Sicherheit · Rom, Venedig und Kopenhagen

Bombendrohungen legen Flüge in ganz Europa lahm – russische Gruppe „Male State“ bestreitet Verbindungen

Mindestens 21 Flüge waren am Donnerstag, 5. November, betroffen, als Bombendrohungen Flughäfen und Medienhäuser von Kopenhagen bis Dublin trafen. Bislang hat sich keine überprüfte Drohung als echt erwiesen, und die russische Gruppe „Male State“ bestreitet jede Beteiligung.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von iefimerida.gr, ΣΚΑΪ, NewsIT und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Rom, Venedig, Kopenhagen, Prag · Italien, Dänemark, Tschechien
Wie es dazu kam
  1. 5.11.Droh-E-Mail an Büros von Aeroporti di Roma und Konten in Fiumicino verschickt
  2. 5.11.Mindestens 21 Flüge in mehreren europäischen Ländern betroffen
  3. 6.11.Büros von RTE, Newstalk und The Irish Independent in Dublin evakuiert

Drohungen treffen Flughäfen und Medienhäuser

Bombendrohungen haben am Donnerstag, 5. November, und erneut am Freitag, 6. November, den Luftverkehr und Medienredaktionen in mehreren europäischen Ländern gestört. Mindestens 21 Flüge waren am Donnerstag betroffen, und nahezu jede Drohung wurde – mit Ausnahme von London Heathrow – so ernst genommen, dass Notfallmaßnahmen ausgelöst wurden. Einige Maschinen mussten den Kurs ändern und auf anderen Flughäfen landen, in Italien stiegen Kampfjets auf, um zivile Flugzeuge zu begleiten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur ANSA wurde ein Wizz-Air-Flug von Prag nach Rom nach Venedig umgeleitet. Die dänische Polizei erklärte, sie untersuche Drohungen gegen den Luftverkehr am Flughafen Kopenhagen; bislang seien Passagiere offenbar nicht gefährdet.

Die tschechische Polizei meldete weitere Bombendrohungen gegen Maschinen, die vom Flughafen Prag starteten und dort landeten, und erklärte, die Sicherheitsmaßnahmen hätten den Betrieb nur minimal beeinträchtigt. Auch ein Ryanair-Flug von Rom nach Lissabon gehörte zu den am Freitag registrierten neuen Drohungen.

Eine Gruppe, die jede Verbindung bestreitet

Die Drohschreiben an die Flughäfen Birmingham, Rom und Sofia waren von Personen unterzeichnet, die sich als Kämpfer von „Male State“ ausgaben, einer russischen Gruppe, die in manchen Fällen auch als „Male Legion“ bezeichnet wird. Ihr Gründer Vladislav Pozdniakov erklärte gegenüber Reportern via Telegram, die Organisation existiere seit 2021 schlicht nicht mehr – dem Jahr, in dem die russischen Behörden sie als extremistisch verboten. Wer unter dem Namen der Gruppe in EU-Ländern Provokationen inszeniere, tue dies aus persönlichem Nutzen und verwende einen Namen, der ihm nicht gehöre. Pozdniakov soll im Ausland leben; ein mit der Gruppe verbundenes Telegram-Konto verspottete die Darstellung, sie habe die E-Mails verschickt.

Die Gruppe wurde 2016 von Pozdniakov, einem Blogger und Coach, zunächst als Community im russischen sozialen Netzwerk VK gegründet. Mit der Zeit nahm sie teilweise politischen Charakter an und vertrat eine Ideologie aus Frauenfeindlichkeit und Nationalismus, gewann aber nie breite Unterstützung und wurde vor allem durch Online-Schikanekampagnen bekannt. Medienberichten zufolge setzte sie ihre Online-Aktivitäten nach dem Verbot von 2021 fort und wandelte sich in eine Gemeinschaft, die den russischen Angriff auf die Ukraine ab 2022 unterstützte.

Die erste E-Mail nach Rom

Die erste irreführende E-Mail, die in den Besitz der BBC gelangte, wurde am Donnerstag um 07:21 Uhr unter dem Betreff „Threat warning“ verschickt. Sie ging an mehrere Büros und Mitarbeiter von Aeroporti di Roma, dem Betreiber der römischen Flughäfen, sowie an Konten des Flughafens Fiumicino. Die Absenderadresse scheint mit staatlichen Gesundheitsdiensten in Bogotá, Kolumbien, verknüpft zu sein. Die Nachricht war in fehlerfreiem Italienisch verfasst und behauptete, Kämpfer von Male State hätten auf zwei ankommenden Flügen Sprengstoff platziert. Unklar ist, ob Flughäfen oder Fluggesellschaften in anderen Ländern dieselben oder ähnliche Nachrichten erhielten; mindestens eine der Warnungen vom Freitag scheint telefonisch statt per E-Mail eingegangen zu sein.

Der Verdacht richtet sich auf Russland

Manche richten ihren Verdacht auf Russland, weil die Vorfälle nahezu zeitgleich geschahen und Anzeichen von Koordination zeigen. Sie folgen zudem auf eine Reihe von Cyberangriffen und ungeklärten Drohnensichtungen nahe sensibler Einrichtungen in den vergangenen Monaten. In den letzten Tagen wurde von Fernstörungen bei Kühlgeräten in Supermärkten und bei einer Blutbank berichtet. An der Grenze zwischen Polen und Russland wurde ein verdächtiger Vorfall registriert, und im August traf ein Drohnenangriff den Flughafen Leipzig-Halle in Deutschland, den der deutsche Innenminister öffentlich Moskau anlastete. Behörden und Ermittler bringen hybride Angriffe in Europa in einigen Fällen mit Russland und gelegentlich mit dem Iran in Verbindung. Trotz fehlender direkter Beweise könnten die Vorfälle zu einer breiteren Grauzonen-Kampagne passen, die Schaden und Verunsicherung verursachen soll, ohne Verantwortung zu übernehmen; solche Operationen lösen in der Regel nicht Artikel 5 des NATO-Vertrags aus.

Evakuierungen in Irland und Lissabon

Am Freitag, 6. November, erreichten die Drohungen Irland, wo die Büros von RTE, Newstalk und der Irish-Independent-Gruppe in Dublin evakuiert wurden. Die Newstalk-Moderatorin Claire Byrne sagte ihren Hörern live, die Drohung sei ein Scherz gewesen, die Mitarbeiter könnten in das Gebäude im Zentrum Dublins zurückkehren. Die irische Regierung sprach von Anzeichen einer koordinierten Destabilisierungskampagne. Auch in Lissabon wurden ähnliche Ermittlungen eingeleitet. Die bislang überprüften Drohungen erwiesen sich als Fehlalarme, was jedoch nicht garantiert, dass eine spätere Drohung nicht echt sein wird. Bei keiner Überprüfung wurde bislang ein tatsächlicher Sprengsatz gefunden.

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