- Kurz vor 9 Uhr, 19. OktoberDroh-E-Mail erreicht Schulen in Nordirland
- Vormittag, 19. OktoberBildungsminister der nordirischen Regierung erklärt, die Drohung werde nicht als ernsthaft eingestuft
- Gegen 9.30 Uhr, 19. OktoberPersonal der Leith Primary in Edinburgh evakuiert
Die E-Mail und die Drohung
Rund 160 Schulen in Nordirland erhielten am Montag, 19. Oktober, eine E-Mail, in der behauptet wurde, in ihren Gebäuden befinde sich ein Sprengsatz. Der „Irish Independent“ berichtete, die Nachrichten seien kurz vor 9 Uhr eingegangen, während der „Telegraph“ die Zahl mit mehr als 150 Schulen angab. Der Polizeidienst von Nordirland (PSNI) erklärte, er habe an diesem Tag Meldungen über die E-Mail erhalten und arbeite mit den betroffenen Schulen zusammen.
„Aufgrund dieser E-Mail führt die Polizei dringende Ermittlungen durch und steht mit den betreffenden Schulen in Kontakt.“
Minister: Drohung nicht ernst zu nehmen
Nordirlands Bildungsminister Paul Givan sagte vor Journalisten, die E-Mail scheine von Islamisten zu stammen und habe damit gedroht, die Scharia im Land einzuführen. Er sagte, die Bildungsbehörde habe an diesem Morgen Notfallbesprechungen mit der Polizei abgehalten. Givan erklärte, die Empfehlung an die Schulen laute, die Drohung nicht als ernsthaft einzustufen, und er verurteile die Störung des Unterrichts der Schülerinnen und Schüler.
„Wir betrachten das nicht als ernsthafte Drohung, aber es ist dennoch äußerst störend und sehr belastend.“
Givan forderte die Schulen auf, sich mit ihren örtlichen Polizeidistrikten in Verbindung zu setzen, und sagte, es gebe keinen Grund für eine Schließung, sofern nicht an einer Schule ein konkreter Gegenstand identifiziert worden sei. Einige Schulen schlossen dennoch, andere blieben geöffnet und ließen sich vom PSNI beraten. Die Royal Belfast Academical Institution brachte ihre Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Feuerwehrübung ins Freie, bevor die Polizei mitteilte, der Unterricht könne fortgesetzt werden.
Evakuierungen und Reaktion der Eltern
Die St Colman's PS Lambeg evakuierte ihre Schülerinnen und Schüler und forderte die Eltern auf, ihre Kinder unverzüglich abzuholen, wobei sie versicherte, dass alle Kinder in Sicherheit seien. Die Bildungsbehörde erklärte, die Schulen sollten wachsam bleiben, sie habe die Polizei um Rat gebeten und werde sich von deren Antwort leiten lassen. Sie halte Schulleitungen und Personal auf dem Laufenden.
Schottland und Edinburgh
Die schottische Polizei erklärte, sie sei über Nachrichten an eine Reihe von Schulen in Schottland informiert und untersuche sie als Falschmeldung. In Edinburgh wurden Schulen, die an diesem Tag Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte abhielten, nach den Nachrichten evakuiert. Die Leith Primary gehörte zu den betroffenen Schulen. Eine Grundschullehrerin, die nicht genannt werden wollte, sagte, das Personal sei gegen 9.30 Uhr aus der Schule evakuiert worden, nachdem die Schulleitung mitgeteilt habe, eine E-Mail habe behauptet, in dem Gebäude sei eine Bombe platziert worden. Anschließend sei dem Personal gesagt worden, für den Rest des Tages von zu Hause aus zu arbeiten.
Eine frühere Drohung und die Haltung der Polizei
Eine ähnliche E-Mail war im Mai an Schulen und Unternehmen im Gebiet des County Antrim geschickt worden, wobei die Orte Randalstown und Antrim im Zentrum standen. Die Polizei verstärkte damals die Streifen, hielt die E-Mail aber nicht für eine glaubwürdige Drohung, sondern beschrieb sie als gezielten Versuch, erhebliche Störungen des Alltags zu verursachen. Jonathan Craig, DUP-Ratsherr für Lisburn North, sagte, die Drohungen seien falsch. Der PSNI kündigte an, zu gegebener Zeit ein Update zu geben.