waren heftig; Zuschauer protestierten dagegen, dass eine verurteilte Person als Opfer dargestellt wurde. Die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) veröffentlichte eine eigene Erklärung, in der sie die Darstellung des Senders kritisierte.

„Die Mitteilung, eine „Entschuldigung“ von ERT, stellt eine zusätzliche Beleidigung für die Menschen und die Opfer der nationalsozialistischen Goldenen Morgenröte dar.“

KKE

Die KKE erklärte, die Führung von ERT habe Iliopoulos nicht mit seinem vollen Status als ehemaliger Abgeordneter der verurteilten Organisation benannt, und ihr Verweis auf Ideologien gegen die Demokratie sei eine Verallgemeinerung, kein Versehen. Die Partei bezeichnete den Vorgang weder als Ausrutscher noch als Fehler.

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