Wirtschaft · Sindelfingen, Frankfurt und Ludwigsburg

Deutsche Autoarbeiter protestieren bundesweit gegen Stellenabbau und 40-Stunden-Woche

Über 100.000 Beschäftigte wurden deutschlandweit mobilisiert, als die IG Metall Pläne von Volkswagen und BMW kritisierte, zehntausende Stellen zu streichen und die wöchentliche Arbeitszeit ohne Lohnausgleich zu erhöhen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von N-tv, Deutsche Welle, La Libre.be und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

Für MitgliederDie ersten 30 Sekunden zum Probehören. Synthetische Stimme (KI).

Kurz gefasst

Sindelfingen, Frankfurt, Ludwigsburg, Berlin · Deutschland
Wie es dazu kam
  1. 22.09.IG Metall verabschiedet formell Tarifforderungen für Baden-Württemberg
  2. 7.10.Erste formelle Tarifverhandlungsrunde beginnt in Ludwigsburg
  3. 31.10.Bestehende Tarifverträge und die gesetzliche Friedenspflicht laufen aus

Bundesweite Mobilisierungen an deutschen Standorten

Mehr als 100.000 Beschäftigte der Automobilindustrie beteiligten sich am Montag an Kundgebungen an über 200 deutschen Standorten, organisiert von der Gewerkschaft IG Metall. In Sindelfingen versammelten sich rund 20.000 Arbeiter vor dem Mercedes-Benz-Werk, das über 30.000 Menschen beschäftigt und die S-Klasse produziert. Bei der Continental-Ausgründung Aumovio in Frankfurt versammelten sich rund 700 Teilnehmer zusammen mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Stefan Körzell. Weitere Demonstrationen fanden an Standorten von BMW, Audi, Porsche, Bosch, Mahle, Daimler Truck und Jost-Werke statt. Betriebsräte und Gewerkschaftsvertreter nutzten die Versammlungen, um ihren Widerstand gegen Stellenabbau, Standortverlagerungen und vorgeschlagene Änderungen der Arbeitsbedingungen zu bekunden.

„Aufgrund von Lethargie und verheerenden Fehleinschätzungen ist es den meisten Managern nicht gelungen, mit den Entwicklungen in den Bereichen Elektromobilität, Digitalisierung und Batterietechnologie Schritt zu halten, wodurch die deutsche Automobil- und Zulieferindustrie zurückgefallen ist.“

Horst Ott

Streit um Arbeitszeiten und Produktionskosten

Die Automobilhersteller streben eine Verlängerung der Standardarbeitswoche von 35 auf 40 Stunden ohne Gehaltserhöhungen an, um die inländischen Fertigungskosten zu senken. Eine Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman zeigt, dass die Arbeitskosten in Deutschland durchschnittlich 3.307 USD pro Fahrzeug betragen, verglichen mit 769 USD in Japan und 597 USD in China. Gewerkschaftsfunktionäre lehnten den 40-Stunden-Vorschlag entschieden ab und betonten, dass die in den 1980er und 1990er Jahren ausgehandelte 35-Stunden-Woche ein Kernstandard bleibe. Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center for Automotive Research in Bochum, berichtete, dass die Beschäftigtenzahl in der Branche von rund 830.000 im Jahr 2018 auf unter 700.000 gesunken sei und bis 2030 voraussichtlich auf 500.000 zurückgehen werde. Zu den geplanten Personalreduzierungen gehören 100.000 weltweite Stellen bei Volkswagen bis 2030 (15 % der Belegschaft) und bis zu 8.000 Stellen bei BMW bis Ende 2027.

Durchschnittliche Arbeitskosten pro Fahrzeug nach Ländern$
Deutschland
3307 $
Japan
769 $
China
597 $

Daten aus dem Artikeltext

Gewinnrevisionen und wirtschaftlicher Druck

Die Arbeitsniederlegungen folgen einer Gewinnrevision am Freitag, als Volkswagen seine Gewinnmargenziele für 2026 auf maximal 1 % senkte. Der Konzern führte einen schwachen chinesischen Markt, höhere Rückstellungen für Pensionen, geringere Erwartungen an die Marke Porsche und eine veränderte Nachfrage hin zu Elektrofahrzeugen an. Im Handel am Montagmorgen fielen die Aktien von Volkswagen um 0,6 %, die von Porsche um 2,3 % und die der Holdinggesellschaft Porsche SE um 2,9 %. Betriebsratschefin Daniela Cavallo und die IG Metall-Führung riefen die Europäische Union und die deutsche Politik auf, Schutz vor chinesischem Wettbewerb, niedrigere Industriestrompreise und strukturierte Subventionspolitik zu gewährleisten.

„Wir erwarten von den Unternehmensführungen und Managementteams, dass sie Verantwortung für Deutschland als Automobilnation, für die Beschäftigten und für die Arbeitsplätze übernehmen.“

Christiane Benner, Vorsitzende

Tarifverhandlungsfahrplan und politischer Druck

Die Arbeitsmobilisierung fiel mit politischen Schwierigkeiten für Kanzler Friedrich Merz zusammen, dessen konservative Partei am Sonntag bei Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern gegen die AfD und in Berlin gegen die Linke Niederlagen erlitt. Gewerkschaftsvertreter kündigten an, dass die IG Metall ihre Tarifforderungen für Baden-Württemberg am 22. September formalisieren werde. Offizielle Verhandlungen sollen am 7. Oktober in Ludwigsburg beginnen. Die bestehenden Tarifverträge und die gesetzliche Friedenspflicht laufen am 31. Oktober aus, was die Möglichkeit von formellen Warnstreiks im November eröffnet.

Fragen zu diesem Text

Quellen und Kontext

Pollar ist kostenlos und ohne Werbung im Text. Getragen wird es von seinen Mitgliedern.

Pollar unterstützen