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Diplomatie·vor 3 Std.

Trump behauptet, Iran-Abkommen werde am Sonntag unterzeichnet – Teheran besteht auf Verzögerung

Widersprüchliche Aussagen aus Washington, Teheran und Islamabad schüren Unsicherheit über den Zeitpunkt eines wegweisenden US-Iran-Memorandums – möglicherweise nur wenige Stunden entfernt.

Widersprüchliche Signale

US-Präsident Donald Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social, die Unterzeichnung eines Memorandums mit dem Iran sei für Sonntag, den 14. Juni, angesetzt, und die Straße von Hormus werde unmittelbar danach wieder geöffnet. Seine Aussage wurde schnell von iranischen Beamten angefochten. Außenamtssprecher Esmail Baghaei sagte gegenüber Reportern, es sei keine Unterzeichnung innerhalb der nächsten 24 Stunden zu erwarten, fügte jedoch hinzu, ein Pakt in den kommenden Tagen sei nicht ausgeschlossen. „Wir müssen hinsichtlich des genauen Zeitpunkts der Unterzeichnung des Memorandums abwarten und uns in Acht nehmen“, so Baghaei.

Der pakistanische Außenminister Mohammad Ishaq Dar, der die Gespräche vermittelt hat, bestand darauf, dass am Sonntag eine Fernunterzeichnungszeremonie per Videolink geplant sei. Zuvor hatte Irans Spitzendiplomat Abbas Araghchi bestätigt, die Unterzeichnung werde „aus der Ferne“ erfolgen, was Spekulationen über einen persönlichen Gipfel in Genf ein Ende setzte. Doch der Iran dementierte Berichte, wonach Araghchi an diesem Wochenende zu technischen Gesprächen nach Pakistan reisen werde.

Inhalt und Modalitäten des Abkommens

Der gemeinsame Text des Memorandums, der bei den in Islamabad ausgerichteten Verhandlungen ausgearbeitet wurde, ist nicht veröffentlicht worden. Trumps Darstellung konzentriert sich auf eine sofortige, gebührenfreie Wiedereröffnung von Hormus, einem Nadelöhr für das globale Öl. Teherans Lesart des Entwurfs scheint erheblich abzuweichen, insbesondere bei den nuklearen Beschränkungen und der Reihenfolge der Sanktionsaufhebung. Die US-Regierung hofft, das Abkommen beim bevorstehenden G7-Gipfel in Évian als diplomatischen Erfolg präsentieren zu können, wo Trump am Dienstag mit Präsident Macron speisen wird.

Innerstaatlicher Druck und Proteste

In Teheran haben Oppositionsgruppen gegen ein Abkommen mit Washington protestiert. Die Ankündigung, dass die Beisetzung des früheren Obersten Führers Ali Chamenei vom 4. bis 9. Juli stattfinden wird, wurde unterdessen als Signal gedeutet, dass die Nachfolge seines Sohnes Modschtaba Chamenei voranschreitet und die Führung bereit ist, den Pakt abzuschließen.

Internationale Kontakte

Irans Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi traf sich mit den Botschaftern Russlands und Chinas in Teheran, um die wichtigsten Verbündeten des Landes über den Stand der Gespräche zu informieren. Die Schweiz könnte in der kommenden Woche hochrangige US-Iran-Treffen ausrichten, wobei der pakistanische Außenminister nach Genf reist, um den Weg zu bereiten.

Schlüsseldaten in der Saga des US-Iran-Memorandums
  1. Trump kündigt über Truth Social an, das Abkommen werde am nächsten Tag unterzeichnet.
  2. Erwartetes Unterzeichnungsdatum nach Trump und Pakistan; Iran widerspricht.
  3. Mögliche hochrangige US-Iran-Treffen in der Schweiz nächste Woche.
  4. Beisetzung des früheren Obersten Führers Ali Chamenei beginnt in Teheran.
Genf · Islamabad · Teheran

4 Quellen

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