Wahlen · Washington und Brüssel
Demokraten erobern bei US-Midterms beide Kammern des Kongresses
Bei den Midterms am 3. November verloren die Republikaner die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses. Trump sieht sich damit einer Oppositionsmehrheit gegenüber. Die Demokraten siegten auch in Bundesstaaten, die jahrzehntelang keine Senatoren ihrer Partei nach Washington entsandt hatten.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von EL MUNDO, eldiario.es, LaVanguardia und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Nach den Midterms vom 3. November kontrollieren die Demokraten Repräsentantenhaus und Senat; die Republikaner verlieren die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses.
Die Demokraten siegten in Kansas, Iowa, North Carolina und South Carolina – Bundesstaaten, die jahrzehntelang keine Senatoren der Partei gewählt hatten.
Männer im Alter von 18 bis 29 Jahren, die 15 % der Wählerschaft ausmachen, haben sich laut einer Analyse der New York Times unter Leitung von Martín González seit 2024 um 32 Punkte in Richtung Demokraten verschoben.
Trump und Vance sollen eingeräumt haben, dass der Krieg mit dem Iran die Hauptursache für die republikanische Niederlage war.
- 2.11.Trump tritt am Vorabend der Wahl am Spiegelbecken des Lincoln Memorial in Washington auf
- 3.11.Midterms; die Republikaner verlieren die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses
- Vor der WahlTrump kündigt die Aussetzung von jährlich 4 Milliarden Dollar Hilfe für Israel an
Demokraten gewinnen beide Kammern
Bei den am Dienstag, dem 3. November, abgehaltenen Midterms errangen die Demokraten die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses und beendeten damit die republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat. Die Verluste reichten über die vertrauten Hochburgen an den Küsten hinaus. Die Demokraten siegten in Kansas, Iowa, North Carolina und South Carolina – Bundesstaaten, die jahrzehntelang keine Senatoren ihrer Partei gewählt hatten. Abdul El Sayed in Michigan und James Talarico in Texas gewannen Senatssitze, während Keisha Lance Bottoms und Jocelyn Benson zu Gouverneurinnen von Georgia und Michigan gewählt wurden. Trump akzeptierte das Ergebnis und lobte die „gute Arbeit“, die die Demokraten geleistet hätten.
Ein Referendum, dem Trump nicht entkommen konnte
Trump hatte die Abstimmung zu einem Referendum über seine Person gemacht, und sie wurde vor dem Hintergrund hoher Benzinpreise ausgetragen, eines Iran-Kriegs, der viel länger dauerte als erwartet, und eines starken Einbruchs seiner Beliebtheit. Am Montag, dem 2. November, dem Vorabend der Wahl, trat er am Spiegelbecken des Lincoln Memorial in Washington auf, um Restaurierungsarbeiten zu zeigen und scherzhaft anzuregen, es nach ihm zu benennen. Vizepräsident JD Vance und Stabschefin Susie Wiles hatten Ende 2025 Treffen mit Meinungsforschern und externen Beratern organisiert, die Verluste unter jungen Menschen, Arbeitern und hispanischen Wählern zeigten – Gruppen, die 2024 entscheidend gewesen waren. Vor der Wahl kündigte Trump die Aussetzung von jährlich 4 Milliarden Dollar Hilfe für Israel an. Trump und Vance sollen eingeräumt haben, dass der Krieg mit dem Iran die Hauptursache für die republikanische Niederlage war.
Der linke Flügel und der nächste Wettkampf
Der linke Flügel der Demokratischen Partei drängt auf eine größere Rolle im neuen Kongress. Zohran Mamdani, Bürgermeister von New York und Mitglied der Democratic Socialists of America, argumentierte, die Demokraten müssten ihre Macht nutzen, um Veränderungen zu liefern, die die Amerikaner im Portemonnaie spüren. Er verwies auf Kampagnen für eine allgemeine Kinderbetreuung in Texas, ein Versprechen zum Abbau der Wohnungsbaubürokratie in Georgia und ein Moratorium für Rechenzentren in Michigan. Die Präsidentschaftswahl findet genau zwei Jahre nach der Abstimmung statt, und das Vorwahlrennen der Demokraten dürfte in wenigen Monaten beginnen. Alexandria Ocasio-Cortez, Kongressabgeordnete aus New York, soll im nächsten Zyklus eine größere Rolle spielen – entweder als Senatorin oder als Vorwahlkandidatin, ein Weg, den ihre lokale DSA-Gruppe vorantreibt. Eine Datenvisualisierung der New York Times unter Leitung von Martín González zeigt, dass sich Männer im Alter von 18 bis 29 Jahren seit 2024 um 32 Punkte in Richtung Demokraten verschoben haben, als die meisten von ihnen Trump gewählt hatten. Diese Gruppe macht 15 % der Wählerschaft aus.
Europa liest das Ergebnis mit Vorsicht
Die europäischen Hauptstädte nahmen das Ergebnis mit Vorsicht und einiger Erleichterung auf und sehen in einem oppositionellen Kongress eine institutionelle Bremse für Trump, rechnen jedoch nicht mit einer abrupten Änderung der Prioritäten Washingtons im Ausland. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez sagte, die amerikanischen Wähler hätten eine Politik abgelehnt, die die Menschen nur verarmen lasse, während der polnische Ministerpräsident Donald Tusk das Ergebnis als Sieg der Demokratie feierte. Die Europäische Kommission blieb neutral. Handelskommissar Maros Sefcovic nannte die Vereinigten Staaten einen engen Verbündeten und Partner und betonte die Notwendigkeit, das Handelsabkommen von 2025 zu bewahren. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius mahnte zur Vorsicht angesichts der unklaren Zukunft der Agenda des Weißen Hauses. Jeremy Shapiro vom European Council on Foreign Relations sagte, die Europäer sollten sich auf einen „Trump 2.5“ einstellen – einen Präsidenten, der enorme Macht behält und kaum Beschränkungen unterliegt. Jörn Fleck vom Europe Center des Atlantic Council argumentierte, Trump könne einen frenetischen Versuch starten, sein Vermächtnis zu festigen.
Was der Kongress kann und was nicht
Der neue Kongress kann Mittel für Militäroperationen an Bedingungen knüpfen und einige Kernallianzen infrage stellen, argumentiert der Leitartikel der La Vanguardia. Um ein Veto zu überstimmen, sind Zweidrittelmehrheiten in beiden Kammern nötig, und Trump treue Republikaner können Versuche, seine Exekutiventscheidungen zu widerrufen, weiterhin blockieren, merkt Shapiro an. Der Leitartikel listet den Iran-Krieg und die Unterstützung für Netanyahu, eine mögliche Intervention in Kuba, die Beziehungen zu Russland und der Ukraine, einen Handelskrieg mit China, Zölle und die NATO unter den Akten auf Trumps Schreibtisch auf. Er stellt zudem fest, dass Netanyahus Unfähigkeit, eine parlamentarische Mehrheit zu bilden, eine Rückkehr zum Krieg mit dem Iran zu einem sehr riskanten Schritt mache. Als Nächstes folgen die Organisation der neuen Kongressausschüsse, das Vorwahlrennen der Demokraten und die Präsidentschaftswahl in zwei Jahren.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- EL MUNDODer Anfang vom Ende des Trumpismus: „In den USA herrscht das Gefühl eines Epochenwandels“El principio del fin del trumpismo: "La sensación en EEUU es de cambio de era" · Original auf Spanisch
- eldiario.es„Wieder ein Morgen in den USA“: Der linke Flügel der Demokratischen Partei fordert nach dem Erfolg bei den Midterms einen Weg nach vorn"Amanece de nuevo en EEUU": el ala izquierda del Partido Demócrata pide paso tras su éxito en las 'midterms' · Original auf Spanisch
- eldiario.esAngst und Vorsicht in der EU angesichts des demokratischen Sieges in den USA: „Europäer müssen sich auf ein Trump 2.5 vorbereiten“Temor y precaución en la UE ante la victoria demócrata en EEUU: "Los europeos deben prepararse para un Trump 2.5" · Original auf Spanisch
- eldiario.esWenigstens kann sich Trump damit trösten, die Medaille der Gemeinschaft Madrid erhalten zu habenAl menos Trump puede consolarse con haber recibido la Medalla de la Comunidad de Madrid · Original auf Spanisch
- Donald Trump
- US-Präsident, dessen Partei die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses verlor
- JD Vance
- US-Vizepräsident, der eingeräumt haben soll, dass der Iran-Krieg zur republikanischen Niederlage beitrug
- Zohran Mamdani
- Bürgermeister von New York und DSA-Mitglied, der das demokratische Ergebnis feierte
- Alexandria Ocasio-Cortez
- Kongressabgeordnete aus New York, der im nächsten demokratischen Zyklus eine größere Rolle zugetraut wird
- Bernie Sanders
- Unabhängiger Senator aus Vermont, 84 Jahre alt, gilt als Referenzfigur der Linken
- Pedro Sanchez
- Spanischer Ministerpräsident, der sagte, die amerikanischen Wähler hätten eine Politik abgelehnt, die die Menschen verarmt
- Donald Tusk
- Polnischer Ministerpräsident, der den demokratischen Sieg als Triumph der Demokratie feierte
- Maros Sefcovic
- Handelskommissar der Europäischen Kommission, der die USA als engen Verbündeten und Partner bezeichnete
- Boris Pistorius
- Bundesverteidigungsminister, der nach dem US-Ergebnis zur Vorsicht mahnte
- Jeremy Shapiro
- Analyst beim European Council on Foreign Relations, der vor einer Präsidentschaft „Trump 2.5“ warnte
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