Abend-Brief, Sonntag, 25. Oktober

Von KI erstellter Text und synthetische Stimme. Wie dieser Text entsteht

Eine Ausgabe aus dem Archiv. Neueste Ausgabe

Abendausgabe

Satellitenbild: NASA

1Wahlen

Brasilien wählt in hauchdünner Präsidentschafts-Stichwahl

Neu

In Brasilien öffneten um 8.00 Uhr Brasília-Zeit die Wahllokale für eine Stichwahl, die sich zu einem statistischen Patt zugespitzt hat. Mehr als 158 Millionen Wähler können landesweit in mehr als 517.000 Wahlbezirken ihre Stimme abgeben, zudem wird in 186 Städten im Ausland gewählt. Das brasilianische Recht untersagt die Veröffentlichung von Nachwahlbefragungen, daher werden die ersten offiziellen Zahlen nach Schließung der Wahllokale ungewöhnlich großes Gewicht haben.

Umfragen zur Stichwahl in Brasilien% der gültigen Stimmen
  • Flávio Bolsonaro51
  • Luiz Inácio Lula da Silva49

Flávio Bolsonaro ging mit seinem Vorsprung aus der ersten Runde in die Stichwahl, nachdem er am 4. Oktober 47,03 % der gültigen Stimmen erhalten hatte, gegenüber 45,16 % für Luiz Inácio Lula da Silva, ein Abstand von 2.224.965 Stimmen. In am 24. Oktober veröffentlichten Umfragen von Datafolha und Quaest lag Flávio Bolsonaro bei 51 % der gültigen Stimmen und Luiz Inácio Lula da Silva bei 49 %, innerhalb einer Fehlermarge von zwei Prozentpunkten. Seit Brasilien 1989 das Zwei-Runden-System eingeführt hat, hat noch kein Kandidat, der in der ersten Runde Zweiter wurde, anschließend die Präsidentschaft gewonnen.

Der Wahlkampf verband Alltagssorgen mit einem erbitterten Streit um die Familie Bolsonaro. Jair Bolsonaro wurde 2025 wegen der Planung eines Putsches im Jahr 2022 verurteilt, und sein Sohn hat versprochen, ihn im Fall seiner Wahl freizulassen. Donald Trump nannte den Fall eine „Hexenjagd“ und verhängte Zölle im Zusammenhang mit dem Verfahren, während Luiz Inácio Lula da Silva Washington vorwarf, die Abstimmung beeinflussen zu wollen. Auch über sechs Gouverneursposten wird entschieden, und allein auf São Paulo entfallen 21,5 % der Wähler.

Als Nächstes: Erste offizielle Zahlen werden ab 17:00 Brasília-Zeit erwartet.

Nach Berichten von: il Giornale.it, BBC, rts.ch, europa press, ANSA.it, Rzeczpospolita

2Konflikte

Israelische Kräfte weiten Hebron-Einsatz nach Tod zweier Militärangehöriger aus

Fortsetzung von heute Morgen. Neu: Die Armee meldete Aktivitäten an mehr als 400 Orten und verhängte Arbeits- und Grenzübergangsverbote bis zum Wahltag.

Israelische Streitkräfte haben ihre Operationen im besetzten Westjordanland ausgeweitet, nachdem am Freitag bei einem Schussangriff nahe Hebron zwei israelische Soldaten getötet und drei weitere verletzt worden waren. Das israelische Militär erklärte, die beiden palästinensischen Schützen seien erschossen worden, in ihrem Auto seien Waffen gefunden worden, und die Armee sei später am Wochenende an mehr als 400 Orten vorgegangen. Es teilte mit, 40 Palästinenser festgenommen zu haben, denen es Verbindungen zur Hamas oder zum Palästinensischen Islamischen Dschihad zuschrieb.

2.231

Vertriebene in Hebron, von Haaretz unter Berufung auf den Bürgermeister gemeldet

Quelle: Neue Zürcher Zeitung

Die Vertreibung in Hebron steht nun politisch im Mittelpunkt der Operation. Das Büro des palästinensischen Ministerpräsidenten Mohammad Mustafa erklärte, mehr als 2.670 Palästinenser seien von israelischen Kräften vertrieben worden, die meisten von ihnen Frauen, Kinder und ältere Menschen. Andere Schätzungen reichten von etwa 1.500 bis 2.231, während Israel Katz, Israels Verteidigungsminister, sagte, etwa 2.000 Menschen seien angewiesen worden, das Viertel zu verlassen, in dem die Angreifer gelebt hätten. Israelische Behörden erklärten, mehrere abgerissene Gebäude seien illegal errichtet worden und hätten sich in Gebiet C befunden, dem Teil des Westjordanlands unter vollständiger israelischer Kontrolle.

Benjamin Netanjahu besuchte den Ort des Angriffs mit Mitgliedern seiner rechten Regierung und stellte die Reaktion in Zusammenhang mit der Wahlwoche in Israel. Er warnte, Feinde versuchten, Israelis vor der Abstimmung anzugreifen.

„Wir haben vor einigen Wochen vor Versuchen unserer Feinde gewarnt, uns, unseren Bürgern und unseren Soldaten im Vorfeld der Wahl Schaden zuzufügen.“

Benjamin Netanjahu

Das Militär untersagte palästinensischen Arbeitern außerdem von Sonntag bis Montag, zum Arbeiten in israelische Gemeinden einzureisen, und erklärte, alle Landübergänge zwischen Israel und dem Westjordanland würden am Dienstag während des gesamten Wahltags geschlossen. Das palästinensische Außenministerium forderte dringendes internationales Handeln, und ein palästinensischer Vizepräsident bezeichnete die Operation als kollektive Bestrafung.

Als Nächstes: Israel schließt am Dienstag, 27. Oktober, alle Landübergänge zwischen Israel und dem Westjordanland.

Nach Berichten von: Neue Zürcher Zeitung, ANSA.it, AP NEWS, europa press, POLITICO, Süddeutsche Zeitung

3Konflikte

Riad öffnet Flughafenterminals trotz Huthi-Drohungen wieder

Fortsetzung von heute Morgen. Neu: Zwei Terminals öffneten wieder, und saudische Kräfte meldeten neue Abfänge über der Provinz Riad.

Der King Khalid International Airport in Riad hat am 25. Oktober nach einer zweiwöchigen Schließung, die auf einen Marschflugkörperangriff auf ein Passagierterminal folgte, zwei Terminals wiedereröffnet. Terminal 1 fertigt Inlandsflüge ab und Terminal 2 internationale Flüge, wobei das internationale Terminal nur von saudischen Fluggesellschaften genutzt wird. Der Betrieb ausländischer Airlines bleibt ausgesetzt, und Riyadh Air hat Abflüge an den Flughafen al-Qassim im Zentrum des Königreichs verlegt.

Jemens Huthi-Militärsprecher Jahja Sari wiederholte am Tag vor der Wiedereröffnung, dass der Flughafen ein militärisches Ziel bleibe. Er warnte Fluggesellschaften, Flughafenpersonal und Reisende davor, den Ort aufzusuchen, und sagte, die Huthis würden ihre Operationen dort fortsetzen. Die Warnung richtete sich unmissverständlich an die saudische Regierung.

„Das saudische Regime wird die Folgen aller Operationen am Flughafen zu tragen haben.“

Jahja Sari

Der Sprecher der von Saudi-Arabien geführten Koalition, Turki al-Maliki, sagte, saudische Kräfte hätten am frühen 25. Oktober eine auf die Hauptstadt gerichtete ballistische Rakete abgefangen, dazu eine Drohne in der Region Riad und einen auf Chamis Muschait gerichteten Marschflugkörper. Eine spätere Mitteilung der Koalition bezifferte die Bilanz auf zwei Drohnen und eine ballistische Rakete, die gegen die Provinz Riad abgefeuert worden seien. Bewohner der Hauptstadt hörten drei Explosionen, und Warnmeldungen auf ihren Telefonen forderten sie auf, Schutz zu suchen.

Die Huthis erklärten, sie hätten sieben Angriffe auf saudisches Gebiet gestartet, und nannten den Flughafen Riad, Aramco-Anlagen in Yanbu, die Raffinerie Rabigh, Stationen der Ost-West-Pipeline, den King Fahd Airport in Dammam, den Flughafen Nadschran und den Luftwaffenstützpunkt Chamis Muschait. Der saudische Zivilschutz teilte mit, nach dem Abfangen seien Trümmerteile in den Regionen Mekka und Medina niedergegangen, während die Huthis bestritten, eine der beiden heiligen Städte ins Visier genommen zu haben.

Nach Berichten von: Al Jazeera Online, Notícias ao Minuto, RTP - Rádio Televisão Portuguesa, europa press, Süddeutsche Zeitung, The New York Times

4Regierung

Frankreich meldet Massenfestnahmen nach gewaltsamen Protesten

Neu

Das französische Innenministerium meldete 1.314 Festnahmen nach einem zweiten Protestwochenende gegen hohe Lebenshaltungskosten, wegen des Zustands der öffentlichen Dienste und zur Unterstützung von Gymnasiasten. Das Ministerium zählte am Samstag landesweit 410.000 Demonstrierende, nach 550.000 am vorangegangenen Wochenende, während die Gewerkschaft CGT die Beteiligung auf fast 800.000 bezifferte. In Paris zählte die Polizei 110.000 Teilnehmer des Protestzugs, die CGT sprach von 250.000.

Festnahmen bei Frankreich-ProtestenFestnahmen
  • 13:00135
  • Abend1000
  • Sonntagsbilanz1314

Der Pariser Demonstrationszug wurde aus dem Zentrum in Richtung der Außenbezirke verlegt, was Kritik hervorrief. Am Ende des Zuges setzte die Polizei nahe der Porte de Vincennes Tränengas und einen Wasserwerfer ein. Hélène Denéchère, eine Sprecherin der Pariser Polizeipräfektur, bestätigte die Plünderung eines Geschäfts und Schäden an einem Autohaus und sagte, am Schluss des Marsches hätten sich etwa 500 „Störer“ aufgehalten. Bis Sonntag meldete die Präfektur 142 Festnahmen in Paris, 126 der Betroffenen befanden sich in Polizeigewahrsam.

Innenminister Laurent Núñez sagte, rund 70.000 Polizisten und Gendarmen seien eingesetzt worden, 20 % mehr als am 17. Oktober. Die vorläufige landesweite Bilanz wies außerdem 75 Einsätze der Feuerwehr zur Brandbekämpfung und 24 geplünderte Geschäfte aus. Das Ministerium teilte mit, viele Ermittlungen seien bereits eingeleitet worden, nannte jedoch keine Zahl verletzter Demonstranten. Es bezeichnete die Nacht nach den Märschen als ruhig.

Zusammenstöße gab es auch in Marseille, Toulouse, Nizza, Tours, Lyon und Bordeaux. In Lyon versammelten sich trotz eines großräumigen polizeilichen Verbots etwa 10.000 Menschen, während die Polizei in Bordeaux Tränengas abfeuerte, nachdem Demonstranten Böller und Gegenstände geworfen hatten. In Orléans gab es einen großen Demonstrationszug ohne Zwischenfälle, wobei die Polizei 11.000 Menschen zählte und die Organisatoren 29.000.

Nach Berichten von: europa press, Stirile ProTV, N-tv, LesEchos.fr, Deutsche Welle, adevarul.ro

5Wirtschaft

Audi plant erstes US-Werk in Georgia

Fortsetzung von heute Morgen. Neu: Deutsche Kritik folgte auf Donald Trumps Ankündigung bei einer Kundgebung, während Audi einen späteren Bauzeitplan nannte.

Donald Trump kündigte bei einer Wahlkampfkundgebung in Perry im Bundesstaat Georgia an, Audi plane den Bau seines ersten Werks in den Vereinigten Staaten nahe Macon. Die deutsche Luxusmarke, die Volkswagen gehört, teilte mit, das Werk werde Premium-SUVs für Käufer in Nordamerika bauen und könne bis zu 200.000 Fahrzeuge im Jahr produzieren. Audi erklärte, die Investition werde etwa 4.500 Arbeitsplätze schaffen und sei Teil eines Plans, Amerika neben Europa und China zur dritten Säule seines Produktionsnetzwerks zu machen.

Trump führte die Entscheidung auf seine Zollpolitik zurück, und Gernot Döllner, Vorstandsvorsitzender von Audi, kam zu ihm auf die Bühne. Die Investitionssumme variiert je nach Bericht leicht, von mehr als 4 Milliarden Dollar bis zu 4,25 Milliarden Dollar. Auch der Zeitplan ist uneinheitlich. Trump sagte, der Bau werde im November 2026 beginnen, während es in Audis eigener Mitteilung heißt, der Bau beginne 2027 und die Produktion folge Anfang der 2030er Jahre. Ein US-Regierungsvertreter sagte, das Werk werde die SUV-Modelle Q7, Q8 und Q9 montieren.

„Stellen Sie sich das vor. 200.000 Autos pro Jahr. Das ist unglaublich.“

Donald Trump

Die Ankündigung erfolgte weniger als zehn Tage vor den Zwischenwahlen am 3. November, bei denen die Republikaner versuchen, knappe Mehrheiten im Kongress zu verteidigen. Sie sorgte auch in Deutschland für Unbehagen. Isabel Cademartori, eine SPD-Abgeordnete, kritisierte Audis Auftritt an der Seite Trumps als Wahlkampfhilfe für einen Autokraten und nannte ihn einen neuen Tiefpunkt für Volkswagen. Der Konzern hat die endgültige Entscheidung, die bei seinem Aufsichtsrat liegt, noch nicht getroffen.

Als Nächstes: Volkswagens Aufsichtsrat muss noch endgültig über das Werk entscheiden.

Nach Berichten von: ANSA.it, europa press, AP NEWS, N-tv, The Independent, pb.pl

6Sicherheit

Sturm Boelo kappt Strom, Baum tötet Mann

Neu

Ein 60 Jahre alter Mann ist nahe Castle Douglas in Dumfries während des Sturms Boelo von einem umstürzenden Baum erschlagen worden, teilte Police Scotland mit. Der Unfall ereignete sich am Sonntag gegen 10.30 Uhr in Mid Kelton, während für weite Teile Schottlands von Samstagabend bis Sonntagabend eine Windwarnung der zweithöchsten Stufe galt. Das Met Office hatte vor Lebensgefahr durch umherfliegende Trümmer, beschädigte Gebäude, Stromausfälle und Verkehrsbehinderungen gewarnt.

In Machrahanish in Argyll and Bute wurden Windgeschwindigkeiten von 85 Meilen pro Stunde gemessen, auf den Inneren Hebriden 82 Meilen pro Stunde, während in der Region Glasgow Böen von bis zu 62 Meilen pro Stunde gemessen wurden. Überschwemmungen betrafen Städte und Gemeinden im Westen, Wellen schlugen in Largs und Tarbert über die Ufermauern, und umgestürzte Bäume blockierten Fernstraßen in beide Richtungen. Die Scottish Environment Protection Agency hatte am Samstagnachmittag 17 Hochwasserwarnungen und 11 Hochwasserhinweise in Kraft.

Die schottische Regierung teilte mit, dass am Sonntag in Schottland noch immer 40.000 Menschen ohne Strom waren, nachdem 26.000 Haushalte wieder angeschlossen worden waren, und starker Wind verlangsamte die Reparaturen. Die Energy Networks Association erklärte, mehr als 82.000 Haushalte im Vereinigten Königreich seien ohne Strom, während nach den Stürmen Austen und Boelo 345.000 wieder versorgt worden seien. Enedis zählte in Frankreich am Mittag 59.000 Haushalte ohne Strom, vor allem in der Bretagne und der Normandie, und in Freiburg in Deutschland fiel bei 10.000 Haushalten der Strom aus.

Auch Verkehrsunternehmen strichen Verbindungen. Der Flughafen Schiphol annullierte mindestens 90 Flüge, Belfast International strich am Morgen etwa 15, und Fähren zwischen Belfast und Schottland sowie zwischen Belfast und England wurden eingestellt. Network Rail Scotland meldete umgestürzte Bäume, beschädigte Stromleitungen und Überschwemmungen, während der Resilience Room der schottischen Regierung unter Regierungschef John Swinney zusammentrat und warnte, dass zu Wochenbeginn erneut widriges Wetter auftreten könnte.

Als Nächstes: Verkehrsstörungen dürften bis Montag, 26. Oktober, andauern.

Nach Berichten von: The Scotsman, rts.ch, BBC, Evening Standard, rmf24.pl, Rzeczpospolita

Was ansteht

Aus dieser Ausgabe

  • 1

    Erste offizielle Zahlen werden ab 17:00 Brasília-Zeit erwartet.

  • 2

    Israel schließt am Dienstag, 27. Oktober, alle Landübergänge zwischen Israel und dem Westjordanland.

  • 5

    Volkswagens Aufsichtsrat muss noch endgültig über das Werk entscheiden.

  • 6

    Verkehrsstörungen dürften bis Montag, 26. Oktober, andauern.

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