Entdeckungen · L'Espluga de Francolí und Tarragona

Archäologen dokumentieren 280 altsteinzeitliche Gravuren in der Höhle Font Major in Katalonien

Forschende des Iphes-Cerca und der Universität Rovira i Virgili haben in einer Höhle bei Tarragona 280 grafische Motive dokumentiert, an denen Besucher mehr als sechs Jahrzehnte lang vorbeigingen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Antiquity veröffentlicht.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von ARTnews.com, vrtnws.be, Ziare.com und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

L'Espluga de Francolí, Tarragona · Spanien
Wie es dazu kam
  1. 1957Der Gemeinderat von Espluga de Francolí lässt den Eingang räumen, damit Besucher die Höhle betreten können
  2. 1993Die Höhle wird in ein Museum umgewandelt
  3. Oktober 2019Die Gravuren werden während einer archäologischen Kampagne von Iphes-Cerca identifiziert
  4. 5.11.Iphes gibt die in Antiquity veröffentlichte Studie bekannt

Eine Höhle, an der Besucher jahrzehntelang vorbeigingen

Die Cova de la Font Major in L'Espluga de Francolí bei Tarragona ist seit 1957 für Besucher geöffnet und wurde 1993 zu einer Touristenattraktion. Forschende des Instituts Iphes-Cerca und der Universität Rovira i Virgili (URV) haben in einer in der Fachzeitschrift Antiquity veröffentlichten Studie 280 grafische Motive an ihren Wänden dokumentiert, wie Iphes am Donnerstag, 5. November, mitteilte. Die Gravuren wurden erstmals im Oktober 2019 während einer archäologischen Kampagne identifiziert, kurz nachdem ein Hochwasser des Francolí die Region schwer getroffen hatte. Tausende Besucher seien mehr als sechs Jahrzehnte lang an den gravierten Flächen vorbeigegangen, und einige hätten ihre eigenen Namen und Daten darüber geritzt, so die Forschenden.

Was die Gravuren zeigen

Die Gravuren konzentrieren sich auf die Gatoneres de Cal Palletes, eine Gruppe von Gängen rund 250 Meter vom Höhleneingang entfernt. Die Figuren befinden sich vor allem an Wänden und Decken, insbesondere in weicheren und damit fragileren Gesteinspartien. Zum Bestand gehören 55 Tierfiguren, darunter Pferde, Hirsche, Boviden und Ziegenartige, außerdem ein Bär, dessen Ohren in Frontalperspektive gezeichnet sind – ein in der altsteinzeitlichen Kunst seltenes Motiv. Die Forschenden erfassten zudem geometrische Formen, parallele Linien und eine eigentümliche Komposition aus Hunderten schlaufenförmiger Einkerbungen. Josep Maria Vergès, Mitautor der Studie, beschrieb, wie die Gravuren so lange unerkannt bleiben konnten.

„Mehr als sechs Jahrzehnte lang gingen Tausende Besucher direkt vor den gravierten Flächen vorbei“

Josep Maria Vergès
In der Höhle identifizierte Gravuren und TierfigurenAnzahl
Identifizierte Gravuren
280 Anzahl
Tierfiguren
55 Anzahl

Daten aus dem Artikeltext

Warum die Kunst unbemerkt blieb

Vor dieser Entdeckung waren in ganz Katalonien nur zwei altsteinzeitliche Bilder dokumentiert, und die Forschenden hatten angenommen, die Konglomeratwände der Höhle seien für prähistorische Gravuren ungeeignet. Míriam Salas-Altès, die die Arbeiten mitleitet, führt die Verzögerung auf die Bedingungen in der Höhle zurück. Die Gravuren liegen in dunklen unterirdischen Gängen, in denen selbst eine Stirnlampe sie nicht immer leicht erkennen lässt. Graffiti bedecken viele der Wände, und manche Besucher haben über ältere Gravuren geritzt und damit einen Teil der ursprünglichen Kunst beschädigt oder verdeckt. Die Forschenden gehen davon aus, dass die ursprüngliche Zahl der Bilder wahrscheinlich höher lag als die heute identifizierten 280.

Alter und offene Fragen

Das genaue Alter der Gravuren ist weiterhin unklar. Die Angaben weichen voneinander ab: Ein Bericht nennt die Vermutung, ein Großteil der Kunst sei mehr als 19.000 Jahre alt, ein anderer spricht von mehr als 20.000 Jahren. Auch die Bedeutung der abstrakten Zeichen ist nach Angaben der von El Periódico zitierten Forschenden unbekannt. Die Arbeit in Antiquity wird als erste vollständige Analyse der 280 Gravuren vorgestellt, und ihre Autoren argumentieren, der Fund belege eine mediterrane Kunsttradition, die sich von der franko-kantabrischen unterscheide. Die Studie ordnet die Höhle an dritter Stelle der altsteinzeitlichen Kunststätten an der Mittelmeerseite der Iberischen Halbinsel ein, hinter Ardales und La Pileta in Andalusien.

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Quellen und Kontext

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