Sicherheit · Brasília, Belém und Antalya

Brasilien legt zwei freiwillige Fahrpläne vor, um fossile Brennstoffe auslaufen zu lassen und die Entwaldung bis 2030 zu beenden

Brasiliens COP30-Präsidentschaft hat die beiden Fahrpläne am Dienstag, 3. November, in Brasília vorgestellt – neun Wochen bevor COP31 in Antalya beginnt. Keines der Dokumente hat ein Mandat der Regierungen, und keines setzt Ziele oder Fristen.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Notícias ao Minuto, PÚBLICO, Deutsche Welle und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Brasília, Belém, Antalya · Brasilien, Türkei
Wie es dazu kam
  1. 2030Zieljahr für die Beendigung der Entwaldung
  2. 2031Die Senkung der Öl- und Gasförderung erhält Vorrang
  3. 2050Ziel von Netto-Null-Emissionen im Fahrplan für fossile Brennstoffe

Zwei Fahrpläne aus der COP30-Präsidentschaft

Brasiliens COP30-Präsidentschaft stellte am Dienstag, 3. November, im UN-Haus in Brasília, dem Sitz des UN-Entwicklungsprogramms in Brasilien, zwei Fahrpläne vor. Umweltminister João Paulo Capobianco war ebenso anwesend wie die frühere Ministerin Marina Silva, die gerade zur Bundesabgeordneten gewählt wurde. André Corrêa do Lago schrieb Silva die Idee zu, die erstmals in einer Rede vor der COP in Brasília aufkam, einen Fahrplan für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu erstellen.

Beide Dokumente sind freiwillig. Corrêa do Lago nannte sie einen Beitrag der Präsidentschaft, da keines ein Mandat der Länder habe und keines Ziele oder Fristen für irgendjemanden setze. Die Präsidentschaft verfasste sie, nachdem der Gipfel von Belém die Frage offen gelassen hatte: Eine Gruppe von rund 80 Ländern wollte einen Fahrplan in den Verhandlungen, etwa 80 andere lehnten die Idee ab, sodass die Präsidentschaft die Texte in eigener Verantwortung erstellte.

Was der Fahrplan für fossile Brennstoffe vorschlägt

Das Dokument zu fossilen Brennstoffen umfasst 182 Seiten und bietet „Archetypen“, damit jeder Staat seinen Ausstieg nach seiner eigenen Lage planen kann. Es nennt kein Land und zielt auf Netto-Null-Emissionen bis 2050. Es empfiehlt den Regierungen, von ihrem jeweiligen Stand aus eigene Mechanismen zu entwerfen, um ihre wirtschaftliche Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas zu verringern. Brasiliens Regierung hat erklärt, die Länder könnten sofort beginnen, ohne auf neue Technologien oder wirtschaftliche Veränderungen zu warten.

Das Dokument schlägt vor, dass Länder die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen in Verkehr, Industrie und Bauwesen überprüfen, erwägen, sie durch emissionsarme Energiesysteme zu ersetzen, und Steueranreize sowie Investitionen in fossile Brennstoffe kürzen. Vorrang erhält die Senkung der Öl- und Gasförderung erst ab 2031. Der vorgeschlagene Kalender sieht einen ersten Schritt bis 2028 vor, wenn die Länder nationale Fahrpläne entworfen haben sollen. Katrine Petersen von der Denkfabrik E3G sagte, die COP31-Präsidentschaft müsse die Arbeit vorantreiben, und Brasilien müsse unter anderem eigene nationale Pläne vorlegen.

Entwaldung und der Horizont 2030

Der Entwaldungsfahrplan ruht auf drei Säulen: nationales Waldhandeln, internationale Zusammenarbeit und Finanzierung. Er schlägt zudem Anreize für Waldbewirtschaftung und Bioökonomie vor, mit dem Ziel, die Maßnahmen bis 2030 anzuwenden. Bemühungen zur Eindämmung der Entwaldung leiden unter chronischem Finanzmangel, und ein im Oktober veröffentlichter UN-Bericht warnte, dass das Ziel des Pariser Abkommens weiter außer Reichweite gerät.

Beide Fahrpläne fließen in die zweite globale Bestandsaufnahme ein, die für 2028 geplant ist – den Mechanismus des Pariser Abkommens zur Messung der Fortschritte bei der Emissionssenkung.

Zweifel an Zeitplan und Umsetzung

Der Professor am Imperial College London, Joeri Rogelj, nannte die Fahrpläne einen Schritt nach vorn, aber begrenzt.

„Die Fahrpläne sind wertvoll, bleiben aber hinter einer klaren Angabe des Tempos der nötigen Veränderungen zurück, weil sie weder einen Zeitplan noch zentrale Benchmarks enthalten.“

Joeri Rogelj, Professor für Klimawissenschaft und -politik am Imperial College London

Corrêa do Lago verteidigte den Ansatz und beschrieb die Dokumente als Werkzeuge, um vereinbarte Ziele in die Praxis umzusetzen, nicht für neue Verhandlungen.

„Es sind Dokumente der Umsetzung.“

André Corrêa do Lago, Botschafter und Präsident des COP30-Klimagipfels

Er sagte, die Arbeit brauche eine andere Gruppe von Menschen als die Verhandler, und argumentierte, Finanz-, Verkehrs-, Energie- und Infrastrukturministerien sollten die Fahrpläne aufgreifen. Er fügte hinzu, die Regierungen sollten handeln statt zu warten.

„Wir brauchen nicht mehr Verhandlungen. Was wir brauchen, ist, dass die Regierungen anfangen zu handeln.“

André Corrêa do Lago, Botschafter und Präsident des COP30-Klimagipfels

COP31 und was als Nächstes kommt

COP31 beginnt am 9. November in Antalya in der Türkei unter der Präsidentschaft von Murat Kurum, der auch Minister für Umwelt, Stadtentwicklung und Klimawandel der Türkei ist. Im September sagte Kurum vor den Vereinten Nationen, die COP31-Agenda werde sich auf die Umsetzung bestehender Vereinbarungen statt auf neue Zusagen konzentrieren.

Corrêa do Lago sagte, die Fahrpläne müssten aktualisiert werden, weil sich die Daten ändern würden, nannte aber nicht, wer die Arbeit fortsetzen soll. Zuerst müssten die Menschen das Dokument lesen, aufnehmen und darauf reagieren. Ölfördernde Länder haben sich zurückhaltend gezeigt, Maßnahmen zu ergreifen, die eine wichtige Einnahmequelle treffen könnten, und die Fahrpläne bleiben freiwillig.

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