Regierung · Schwerin
Koalition in Mecklenburg-Vorpommern plant weniger Beamte und 1.000 Stellen weniger im Landesdienst
Die Verhandlungsführer von SPD, Linke und Grünen haben sich darauf verständigt, Verbeamtungen auf vier Bereiche zu begrenzen und rund 1.000 Landesstellen unbesetzt zu lassen. Nach Angaben der Parteien sollen die Maßnahmen rund 125 Millionen Euro einsparen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Berliner Zeitung, Spiegel Online, Norddeutscher Rundfunk und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
Kurz gefasst
Polizei, Justiz, Finanzverwaltung und Lehrkräfte sollen nach Angaben von Manuela Schwesig Beamte bleiben, während insgesamt weniger Neueinstellungen den Beamtenstatus erhalten sollen.
Der Landesrechnungshof bezifferte die Zahlungsverpflichtungen für künftige Pensionen der Landesbeamten Ende 2025 auf fast 10 Milliarden Euro, und die Summe steigt weiter.
Rund 7.000 Landesbeschäftigte sollen innerhalb von fünf Jahren in den Ruhestand gehen, und 1.000 dieser Stellen werden nicht wieder besetzt, was nach Angaben von Schwesig rund 125 Millionen Euro pro Jahr einsparen soll.
Eine Darstellung nennt eine Finanzierungslücke von mehr als 3 Milliarden Euro für die Jahre 2028 bis 2030, eine andere beziffert das Haushaltsloch ab 2028 auf eine Milliarde Euro.
- 12.10.SPD, Linke und Grüne beginnen die Koalitionsgespräche
- 16.10.Zwischenergebnisse am Freitagabend im Schweriner Schloss vorgestellt
- Innerhalb von drei WochenZiel für den Abschluss des Koalitionsvertrags
Ein schmalerer Weg in den Beamtenstatus
Die Verhandlungsführer von SPD, Linke und Grünen haben am Freitagabend, dem 16. Oktober, im Schweriner Schloss Zwischenergebnisse ihrer Koalitionsgespräche vorgestellt. Die Gespräche hatten am Montag, dem 12. Oktober, begonnen, und die Parteien wollen innerhalb von drei Wochen einen Koalitionsvertrag abschließen. Die erste vereinbarte Änderung verengt den Weg in den Beamtenstatus, sodass das Land Beamte nur dort bestellen soll, wo es hoheitliche Befugnisse ausübt.
Die Koalition nannte Polizei, Justiz, Finanzverwaltung und Lehrkräfte als die Bereiche, die Beamte bleiben. Artikel 33 des Grundgesetzes besagt, dass hoheitliche Befugnisse in der Regel von Personen in öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnissen ausgeübt werden, und die Formulierung „in der Regel“ lässt Raum für Grenzfälle.
„Wir wollen künftig nur dort verbeamten, wo der Staat hoheitliche Aufgaben wahrnimmt.“
Warum das Land sparen will
Schwesig sagte, eine Verbeamtung sei eine Zusage, die Jahrzehnte dauere. Sie fügte hinzu, das Land lege bereits Geld für künftige Pensionen zurück, und hier seien Einsparungen möglich.
Der Landesrechnungshof bezifferte die Zahlungsverpflichtungen für künftige Pensionen der Landesbeamten Ende 2025 auf fast 10 Milliarden Euro, wobei die Summe in den kommenden Jahren weiter steigen soll. Frühere Zahlen des Rechnungshofs zeigen, dass inzwischen mehr Beamte als Tarifbeschäftigte auf der Landesgehaltsliste stehen. Der Rechnungshof erwartet ab den 2030er Jahren wachsende Zahlungen, wenn viele Lehrkräfte und andere Beamte in den Ruhestand gehen.
Die Zahlen zur Deckungslücke gehen auseinander. Eine Darstellung nennt eine Finanzierungslücke von mehr als 3 Milliarden Euro für die Jahre 2028 bis 2030, eine andere beziffert das Haushaltsloch ab 2028 auf eine Milliarde Euro.
Stellenabbau und Einsparungen
Rund 7.000 Landesbeschäftigte sollen innerhalb von fünf Jahren in den Ruhestand gehen, und 1.000 dieser Stellen werden nicht wieder besetzt. Schwesig bezifferte die Einsparung auf rund 125 Millionen Euro pro Jahr und verknüpfte den Stellenabbau mit Bürokratieabbau, Digitalisierung und künstlicher Intelligenz.
- Ruhestände
- 7000 Beschäftigte
- Nicht wieder besetzte Stellen
- 1000 Beschäftigte
Daten aus dem Artikeltext
„Sparen beginnt beim Staat selbst, nicht zuerst bei den Menschen.“
Claudia Müller beschrieb den Ansatz als Frage langfristiger Verantwortung für künftige Generationen und argumentierte, dieselbe Logik gelte für den Haushalt und für den Klimaschutz.
„Vorbeugen ist besser als heilen, Vorbeugen ist billiger als reparieren.“
Investitionen und eine neue Landesentwicklungsbank
Die Partner wollen in den kommenden fünf Jahren in bezahlbares Wohnen und künstliche Intelligenz investieren. Die kommunalen Wohnungsgesellschaften sollen weiter von ihren Altschulden aus DDR-Zeiten befreit werden, und eine Regierungskommission soll die Chancen und Risiken von KI prüfen, auch in der Landesverwaltung, so der Linke-Fraktionsvorsitzende Hennis Herbst.
Geplant ist zudem eine neue Landesentwicklungsbank. Das Land hat derzeit etwa 300 Förderprogramme und rund 30 Anlaufstellen, und Schwesig sagte, die Bank solle eine einzige Anlaufstelle mit höchstens 200 Programmen und zinsgünstigen Krediten bieten. Die SPD hatte die Bank bereits in ihr Wahlprogramm aufgenommen.
Die Vereinbarung sieht außerdem eine höhere Erbschaftsteuer vor, um Einnahmen zu erzielen, und die Landesregierung will sich für die Wiedereinführung der Vermögensteuer einsetzen. Der Koalitionsvertrag soll innerhalb von drei Wochen nach den ersten Ergebnissen stehen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Berliner ZeitungMilliarden-Pensionslasten: Warum MV weniger Beamte einstellen will
- Spiegel OnlineMecklenburg-Vorpommern: Rot-Rot-Grün lobt Koalitionsgespräche und will künftig weniger verbeamten
- Norddeutscher RundfunkNeue Koalition will 1.000 Stellen im Landesdienst streichen
- DIE WELTRot-Rot-Grün will künftig weniger verbeamten
- Manuela Schwesig
- SPD-Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern und Leiterin der Koalitionsgespräche
- Claudia Müller
- Grünen-Vorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern und Verhandlungsführerin bei den Koalitionsgesprächen
- Hennis Herbst
- Fraktionsvorsitzender der Linken in Mecklenburg-Vorpommern und Verhandlungsführer bei den Koalitionsgesprächen
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