
Iran feuert ballistische Raketen auf US-Streitkräfte im Nahen Osten und beendet kurze Waffenruhe
Das US-Militär hat am Dienstag mehrere ballistische Raketen abgefangen, die von Iran auf amerikanische Streitkräfte abgefeuert wurden, und damit eine dreitägige Kampfpause beendet, die Hoffnungen auf Verhandlungen geweckt hatte.
Das US-Militär erklärte am Dienstag, es habe mehrere ballistische Raketen abgefangen, die von Irans Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) auf US-Streitkräfte im Nahen Osten abgefeuert wurden. Der Angriff, den das US-Zentralkommando als 'versuchten Überraschungsangriff' beschrieb, ereignete sich um 17:45 Uhr Eastern Time und beendete eine kurze Kampfpause, die am Wochenende begonnen hatte.
Der Angriff
Centcom erklärte, die IRGC hätten die Raketen vom Iran aus abgefeuert, alle Geschosse seien erfolgreich abgefangen worden. Das Kommando gab keinen genauen Zielort an, aber Axios berichtete unter Berufung auf einen US-Beamten, die Raketen seien auf einen US-Stützpunkt in Jordanien gerichtet gewesen. Die US-Streitkräfte blieben in höchster Alarmbereitschaft, fügte Centcom hinzu.
Diplomatischer Kontext
Der Raketenstart folgte auf eine dreitägige Kampfpause, in der keine Seite Angriffe durchgeführt hatte. US-Präsident Donald Trump hatte am Montag Optimismus geäußert und erklärt, es bestehe eine 'gute Chance' auf Fortschritte bei den Verhandlungen. Gegenüber Axios sagte er, es fänden 'sehr gute Gespräche' statt. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, widersprach Trumps Einschätzung jedoch und betonte, der Iran führe keine Verhandlungen mit den USA, obwohl Vermittler Botschaften übermitteln könnten.
Hintergrund des Krieges
Der Konflikt begann am 28. Februar, als die USA und Israel Angriffe auf den Iran starteten, woraufhin Teheran Vergeltung gegen Israel und Golfstaaten mit US-Stützpunkten übte. Die jüngste Eskalation Mitte Juli folgte auf iranische Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus, einer kritischen Wasserstraße für den globalen Öltransport. Der Iran versucht, Gebühren für die Durchfahrt nahe seiner Küste zu erheben, während die USA Schiffe auf einer südlichen Route schützen.
Netanjahus Weißes-Haus-Besuch
Stunden vor dem iranischen Angriff empfing Trump den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu zum ersten Mal seit Kriegsbeginn im Weißen Haus. Das Treffen wurde von Trumps Sprecherin Karoline Leavitt als 'positiv und produktiv' beschrieben. Netanjahu nannte das Gespräch eines seiner besten mit Trump. Der Besuch erfolgte vor dem Hintergrund gemeldeter Spannungen: Während Trump sich auf Diplomatie konzentriert hat, will Israel Berichten zufolge den Konflikt fortsetzen.
Regionale Dynamiken
Unterdessen erklärte Saudi-Arabien, es habe zum zweiten Mal in Folge Drohnen abgefangen, die vom Irak aus von iranisch unterstützten Milizen abgefeuert wurden. Das saudische Verteidigungsministerium machte 'terroristische Angriffe' von mit dem Iran verbundenen Gruppen für die Angriffe auf Ölanlagen verantwortlich. Der irakische Premierminister Ali al-Zaidi ordnete eine Untersuchung an. Die Dachorganisation der irakischen Milizen, der Islamische Widerstand im Irak, bestritt eine Beteiligung und deutete an, die Huthis seien verantwortlich. Die Huthis hatten zuvor Angriffe auf saudische Ölinfrastruktur beansprucht.
Militärische Bedenken
CNN berichtete, die Entscheidung der USA, die Angriffe einzustellen, könnte durch Bedenken über schwindende Munitionsbestände beeinflusst worden sein. Vizepräsident JD Vance und General Dan Caine äußerten laut von der New York Times zitierten informierten Quellen Bedenken über eine Eskalation und schwindende Bestände an Luftabwehrmunition wie Patriot-Raketen.


