Regierung · Berlin
Bundestag stimmt am 5. November über günstigere Führerscheinreform ab
Der Bundestag soll am Donnerstag, 5. November 2026, über den ersten Teil einer Reform abstimmen, die den deutschen Führerschein günstiger machen soll. Fahrlehrerverbände bezweifeln die versprochenen Einsparungen, der ADAC begrüßt den Plan.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von tagesschau.de, Berliner Zeitung, stern.de und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Der Bundestag stimmt am 5. November 2026 über den ersten Teil der Reform ab, mit dem das Fahrlehrergesetz und das Straßenverkehrsgesetz geändert werden. Der Verkehrsausschuss billigte den Entwurf am 4. November 2026 in geänderter Fassung, wobei CDU/CSU zustimmten.
Das Bundesverkehrsministerium beziffert die durchschnittlichen Kosten für einen Führerschein der Klasse B auf etwa 3.400 Euro. Minister Steffen Bilger nennt Einsparungen von mehreren hundert Euro und im besten Fall bis zu 1.000 Euro, der ADAC sieht bis zu ein Drittel weniger.
Die bisherige Vorgabe von zwölf 45-minütigen Sonderfahrten bei Nacht, auf Landstraßen und auf der Autobahn würde nicht mehr festgeschrieben. Die Fahrschulen würden die Stunden nach dem Können der Lernenden festlegen, der Theorieunterricht in Präsenz würde optional.
Kurt Bartels, stellvertretender Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, sagt, der Plan gehe zulasten der Verkehrssicherheit, und die Reform würde mehr Praxisstunden erfordern. Christian Hirte hält höhere Versicherungsprämien für denkbar.
- 4.11.Verkehrsausschuss billigt den Entwurf in geänderter Fassung
- 5.11.Bundestag soll über den ersten Teil der Reform abstimmen
- 1.07.Wesentliche Änderungen sollen in Kraft treten
Was der Bundestag entscheidet
Der Bundestag soll am Donnerstag, 5. November 2026, über den ersten Teil einer Reform abstimmen, die das Fahrenlernen günstiger und digitaler machen soll. Die Abstimmung betrifft Änderungen am Fahrlehrergesetz und am Straßenverkehrsgesetz. Der Verkehrsausschuss hat den Entwurf am Mittwoch, 4. November 2026, in geänderter Fassung gebilligt, mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD und gegen AfD, Grüne und Linke. Ein zweiter Teil, eine Verordnung des Ministeriums, benötigt ebenfalls die Zustimmung des Bundesrates; die wesentlichen Änderungen sollen nun zum 1. Juli 2027 in Kraft treten, später als ursprünglich mit Anfang 2027 geplant.
Kosten und Einsparungen
Laut Bundesverkehrsministerium kostet ein Führerschein der Klasse B im Schnitt etwa 3.400 Euro. Die Gebühren für die Theorie- und die praktische Prüfung bei TÜV oder DEKRA sind gesetzlich festgelegt, die Preise für Fahrstunden setzen die Fahrschulen selbst. Das Statistische Bundesamt meldete, dass die Kosten in jedem Jahr von 2021 bis 2024 schneller stiegen als die Verbraucherpreise, 2024 um 5,8 Prozent gegenüber 2,2 Prozent bei den Verbraucherpreisen insgesamt.
- Führerscheinkosten
- 5.8 % gegenüber Vorjahr
- Verbraucherpreise insgesamt
- 2.2 % gegenüber Vorjahr
Daten aus dem Artikeltext
Verkehrsminister Steffen Bilger sagte gegenüber Welt, Fahrschülerinnen und Fahrschüler könnten mehrere hundert Euro und im besten Fall bis zu 1.000 Euro sparen; er berief sich auf Prognosen von Branchenverbänden. Zugleich verwies er auf große regionale Unterschiede und darauf, dass manche mehr Fahrstunden brauchen als andere. Der ADAC rechnet unter optimalen Bedingungen mit einem Rückgang der Kosten um bis zu ein Drittel.
Was sich in Theorie und Praxis ändert
Der Theorieunterricht müsste nicht mehr in Präsenz stattfinden. Lernende könnten zu Hause per App lernen, hybrid in der Fahrschule oder wie bisher im Klassenraum. Vorschriften zu Raumgrößen und zur Reihenfolge der Unterrichtsinhalte würden gestrichen, der Fragenkatalog für die Theorieprüfung würde gekürzt. Jede Prüfungsfrage würde mit einem Punkt bewertet statt mit zwei bis fünf gewichteten Fehlerpunkten, sicherheitsrelevante Fragen müssten aber weiterhin richtig beantwortet werden. Die feste Vorgabe von zwölf 45-minütigen Sonderfahrten bei Nacht, auf Landstraßen und auf der Autobahn entfiele, die Fahrschulen würden die Stunden nach dem Können der Lernenden festlegen. Nach bestandener Theorieprüfung und mindestens sechs Fahrstunden könnten Lernende mit nahestehenden Personen auf öffentlichen Straßen üben. Diese Begleitpersonen bräuchten einen seit mindestens sieben Jahren gehaltenen Pkw-Führerschein und dürften höchstens einen Punkt in der Verkehrssünderkartei haben. Dass Eltern mit Lernenden üben, ist in Luxemburg und Österreich bereits erlaubt.
Widerstand der Fahrlehrer
Kurt Bartels, stellvertretender Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, kritisierte den Plan scharf.
„Das geht klar zulasten der Verkehrssicherheit.“
Bartels sagte, der Verband würde weniger Pflichtstunden in der Theorie akzeptieren, bestehe aber auf einem verbindlichen Präsenzanteil. Ohne diesen bräuchten Lernende, die Inhalte im digitalen Unterricht verpasst hätten, zusätzliche Praxisstunden, was die Einsparungen wieder aufhebe. Auch bezweifelt er, dass Fahrschulen bei den Raumkosten sparen, da viele langfristige Mietverträge hätten oder ihre Räume selbst besäßen. Grüne und Linke warnten, die Kosten könnten sich einfach auf mehr reguläre Fahrstunden oder höhere Versicherungsprämien verlagern; der Parlamentarische Staatssekretär Christian Hirte (CDU) hielt höhere Prämien für denkbar.
Unterstützung und nächste Schritte
Der ADAC begrüßt die Reform; eine Sprecherin sagte, sie biete die Chance, den Führerscheinerwerb flexibler und günstiger zu machen. Der Automobilclub beharrt zugleich darauf, dass Kostensenkungen nicht zulasten der Ausbildungsqualität und der Verkehrssicherheit gehen dürften. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Rehbaum sagte, die Höhe der Einsparungen hänge von den Ländern ab.
„Das Einsparpotenzial für 800.000 Fahrschülerinnen und Fahrschüler pro Jahr hängt stark davon ab, wie die Länder die nun im Bundesrat liegende Verordnung weiterentwickeln.“
Nach der Abstimmung im Bundestag brauchen das Gesetz und die begleitende Verordnung noch die Zustimmung des Bundesrates. Der geplante Start der wesentlichen Änderungen ist der 1. Juli 2027.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- tagesschau.deWie der Führerschein günstiger werden soll
- Berliner ZeitungFührerschein-Reform soll beschlossen werden: So sollen Fahrschüler künftig sparen
- stern.deWird die Fahrerlaubnis günstiger?
- Der Tagesspiegel"Auf Kosten der Verkehrssicherheit": Fahrlehrer kritisieren Führerscheinreform - ADAC widerspricht
- Steffen Bilger
- Bundesverkehrsminister (CDU), der mögliche Einsparungen von mehreren hundert Euro, im besten Fall bis zu 1.000 Euro, nennt
- Henning Rehbaum
- CDU-Bundestagsabgeordneter, der sagt, die Einsparungen hingen davon ab, wie die Länder die Verordnung ausgestalten
- Christian Hirte
- Parlamentarischer Staatssekretär (CDU), der höhere Versicherungsprämien für denkbar hält
- Orte
- Berlin, Deutschland
- Organisationen
- Deutscher Bundestag
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