
Deutschland verabschiedet 10-Punkte-Plan zur Kürzung von Sozialleistungen für Flüchtige und zur Eindämmung von Betrug
Das Bundeskabinett hat Maßnahmen gebilligt, um Grundsicherungszahlungen an Personen mit Haftbefehl zu sperren und ausbeuterische Wohnungsringe im ganzen Land zu zerschlagen.
Maßnahmen gegen Leistungsmissbrauch durch Flüchtige und Scheinbeschäftigung
Das Bundeskabinett hat am Mittwoch einen 10-Punkte-Aktionsplan gebilligt, um organisierten Sozialbetrug und Ausbeutung im Zusammenhang mit Migration aus der Europäischen Union einzudämmen. Gemeinsam ausgearbeitet von Bundesministerin für Arbeit und Soziales Bärbel Bas und Bundesminister des Innern Alexander Dobrindt, zielen die Maßnahmen darauf ab, zu verhindern, dass kriminelle Netzwerke die EU-Freizügigkeitsregeln ausnutzen. Nach den neuen Regeln erhalten Personen, gegen die ein vollstreckbarer Haftbefehl vorliegt, keine Grundsicherung mehr nach dem SGB II und SGB XII. Diese Einschränkung gilt für rechtskräftig verurteilte Straftäter, die sich ihrer Haftstrafe entziehen, obwohl sie eine formelle Vorladung zum Haftantritt erhalten haben. Arbeitgeber, die Arbeitnehmer nicht korrekt anmelden oder Scheinjobs arrangieren, haften direkt für daraus resultierende überzahlte staatliche Leistungen.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt äußerte sich zur Kabinettsentscheidung in Berlin.
Wer mit Haftbefehl gesucht wird, darf keine Sozialleistungen erhalten.
Behördlicher Datenaustausch und künstliche Intelligenz
Die Strategie setzt auf einen erweiterten Datenaustausch zwischen kommunalen und Bundesbehörden, um bestehende Regelungslücken zu schließen. Kommunale Sozial-, Ausländer-, Melde-, Steuer-, Sicherheits- und Bauämter werden Daten mit den gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen abgleichen. Das System wird Werkzeuge der künstlichen Intelligenz einsetzen, um Muster zu erkennen, die auf illegale Beschäftigung, Schwarzarbeit und Verstöße gegen den gesetzlichen Mindestlohn hindeuten. Darüber hinaus werden Energieversorger einer Meldepflicht unterliegen, die sie verpflichtet, die Sozialbehörden über Kundenbeziehungen und Zweitwohnsitze zu informieren. Zur Koordinierung dieser Durchsetzungsbemühungen wird die Bundesagentur für Arbeit ein zentrales Kompetenzzentrum für Leistungsbetrug einrichten, unterstützt von fünf Regionalstellen.
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas äußerte sich zu der Initiative.
Missbrauch von Sozialleistungen schadet der Gesellschaft und schwächt das Vertrauen in den Sozialstaat.
- Jobcenter beginnen mit der Weitergabe von Verdachtsmeldungen zu Schwarzarbeit an den Zoll
- Bundeskabinett billigt den 10-Punkte-Aktionsplan gegen Betrug
- Zieltermin für die Umsetzung des gesamten Maßnahmenpakets
Vorgehen gegen Schrottimmobilien-Netzwerke
Der Regierungsplan zielt auf ausbeuterische Geschäftsmodelle ab, die sich auf heruntergekommene Immobilien konzentrieren, oft als Schrottimmobilien bezeichnet, insbesondere im Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen. Kriminelle Banden bringen häufig EU-Bürger aus Bulgarien und Rumänien nach Deutschland, bringen sie in überfüllten, heruntergekommenen Wohnungen unter und richten geringfügige Minijobs ein, um formelle Ansprüche auf ergänzende staatliche Einkommensunterstützung, Wohngeld und Kindergeld zu begründen. Die meisten dieser öffentlichen Zahlungen werden anschließend von den Bandenorganisatoren durch überhöhte Mietforderungen einbehalten. Durch Änderungen des Baugesetzbuchs erhalten die Gemeinden erweiterte Zugangsrechte zur Inspektion heruntergekommener Immobilien, können verbindliche Reparaturanordnungen erlassen und kommunale Vorkaufsrechte ausüben. In schwerwiegenden Fällen erhalten die Kommunen die rechtliche Befugnis, als letztes Mittel Enteignungen durchzuführen.
Bundeskanzler Friedrich Merz veröffentlichte eine Stellungnahme auf der Social-Media-Plattform X zur Kabinettsentscheidung.
Missbrauch geht zu Lasten aller, die arbeiten und einzahlen.
Umsetzungsfahrplan und grenzüberschreitende Prävention
Die Bundesregierung strebt an, alle zehn Punkte des achtseitigen Politikpapiers noch vor Jahresende umzusetzen, sofern die Haushaltsmittel und Finanzierungskompetenzen des Bundes gesichert sind. Neben der innerstaatlichen Durchsetzung umfasst der Plan gezielte Informations- und Beratungsinitiativen direkt in den Herkunftsländern, um potenzielle Migranten vor illegalen Beschäftigungsmodellen zu warnen, bevor sie reisen. Das Kabinettspaket erfüllt frühere Vereinbarungen, die im Koalitionsausschuss ausgehandelt und im Koalitionsvertrag festgelegt wurden.


