Konflikte · Moskau
Russland setzt Telegram-Gründer Pavel Durov nach Anklage wegen Terrorismusförderung auf Terrorliste
Der Schritt folgt auf eine FSB-Ankündigung, dass Durov international zur Fahndung ausgeschrieben wurde, weil er angeblich ukrainischen Geheimdiensten erlaubt habe, die Messaging-App zur Rekrutierung von Russen für Sabotageakte zu nutzen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von newsORF.at, ANSA.it, Deutsche Welle und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Rosfinmonitoring hat Pavel Durov am 30. Juli 2026 in seine Liste der Terroristen und Extremisten aufgenommen, einen Tag nachdem der FSB ihn wegen Terrorismusförderung angeklagt hatte.
Der FSB sagt, Telegram habe es versäumt, den Leo Match Bot zu entfernen, den ukrainische Geheimdienste seit Juli 2025 zur Rekrutierung von mindestens 46 Russen im Alter von 12 bis 22 Jahren für Sabotageakte nutzen.
Durov sagte, die Einstufung sei eine Vergeltung für die Ablehnung von Forderungen nach Massenüberwachung und Zensur auf Telegram.
Rosfinmonitoring ordnete ein Einfrieren von Durovs Vermögenswerten und Transaktionen an; Anwälte warnten vor Risiken für Nutzer, die Zahlungen an Telegram leisten.
65 Millionen Russen nutzen Telegram täglich, darunter der Kreml und das Verteidigungsministerium, oft über VPNs, um Sperren zu umgehen.
- Februar 2026Russland eröffnet Strafverfahren gegen Durov
- 29.07.FSB klagt Durov wegen Terrorismusförderung an, erlässt internationalen Haftbefehl
- 30.07.Rosfinmonitoring setzt Durov auf Terrorliste
Einstufung als Terrorist
Die russische Finanzaufsichtsbehörde Rosfinmonitoring hat Telegram-Gründer Pavel Durov am 30. Juli 2026 in ihre Liste der „Terroristen und Extremisten“ aufgenommen. Die Eintragung, die ihm faktisch die Durchführung von Finanztransaktionen in Russland verbietet, erfolgte einen Tag, nachdem der Föderale Sicherheitsdienst (FSB) bekannt gegeben hatte, Durov wegen Terrorismusförderung angeklagt und einen internationalen Haftbefehl erlassen zu haben. Der FSB erklärte in einer von der Nachrichtenagentur Tass verbreiteten Mitteilung:
„Telegram-CEO P. Durov wurde im Rahmen einer laufenden strafrechtlichen Untersuchung angeklagt.“
Die Anklage und der Dating-Bot
Der FSB wirft Telegram vor, sich geweigert zu haben, einen Dating-Bot namens Leo Match Bot zu entfernen, den ukrainische Geheimdienste seit Juli 2025 nutzen, um junge Russen für Sabotageakte und Angriffe auf Sicherheitskräfte zu rekrutieren. Laut FSB gaben sich Agenten auf dem Bot als junge Frauen aus und setzten die Nutzer dann unter Druck, Polizisten anzugreifen sowie Energie- und Verkehrsinfrastruktur in Brand zu setzen. Die Behörden geben an, dass im Zusammenhang mit diesem Schema 46 russische Staatsbürger im Alter von 12 bis 22 Jahren in 16 Regionen festgenommen wurden. Seit 2022 wurden in Russland mehr als 153.000 Straftaten registriert, die angeblich über Telegram begangen wurden, und die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadzor hat über 150.000 Löschungsaufforderungen verschickt, die weitgehend ignoriert wurden, wie der deutsche Sender n-tv berichtet.
Durovs Reaktion
Der 41-jährige Durov wies die Vorwürfe auf seinem Telegram-Kanal zurück. Er sagte, Russland habe ihn zum Terroristen erklärt, „weil ich mich den Forderungen nach Massenüberwachung und Zensur auf Telegram widersetzt habe.“ Er fügte hinzu, russische Beamte hätten „offenbar vergessen, wer wen im Internet sperren kann.“ Der österreichische öffentlich-rechtliche Rundfunk ORF weist darauf hin, was die Eintragung in der Praxis bedeutet: Nach russischem Recht darf er keine Informationen mehr im Internet veröffentlichen. Kurz nach der FSB-Ankündigung postete der Telegram-Account auf X ein altes Foto von Durov, der den Mittelfinger zeigt. Durov hat Regierungen wiederholt dafür kritisiert, was er als Versuche bezeichnet, die Internetfreiheit einzuschränken, und er hat Moskau zuvor vorgeworfen, Vorwände zu erfinden, um den Zugang zu Telegram zu beschränken, um „das Recht auf Privatsphäre und Meinungsfreiheit zu unterdrücken.“
Rechtliche und finanzielle Folgen
Zwei staatliche Zeitungen berichteten Anfang dieses Jahres, dass die FSB-Ermittlungen behaupteten, Telegram sei zur Organisation des Anschlags auf das Crocus City Hall und des Mordes an Daria Dugina genutzt worden – Vorwürfe, die Durov zurückwies. Rosfinmonitoring erklärte, die Beschränkungen gegen Durov erstreckten sich nicht auf Telegram als juristische Person, aber Organisationen, die mit Geld oder Eigentum umgehen, müssten seine Vermögenswerte und Transaktionen einfrieren. Humanitäre Zahlungen, einschließlich für seinen eigenen Lebensunterhalt und den seiner Familie, sind erlaubt. Von der Wirtschaftszeitung Wedomosti und der Zeitung Kommersant zitierte russische Anwälte gaben widersprüchliche Einschätzungen zu den Risiken für Nutzer ab, die Telegram-Premium-Abonnements bezahlen oder auf der Plattform werben. Staatliche Nachrichtenagenturen berichteten, dass die Terrorismusanklage eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren vorsieht, mit der Möglichkeit einer Verlängerung auf lebenslange Haft. Der Verteidigungsanwalt Wladimir Scherebenkow sagte Tass, die Anschuldigung sei sehr schwerwiegend und könne bei erwiesener Schuld mit lebenslanger Haft bestraft werden.
Durovs Hintergrund und Aufenthaltsort
Der in St. Petersburg geborene Durov verließ Russland 2014 nach einem Konflikt mit den Behörden über sein früheres soziales Netzwerk VKontakte. Er besitzt französische und emiratische Pässe, und die Associated Press berichtet, dass er auch die Staatsbürgerschaft von St. Kitts und Nevis besitzt. Im August 2024 wurde er in Frankreich wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit der Verbreitung illegaler Inhalte auf Telegram festgenommen, nach viertägigem Verhör gegen eine Kaution von 5 Millionen Euro freigelassen und unter gerichtliche Aufsicht gestellt. Das Reiseverbot wurde später gelockert, und er ließ sich in Dubai nieder. Der Spiegel berichtete, dass Durov Ende Juli auf Telegram bekannt gab, dass er nach Georgien gereist sei.
Telegrams Rolle in Russland
Telegram bleibt eine der beliebtesten Messaging-Plattformen in Russland, mit 65 Millionen Russen, die es laut Durov im April noch täglich nutzen. Der Kreml und das Verteidigungsministerium nutzen den Dienst weiterhin täglich, trotz Beschränkungen, die im August 2025 begannen. Normale Russen greifen über virtuelle private Netzwerke (VPNs) auf die gesperrte App zu, von denen viele selbst routinemäßig blockiert werden. Ein russischer Beamter behauptete, die Verschlüsselung von Telegram sei kompromittiert worden, sodass ausländische Geheimdienste die Nachrichten russischer Soldaten lesen könnten – eine Behauptung, die das Unternehmen rundweg zurückwies und erklärte, es seien nie Verstöße gegen die Verschlüsselung von Telegram gefunden worden. Moskau hat eine staatlich unterstützte, unverschlüsselte Alternative namens Max beworben, die Durov als „für Überwachung und politische Zensur gebaut“ kritisiert hat.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- newsORF.atRussland setzt Telegram-Chef Durow auf Terrorliste
- ANSA.itDurov, 'per Mosca sono terrorista perché ho rifiutato le richieste di censura' - Europa
- Deutsche WelleПавла Дурова причислили в РФ к "террористам и экстремистам"
- RTBFLa Russie place le patron de Telegram Pavel Durov sur la liste des 'terroristes' - RTBF Actus
- Pavel Durov
- Gründer und CEO von Telegram, von Russland wegen Terrorismusförderung angeklagt
- Orte
- Moskau, Sankt Petersburg, Christchurch, Dubai, Paris
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