Trump zwingt Sender in einen Streit um Pressezugang
Fortsetzung von heute Morgen.
Donald Trump verschärfte seinen Konflikt mit dem Pressekorps des Weißen Hauses, indem er CNN, MSNOW und Politico die Akkreditierungen entzog; darauf reagierte der Fernsehpool mit einem seltenen Boykott. ABC, CBS, NBC und Fox News weigerten sich, für den Pool vorgesehene Termine des Präsidenten zu filmen, nachdem CNN von der turnusmäßigen Pool-Rotation ausgeschlossen worden war. Damit blieb die Helikopterzeremonie am Montag auf dem South Lawn ohne Fernsehton, und das Surren von Marine One wurde zum beredtesten Klang des Tages.
Die ausgeschlossenen Medien zogen vor ein Bundesgericht und argumentierten, die Regierung bestrafe sie wegen ihrer Standpunkte und verweigere ihnen ein rechtsstaatliches Verfahren. Richter Timothy Kelly setzte für Mittwoch eine Anhörung zu einer einstweiligen Verfügung an, vertrautes Terrain, da er bereits während der ersten Amtszeit des Präsidenten den Entzug eines Presseausweises durch die Trump-Regierung blockiert hatte. Das Weiße Haus sagt, die Reporter könnten weiterhin von außerhalb des Geländes über Ereignisse berichten, doch diese Antwort geht am praktischen Wert des Zugangs in einer Präsidentschaft vorbei, die auf Kameraperspektiven angelegt ist.
„Sie müssen niemanden hineinlassen, aber sobald sie es tun, können sie nicht auf Grundlage von Standpunkt oder Inhalt entscheiden, wer hineinkommt“
Die Regierung startete außerdem Trump TV, einen rund um die Uhr laufenden YouTube-Stream des Weißen Hauses, der offizielles Filmmaterial in Dauerschleife an mehr als 3 Mio. Abonnenten ausspielt, zunächst aber nur etwa 1.500 gleichzeitig zugeschaltete Zuschauer anzog. Damit wird die Strategie klarer: noch kein Massenpublikum, sondern Kontrolle über die Botschaft. Der Fall wird darüber entscheiden, ob die Regierung aus Zugang als öffentlicher Funktion einen Loyalitätstest machen kann.
Nach Berichten von: Bloomberg Business, The Wall Street Journal