Wirtschaft · Macon, Ingolstadt und Washington

Audi plant erstes US-Werk in Georgia – laut Berichten im Gegenzug für Zollnachlässe

Audi plant sein erstes US-Werk bei Macon im Bundesstaat Georgia mit einer Kapazität von bis zu 200.000 Fahrzeugen pro Jahr und 4.500 Arbeitsplätzen. Eingeweihte Kreise berichten, Washington habe im Gegenzug niedrigere Einfuhrzölle angeboten, doch dem Aufsichtsrat liegen noch keine verbindlichen Unterlagen vor.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von DIE WELT, Handelsblatt, Deutsche Welle und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Macon, Ingolstadt, Washington, Wolfsburg · Vereinigte Staaten, Deutschland
Wie es dazu kam
  1. 24.10.Trump kündigt das geplante Audi-Werk bei einer Wahlkampfveranstaltung in Georgia an
  2. 28.10.Mercedes-Benz-Chef sagt, eine Zollgutschrift-Regelung existiere in ihrer jetzigen Form noch nicht
  3. 30.10.Der Audi-Aufsichtsrat hält in Ingolstadt eine Sondersitzung ab
  4. Anfang November 2026Zwischenwahlen in den USA, für die Republikaner voraussichtlich hart umkämpft

Das geplante Werk

Audi plant sein erstes US-Werk bei Macon in Georgia – ein Projekt, das Donald Trump am Samstag, 24. Oktober, bei einer Wahlkampfveranstaltung der Republikaner in dem Bundesstaat angekündigt hat. Die genannten Investitionssummen unterscheiden sich je nach Medium: Die Deutsche Welle nennt 3,6 Milliarden Euro, das Handelsblatt etwa 4 Milliarden Euro, Spiegel Online zitiert 4,2 Milliarden Dollar. Das Werk soll bis zu 200.000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren und 4.500 Arbeitsplätze schaffen. Der Baubeginn ist für Anfang nächsten Jahres geplant, die ersten Fahrzeuge sollen Anfang der 2030er Jahre vom Band laufen. Gebaut werden sollen Premium-SUVs für den US-Markt.

Zollnachlass im Gegenzug

Zwei mit der Sache vertraute Personen sagten Reuters, Washington habe Audi im Gegenzug für das Werk niedrigere Zölle angeboten, wobei ein effektiver Satz von 10 Prozent erwartet wird. Auf Einfuhren aus Europa werden derzeit 15 Prozent Zoll fällig. Ein Eingeweihter sagte, Audi habe eine Halbierung auf 7,5 Prozent gefordert, die US-Regierung habe jedoch auf einem zweistelligen Satz beharrt. Unklar bleibt, ob ein niedrigerer Satz für alle eingeführten Fahrzeuge oder nur für Autos aus Europa gelten würde und wann er in Kraft treten soll. Das Wall Street Journal, das zuerst über die Pläne berichtete, schrieb, Audi importiere alle in den USA verkauften Fahrzeuge aus Mexiko und Europa und habe im vergangenen Jahr mehr als eine Milliarde Dollar an Zöllen gezahlt. Eingeweihten zufolge bereitet das US-Handelsministerium ein Programm für Unternehmen vor, die in die US-Produktion investieren; die Details würden noch diskutiert. Teilnehmer müssten sich verpflichten, den Werksbau vor Ende nächsten Jahres zu beginnen, und auch anderen Autoherstellern könnten ähnliche Bedingungen angeboten werden.

Berichtete Zollsätze für Autoimporte aus Europa%
Aktueller Satz für europäische Einfuhren
15 %
Erwarteter effektiver Satz laut Eingeweihten
10 %
Von Audi geforderter Satz laut einem Eingeweihten
7.5 %

Daten aus dem Artikeltext

Kritik im Volkswagen-Konzern

Eingeweihten zufolge warnte Daniela Cavallo, Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, das Präsidium des VW-Aufsichtsrats vor dem Auftritt und bezeichnete die Kritik als so scharf wie nur möglich. Gernot Döllner und Produktionsvorstand Gerd Walker reisten laut einem internen Schreiben an die Belegschaft nach Georgia, um die Verhandlungen voranzutreiben; darin schrieb Döllner, die Einladung, die Pläne gemeinsam mit Trump vorzustellen, sei allein im Interesse des Unternehmens angenommen worden. Das Manager Magazin berichtete, Döllner habe dem Präsidium das Vorhaben vor der Veranstaltung vorgestellt, aber laut Teilnehmern keine Zahlen oder Fakten genannt. Die Compliance-Regeln von Audi, die Döllner unterzeichnet hat, untersagen Auftritte mit Politikern drei Monate vor Wahlen. VW schaltete die Kommentarfunktion unter einem internen Intranet-Beitrag zu den US-Plänen ab und löschte dort bereits veröffentlichte Beiträge; zudem wurden Rücktrittsforderungen gegen Döllner laut.

Reaktionen in Deutschland und der Autoindustrie

IG-Metall-Chefin Christiane Benner nannte den Auftritt höchst peinlich und politisch inakzeptabel und sagte, Döllner habe eindeutig die eigenen Regeln des Unternehmens zur politischen Neutralität vor Wahlen gebrochen. Armin Laschet (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, verteidigte Döllner am Mittwoch, 28. Oktober, in der Münchner Runde im BR-Fernsehen.

„Das ist normaler Wettbewerb.“

Armin Laschet, CDU-Politiker

Laschet argumentierte, deutsche Autohersteller bauten häufig in der Nähe potenzieller Märkte, wie BMW und Mercedes es seit Langem täten, und erinnerte daran, dass Elon Musk ihm 2021 das Tesla-Werk Grünheide gezeigt habe. Der Unterschied liege in den Compliance-Regeln von Audi, und man hätte die Sache mit mehr Fingerspitzengefühl handhaben können. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies sagte, Döllner sei "Teil einer politischen Inszenierung" geworden. Die Grünen-Fraktionssprecherin Jamila Schäfer sagte, ein US-Werk könne die kriselnde deutsche Autoindustrie nicht retten, und forderte eine gemeinsame europäische Strategie.

Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius wurde bei der Vorlage der Neunmonatszahlen am Mittwoch, 28. Oktober, vom Handelsblatt auf Zollgutschriften angesprochen.

„Wenn eine Regelung in Arbeit ist, die mögliche Zollgutschriften für Investitionen und anderes schaffen könnte, wäre das eine gute Nachricht.“

Ola Källenius, Mercedes-Benz-Chef

Er ergänzte, was Mercedes aus seinem Washingtoner Büro höre, sei, dass eine solche Regelung in ihrer jetzigen Form noch nicht existiere. BMW und Mercedes könnten profitieren, wenn ein Grundsatz der Gleichbehandlung gelte, doch Källenius könne sich Regeln, die auf einzelne Unternehmen beschränkt sind, kaum vorstellen.

Wie es weitergeht

Der Aufsichtsrat von Audi hält laut Spiegel Online unter Berufung auf Unternehmenskreise am Freitag, 30. Oktober, in Ingolstadt eine Sondersitzung ab, auf deren Tagesordnung der Auftritt Döllners steht. Die Investition bedarf noch der Zustimmung des VW-Aufsichtsrats, und laut Tagesspiegel liegen dem Gremium keine Unterlagen vor, auf die eine Genehmigung gestützt werden könnte. Der Zolldeal beruht auf einer mündlichen Zusage der US-Seite, nichts davon ist schriftlich fixiert. Das Manager Magazin berichtete, Trump wolle ein Dekret unterzeichnen, das den Satz von 15 Prozent auf europäische Fahrzeuge und von 25 Prozent auf in Mexiko gebaute Fahrzeuge senkt, ohne dass Zahlen genannt wurden. Die Zwischenwahlen Anfang November dürften für die Republikaner hart umkämpft werden.

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