Wirtschaft · Herzogenaurach
Adidas hebt Gewinnziel für 2026 auf 2,5 Milliarden Euro an – Europa schwächelt
Der Nettogewinn im dritten Quartal stieg um 53 Prozent auf 706 Millionen Euro, begünstigt durch eine US-Zollrückerstattung. Für 2026 erwartet Adidas nun einen operativen Gewinn von rund 2,5 Milliarden Euro. Europa, der Heimatmarkt, war die einzige Region mit rückläufigen Umsätzen.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von N-tv, Bayerischer Rundfunk, SWI swissinfo.ch und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der Nettogewinn im dritten Quartal erreichte 706 Millionen Euro statt der von Factset-Analysten erwarteten 574 Millionen Euro, begünstigt durch rund 200 Millionen Euro an US-Zollrückzahlungen.
Adidas peilt für 2026 nun rund 2,5 Milliarden Euro operativen Gewinn an statt 2,3 Milliarden; 100 Millionen Euro sind für mögliche Wertberichtigungen zurückgelegt.
Der Umsatz in Europa sank im dritten Quartal um 4 Prozent auf 2,24 Milliarden Euro, während Nordamerika um 12 Prozent und Greater China um 13 Prozent zulegten.
Adidas erwartet im vierten Quartal ein hohes einstelliges Wachstum in Europa, auch weil verspätete Lieferungen in diesen Zeitraum fallen.
Eine Zollrückerstattung stützt das Quartal
Adidas meldete am Donnerstag, 29. Oktober 2026, einen Nettogewinn von 706 Millionen Euro für das dritte Quartal, 53 Prozent mehr als im Vorjahr. Von Factset befragte Analysten hatten 574 Millionen Euro erwartet. Die Zahlen bestätigten vorläufige Ergebnisse, die rund eine Woche zuvor veröffentlicht worden waren: einen Umsatz von 7,25 Milliarden Euro (plus 9 Prozent) und ein operatives Ergebnis (Ebit) von 1,01 Milliarden Euro, 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Teil des Zuwachses stammte aus einer Rückerstattung von rund 200 Millionen Euro auf US-Zölle, nachdem ein Gericht die Abgaben für rechtswidrig erklärt hatte. Weitere 100 Millionen Euro kamen aus dem Verkauf von Waren mit geringeren Rabatten als geplant; die Bruttomarge erreichte 54,3 Prozent, 2,5 Punkte mehr als ein Jahr zuvor.
- Gemeldeter Nettogewinn
- 706 Millionen Euro
- Factset-Analystenschätzung
- 574 Millionen Euro
Daten aus dem Artikeltext
Prognose steigt – mit einer Rücklage
Für 2026 erwartet Adidas nun einen operativen Gewinn von rund 2,5 Milliarden Euro statt bislang 2,3 Milliarden sowie ein Umsatzwachstum von 9 bis 10 Prozent. Vorstandschef Björn Gulden sagte, 100 Millionen Euro seien für mögliche Wertberichtigungen zurückgelegt worden – etwa für unrentable Filialen, veraltete IT oder Stellenstreichungen; entschieden sei aber nichts. Der Umsatz stieg in den ersten drei Quartalen um 11 Prozent. Gulden sagte, das Unternehmen sei ziemlich stolz auf das Erreichte; die Adidas-Aktie legte um 3,6 Prozent auf 163,70 Euro zu. Gulden ergänzte, die Gruppe sei für beide kommenden Jahre gut aufgestellt.
„Wir sind für 2026 und auch für 2027 super gut aufgestellt.“
- Bisheriges Ziel
- 2.3 Milliarden Euro
- Angehobenes Ziel
- 2.5 Milliarden Euro
Daten aus dem Artikeltext
Europa ist der einzige schrumpfende Markt
Europa war im dritten Quartal die einzige Region mit rückläufigem Umsatz: minus 4 Prozent auf 2,24 Milliarden Euro auf währungsbereinigter Basis. Adidas erklärte, man habe Großhändler bewusst mit weniger Ware beliefert, um einen Rabattkampf im Freizeitschuhmarkt zu vermeiden; der Großhandelsumsatz stieg nur um 2 Prozent. Direktverkäufe über Onlinekanäle und eigene Läden wuchsen um 17 Prozent. In Teilen Europas verschoben sich Lieferungen zudem von September in den Oktober, weil auf ein neues Warenwirtschaftssystem umgestellt wurde. In Nordamerika stieg der Umsatz um 12 Prozent, in Greater China um 13 Prozent – dort hat Rivale Nike neun Quartale in Folge rückläufige Umsätze verzeichnet.
- Europa
- -4 %
- Nordamerika
- 12 %
- Greater China
- 13 %
Daten aus dem Artikeltext
Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen in Europa wieder Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich, auch weil verspätete Lieferungen in diesen Zeitraum fallen. Adidas formulierte es selbst so:
„Die zeitliche Verschiebung von Umsätzen und ein höherer Sell-in im Großhandel dürften im vierten Quartal zu einem hohen einstelligen Wachstum in Europa führen.“
Bekleidung trägt das Wachstum, Schuhe stagnieren
Der Umsatz mit Bekleidung stieg im dritten Quartal um 19 Prozent, Sportausrüstung legte um 14 Prozent zu. Alltagskleidung und Fußball – beflügelt von der WM im Juli – führten den Zuwachs an, während das Schuhgeschäft stagnierte. Das Unternehmen schrieb die neuen Bekleidungskollektionen, die weltweit stark nachgefragt würden, dem Wachstum im Lifestyle-Geschäft zu. Großhandel und Direktgeschäft entwickelten sich unterschiedlich, wobei die Direktkanäle schneller wuchsen als das Großhandelsgeschäft.
Das Rennen mit Nike
Gulden will Adidas zurück an die Spitze der Branche führen – eine Position, die Nike seit den späten 1980er Jahren innehat. Einen Zeitplan nannte er jedoch nicht und sagte, das Ziel gelte für die meisten Märkte, nicht aber für die Vereinigten Staaten, Nikes Heimatmarkt. Die jüngsten Quartalszahlen zeigen weiterhin eine Lücke von etwas mehr als drei Milliarden Euro zwischen beiden Unternehmen. Auch Nike erwartet im kommenden Jahr keine steigenden Umsätze. Gulden sagte, das Unternehmen gewinne Marktanteile von der Konkurrenz.
„Wir gewinnen Marktanteile von anderen Unternehmen.“
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Quellen und Kontext
- N-tvEnormer Zuwachs für Adidas: Nur der Heimatmarkt schwächelt
- Bayerischer RundfunkAdidas will wieder Branchenführer werden - nach fast 40 Jahren
- SWI swissinfo.chStarker Anstieg des Nettogewinns bei Adidas im dritten QuartalForte hausse du bénéfice net pour Adidas au troisième trimestre · Original auf Französisch
- RTE.ieAdidas erwartet Rückkehr zum Wachstum in Europa im vierten QuartalAdidas sees return to growth in Europe in fourth-quarter · Original auf Englisch
- Orte
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