
Nordirland-Minister Chris Bryant verbietet Drumcree-Parade des Oranierordens auf der Garvaghy Road
Das Verbot hebt eine Entscheidung der Parades Commission auf, die 35 Mitgliedern des Oranierordens erlaubt hatte, am Sonntag, dem 27. September, die Garvaghy Road zu passieren. Dem Verbot vorausgegangen war ein fast zwei Wochen andauerndes Patt in Portadown und eine Bitte des PSNI-Chief-Constable Jon Boutcher an Bryant, die Entscheidung zu überprüfen.
Die Entscheidung
Nordirland-Minister Chris Bryant bestätigte am Freitagabend, dem 9. Oktober, dass er die Entscheidung der Parades Commission aufgehoben und den Zug des Oranierordens über die Garvaghy Road in Portadown verboten habe. Am selben Tag hatte PSNI-Chief-Constable Jon Boutcher Bryant gebeten, die ursprüngliche Entscheidung zu überprüfen, um festzustellen, ob sie weiterhin Bestand haben sollte. Bryant erklärte, er habe die sich verändernde Lage in Portadown geprüft und sei zu dem Schluss gekommen, dass der Zug nicht wie festgelegt stattfinden könne. Zudem sei es nicht möglich gewesen, eine Verständigung zwischen dem Oranierorden und den nationalistischen Anwohnern der Garvaghy Road zu finden.
Ich habe entschieden, dass es nicht im öffentlichen Interesse ist, dass er stattfindet, und ich habe den Zug daher verboten.
Bryant betonte, der Portadown District habe eine rechtmäßige Entscheidung der Parades Commission erhalten, die nach seinen Worten von den Gerichten bestätigt worden sei. Er habe diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen.
Das Patt in Portadown
Die Parades Commission hatte 35 Mitgliedern des Oranierordens die Erlaubnis erteilt, am Sonntag, dem 27. September, die Garvaghy Road zu passieren. Der Zug sollte von der Drumcree Church nach Portadown führen, fand jedoch nicht statt, weil Anwohner auf der Straße protestierten. Die Anwohner postierten sich am oberen Ende der Straße, um den Zug zu stoppen, und das Patt zwischen den beiden Seiten dauerte fast zwei Wochen. Bryant stand angesichts des anhaltenden Streits zunehmend unter Druck, zu handeln. Berichten zufolge ist die jährliche Drumcree-Parade seit einer Entscheidung der Parades Commission im Jahr 1998 von der Garvaghy Road ausgeschlossen.
- Die Parades Commission erteilt 35 Mitgliedern des Oranierordens die Erlaubnis, die Garvaghy Road zu passieren
- Nordirland-Minister Chris Bryant hebt die Entscheidung auf und verbietet den Zug
Reaktionen
Die Ankündigung wurde am Freitagabend im Drumcree Community Centre mit Jubel aufgenommen. Sinn Féin und die SDLP begrüßten die Entscheidung, und die Sinn-Féin-Präsidentin Mary Lou McDonald und Vizepräsidentin Michelle O'Neill erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, der Tag gehöre den Anwohnern der Garvaghy Road. Taoiseach Micheál Martin sagte, das Verbot werde für die Gemeinde an der Garvaghy Road sowie für die Menschen in ganz Nordirland und auf der irischen Insel eine erhebliche Erleichterung bedeuten.
Die vergangenen Wochen waren für die Menschen, die entlang der Garvaghy Road leben, sehr schwierig, und ich bin froh, dass sie heute ein Stück Gewissheit haben.
Martin räumte zugleich ein, dass die Entscheidung für manche eine Enttäuschung sein werde, darunter Mitglieder der Portadown Lodge. DUP-Chef Gavin Robinson sagte, die Rechtsstaatlichkeit in Nordirland sei fatal untergraben worden. Die Entscheidung sei ein direktes Ergebnis republikanischer Agitation, Mobilisierung und drohender Gewalt.
Der Minister für Nordirland wird erklären müssen, was seine Regierung zu tun gedenkt, um das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit wiederherzustellen.
Wie es weitergeht
Boutcher begrüßte die Entscheidung und sagte, der Streit habe spürbare Auswirkungen auf die Beziehungen innerhalb der Gemeinschaften und zwischen ihnen sowie zur Polizei gehabt. Er forderte, Zeit und Raum für Gespräche über langfristige Lösungen für das zu schaffen, was er als komplexe und sensible Frage bezeichnete.
Es liegt im Interesse aller, dass jetzt Zeit und Raum für Gespräche über langfristige Lösungen für diese komplexe und sensible Frage geschaffen werden.
Martin sagte, sein Schwerpunkt werde in der kommenden Zeit darauf liegen, die Anstrengungen für Verständnis und Konsens zwischen den Gemeinschaften und politischen Traditionen zu verdoppeln. Er ermutigte alle politischen und gesellschaftlichen Führungspersönlichkeiten, sich an dieser Arbeit zu beteiligen, während Robinsons Forderung, Bryant müsse die Pläne der Regierung zur Wiederherstellung des Vertrauens in die Rechtsstaatlichkeit erläutern, weiter offen bleibt.


