Kurz gefasst
Adidas erwartet für 2026 nun einen operativen Gewinn von 2,5 Milliarden Euro statt rund 2,3 Milliarden Euro, wie aus der Mitteilung vom Dienstagabend, 20. Oktober 2026, hervorgeht.
Der operative Gewinn stieg um 37 Prozent auf 1,008 Milliarden Euro von 736 Millionen Euro im Vorjahr, der Umsatz wuchs um 9 Prozent auf 7,25 Milliarden Euro.
Rund 200 Millionen Euro stammten aus einer Rückerstattung von US-Importzöllen, die ein Gericht für rechtswidrig erklärt hatte, weitere 100 Millionen Euro aus geringeren Rabatten.
- 20.10.Adidas gibt am Dienstagabend nach Frankfurter Börsenschluss die angehobene Prognose für den operativen Gewinn 2026 bekannt
- 21.10.Die Aktie notiert laut Marktdaten mit Zeitstempel 11:55 Uhr 2,31 Prozent höher bei 161,75 Euro
- 29.10.Adidas will seine vollständigen Ergebnisse für die ersten neun Monate veröffentlichen
Prognose nach starkem dritten Quartal angehoben
Adidas erwartet für 2026 nun einen operativen Gewinn von 2,5 Milliarden Euro, nach zuvor rund 2,3 Milliarden Euro. Das Unternehmen gab die Änderung am Dienstagabend, 20. Oktober 2026, in einer außerplanmäßigen Mitteilung aus Herzogenaurach bekannt, nach Börsenschluss in Frankfurt. Die Mitteilung erfolgte vor dem vollständigen Ergebnisbericht, den Adidas am 29. Oktober veröffentlichen will. Adidas ist den Berichten zufolge der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt. Der Umsatz im dritten Quartal stieg um 9 Prozent auf 7,25 Milliarden Euro, währungsbereinigt um 7 Prozent. Der operative Gewinn kletterte um 37 Prozent auf 1,008 Milliarden Euro, nach 736 Millionen Euro im Vorjahr.
- Bisheriges Ziel (rund)
- 2300 Mio. €
- Angehobene Prognose
- 2500 Mio. €
Daten aus dem Artikeltext
Vorstandschef Björn Gulden nannte das Quartal in der Unternehmensmitteilung ein „großartiges Quartal“. Gulden fasste die Zahlen anschaulich zusammen:
„Wir haben den höchsten Umsatz erzielt, den wir je in einem Quartal hatten, 7,252 Milliarden Euro, und auch den höchsten operativen Gewinn, 1,008 Milliarden Euro.“
- Q3 2025 (Vorjahr)
- 736 Mio. €
- Q3 2026
- 1008 Mio. €
Daten aus dem Artikeltext
Was den Gewinn trieb
Rund 200 Millionen Euro stammten aus einer Rückerstattung von US-Importzöllen, die ein Gericht für rechtswidrig erklärt hatte. Weitere 100 Millionen Euro kamen aus dem Verkauf von Waren mit geringeren Rabatten als geplant, was ungünstige Wechselkursbewegungen mehr als ausglich. Im vierten Quartal will das Unternehmen rund 100 Millionen Euro mehr als geplant ausgeben und damit Aufwendungen für Posten wie IT-Infrastruktur und Logistik vorziehen, von denen es sich später höhere Gewinne verspricht. Der scheidende Finanzvorstand Harm Ohlmeyer hatte im August gesagt, eine US-Rückerstattung werde erwartet, doch Adidas hatte sie damals vorsorglich nicht in die Prognose aufgenommen. Adidas hält an seinem Ziel von 9 bis 10 Prozent währungsbereinigtem Umsatzwachstum für das Jahr fest.
Nachfrage nach Klassikern und regionale Umsätze
Seine Schuhe und Kleidung sind trotz schwachen Branchenumfelds gefragt. RTE berichtet, dass die Nachfrage nach Retro-Bekleidung und ein Schub durch die Fußball-Weltmeisterschaft dem Unternehmen in diesem Jahr geholfen haben, während es neue Styles auf den Markt bringt. Seine klassischen Designs aus den 1970er und 1980er Jahren, die es in vielen Varianten neu auflegt, sind zentral für diese Anziehungskraft. Das Unternehmen verfolgt zudem eine Regionalisierungsstrategie, die neue Kunden in China gewonnen hat. Gegenüber dem US-Rivalen Nike hat Adidas den Vorteil, dass Nike derzeit Waren mit Rabatten verkauft, Adidas aber nicht.
Aktie und Termine
Die Adidas-Aktie stieg bis 11:55 Uhr am Mittwoch, 21. Oktober, um 2,31 Prozent auf 161,75 Euro, nachdem sie am vorangegangenen Handelstag bei 158,10 Euro geschlossen hatte. Laut dem Marktbericht hatte die Aktie vor dieser Bewegung einige Zeit seitwärts gehandelt. Das Papier liegt weiterhin 14,33 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 188,80 Euro, sein 52-Wochen-Tief liegt bei 127,56 Euro. Der frei handelbare Anteil hatte zu diesem Zeitpunkt einen Wert von 27,68 Milliarden Euro. Adidas hat ein Gewicht von 1,31 Prozent im DAX und liegt damit auf Platz 27 der Indexmitglieder, während SAP, Siemens und Allianz das größte Gewicht haben. Das Unternehmen veröffentlicht am 29. Oktober seine vollständigen Ergebnisse für die ersten neun Monate.