Regierung · Portadown

Drumcree-Protest: Erste Akten gehen in wenigen Tagen an die Staatsanwaltschaft – 65 Tatverdächtige

Chief Constable Jon Boutcher hat dem Polizeiausschuss von Nordirland am Donnerstag, 5. November, mitgeteilt, dass die Fallakten innerhalb weniger Tage bei der Public Prosecution Service eingehen werden. Die Polizei hat 65 Tatverdächtige identifiziert, 23 Personen wurden befragt, darunter Erste Ministerin Michelle O'Neill.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Evening Standard, BBC und RTE.ie. Veröffentlicht . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Portadown · Vereinigtes Königreich
Wie es dazu kam
  1. September 2026Die Parades Commission erlaubt der Orange Order den Marsch über die Garvaghy Road, was eine zweiwöchige Blockade auslöst
  2. 27.09.Die Parade sollte stattfinden, wurde aber von Demonstranten auf der Garvaghy Road blockiert
  3. Oktober 2026Ein Richter am High Court bestätigt das Verbot der Parade durch den Nordirland-Minister
  4. 5.11.Stand Donnerstag: 65 Tatverdächtige identifiziert und 23 befragt

Ermittlungsverlauf

Der Police Service of Northern Ireland (PSNI) teilt mit, dass die Fallakten zu Personen, die während des Drumcree-Protestes mutmaßlich Straftaten begangen haben, innerhalb weniger Tage an die Public Prosecution Service gehen. Chief Constable Jon Boutcher sagte vor dem Polizeiausschuss, Stand Donnerstag seien 65 Personen als Tatverdächtige identifiziert und 23 befragt worden. Der Protest blockierte am Sonntag, 27. September, die Garvaghy Road in Portadown – an dem Tag, an dem die Parade des Orange Order stattfinden sollte. Im September hatte die Parades Commission erstmals seit fast 30 Jahren erlaubt, dass die Parade über die überwiegend nationalistische Straße zieht, was zu einer zweiwöchigen Blockade an der Stelle führte.

Wer befragt wurde

Unter den 23 befragten Personen sind nach bisherigen Erkenntnissen Erste Ministerin Michelle O'Neill und weitere führende Sinn-Fein-Politiker, darunter Parteipräsidentin Mary Lou McDonald. Auch die Mitglieder der Stormont-Versammlung Gerry Kelly und Deirdre Hargey, die zugleich dem Polizeiausschuss angehören, zählen zu den Befragten. Die Politiker verteidigten ihre Anwesenheit auf der Straße; O'Neill erklärte, es sei „immer das Richtige gewesen, sich auf die Garvaghy Road zu stellen“. Boutcher sagte, er könne noch nicht sagen, ob 65 die endgültige Zahl der Tatverdächtigen sein werde.

Beweismaterial und Kosten

Ein Team von 30 Beamten arbeitet mehr als 70 Stunden aufgezeichnetes Material vom Tag des Protestes durch. Boutcher wies die Darstellung zurück, die Ermittlungen dauerten zu lange, und erklärte, sie kämen zügig voran.

„Ich weise die Behauptung, dies dauere sehr lange, vollständig zurück.“

Jon Boutcher, Chief Constable des Police Service of Northern Ireland

Die Polizeiarbeit während der zweiwöchigen Blockade kostete 5,5 Millionen Pfund, was nach Boutchers Worten die ohnehin schwierige Haushaltslage der PSNI weiter verschärft hat. Die folgende Grafik stellt die Zahl der Tatverdächtigen der Zahl der Befragten gegenüber.

Identifizierte und befragte Tatverdächtige im Drumcree-Protest
Identifizierte Tatverdächtige
65
Befragt
23

Daten aus dem Artikeltext

Politische Folgen

Die stellvertretende Erste Ministerin Emma Little-Pengelly von der DUP hat gemeinsame Termine mit Michelle O'Neill eingestellt und blockiert, dass O'Neill Termine in offizieller Funktion allein wahrnimmt. Carla Lockhart, Abgeordnete für Upper Bann, zu dem auch Portadown gehört, ist aus der DUP ausgetreten, nachdem sie der Partei vorgeworfen hatte, in ihrer Reaktion darauf, dass O'Neill Gegenstand polizeilicher Ermittlungen ist, nicht weit genug zu gehen. Lockhart wollte Little-Pengelly vollständig aus ihrem Amt entfernen lassen – ein Schritt, der automatisch auch O'Neills Ausscheiden aus dem Amt der Ersten Ministerin erzwungen hätte.

Die Entscheidung, die Parade zu stoppen

Boutcher widersprach der „Fehlinterpretation“, die Gefühle der Provisorischen IRA seien ein Faktor dafür gewesen, dass die PSNI die Parade in Portadown gestoppt habe, und betonte, niemand schreibe seinen Beamten vor, wie sie Entscheidungen treffen. Er verwies auf ein Urteil des High Court im Oktober, wonach Nordirland-Minister Chris Bryant rechtmäßig gehandelt habe, als er die Entscheidung der Parades Commission aufhob und den Zug untersagte. Das Urteil habe anerkannt, dass alle rechtmäßigen und verhältnismäßigen Möglichkeiten zur Ermöglichung des Zuges ausgeschöpft gewesen seien und eine gewaltsame Reaktion der öffentlichen Ordnungskräfte ein unannehmbares Risiko schwerer Verletzungen und weiterreichender Schäden in ganz Nordirland mit sich gebracht hätte, so Boutcher.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen