Am Freitagnachmittag ist US-Vizepräsident JD Vance nach Islamabad aufgebrochen, um die amerikanische Delegation bei den für Samstag geplanten Verhandlungen mit dem Iran zu leiten. Die ohnehin fragile zweiwöchige Waffenruhe wird durch massive israelische Luftschläge im Libanon und eine iranische Seeblockade der Straße von Hormus belastet. Während Vance vorsichtigen Optimismus verbreitet, droht Präsident Donald Trump bei einem Scheitern der Gespräche mit einer massiven Ausweitung der Militäroperationen.

Vance in Islamabad

US-Vizepräsident JD Vance leitet die Delegation für die Friedensgespräche am 11. April, warnt jedoch vor Täuschungsversuchen.

Trumps Ultimatum

Präsident Trump kündigte die volle Aufrüstung von US-Kriegsschiffen an und droht mit einer massiven militärischen Reaktion bei einem Scheitern der Verhandlungen.

Iranische Vorbedingungen

Teheran fordert vor Verhandlungsbeginn einen Waffenstillstand im Libanon und die Freigabe von 6 Milliarden Euro an eingefrorenen Geldern.

Wirtschaftliche Gefahr

Die Blockade der Straße von Hormus gefährdet 20 % der weltweiten Energieimporte; der Weltbank-Präsident warnt vor globalen Konsequenzen.

Vizepräsident JD Vance ist am Freitag nach Islamabad gereist, um die Delegation der Vereinigten Staaten bei den für Samstag, den 11. April, angesetzten Friedensgesprächen mit dem Iran zu leiten. Dies geschieht vor dem Hintergrund deutlicher militärischer Drohungen von Präsident Donald Trump und Signalen aus Teheran, das Treffen aufgrund nicht erfüllter Vorbedingungen möglicherweise zu boykottieren. Die am Dienstag verkündete, fragile zweiwöchige Waffenruhe geriet zuletzt von zwei Seiten unter Druck: durch israelische Angriffe im Libanon mit über 300 Toten – darunter allein 250 Opfer an einem einzigen Tag am Mittwoch – sowie durch die nahezu vollständige Blockade der Straße von Hormus durch den Iran. Über diese Wasserstraße wird rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Erdgaslieferungen abgewickelt. Trump warf dem Iran auf seiner Plattform Truth Social vor Sonnenaufgang „ehrloses“ Verhalten in Bezug auf die Meerenge vor und warnte, dass die USA die Wiederaufnahme militärischer Operationen vorbereiten, sollten die Gespräche scheitern. Vance äußerte sich bei seinem Abflug laut Reportern vorsichtig optimistisch und erklärte, Washington freue sich sehr auf den Beginn der Verhandlungen, warnte Teheran jedoch gleichzeitig vor Täuschungsversuchen gegenüber der amerikanischen Seite.

Trump warnt vor „gewaltigstem Neustart der Welt“, falls Gespräche scheitern Trumps Äußerungen am Freitag gingen weit über diplomatischen Druck hinaus. In einem Interview mit der New York Post gab er an, dass US-Kriegsschiffe bereits mit Waffen für eine mögliche Wiederaufnahme der Feindseligkeiten neu bestückt würden. „Wir beladen die Schiffe mit der besten Munition und den besten Waffen, die je gebaut wurden – noch besser als jene, die wir zuvor eingesetzt haben, als wir sie in Stücke geschossen haben. Und wenn wir keine Einigung erzielen, werden wir sie sehr effektiv einsetzen.” — Donald Trump via New York Post via eldiario.es Auf Truth Social schrieb Trump in Großbuchstaben vom „GEWALTIGSTEN NEUSTART DER WELT!“ und betonte, der Iran habe außer der kurzfristigen Kontrolle über internationale Wasserwege „keine Trümpfe“ in der Hand. „Der einzige Grund, warum sie heute noch am Leben sind, ist die Verhandlung.” — Donald Trump via Truth Social via Deutsche Welle Bereits am Montag hatte der Präsident Konsequenzen angedeutet, die von Medien als Anspielung auf nukleare Optionen interpretiert wurden. Zudem warf Trump dem Iran vor, Transitgebühren von Öltankern in der Meeresstraße zu verlangen, was unvereinbar mit der vereinbarten Waffenruhe sei.

Iran setzt Vorbedingungen – Parlamentspräsident droht mit Abbruch Die iranische Haltung verschärfte sich am Freitag zusehends. Der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Baqer Qalibaf, erklärte öffentlich, Teheran werde nur teilnehmen, wenn zwei Bedingungen erfüllt seien: ein Waffenstillstand im Libanon bezüglich israelischer Operationen gegen die Hisbollah sowie die Freigabe von etwa 6 Milliarden Euro eingefrorenen iranischen Vermögens im Ausland. „Diese beiden Punkte müssen vor Beginn der Verhandlungen gelöst werden.” — Mohammad Baqer Qalibaf via 20 minutos Außenminister Abbas Araghchi, der als Chefunterhändler in Islamabad fungieren soll, betonte, es sei Washingtons Entscheidung, wenn man dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu erlaube, die Diplomatie zu „töten“. „Wir halten das für Dummheit, aber wir sind darauf vorbereitet.” — Abbas Araghchi via ABC Iranische Staatsmedien berichteten, israelische Angriffe auf Beirut seien nach Drohungen Teherans, die Gespräche abzubrechen, vorübergehend eingestellt worden, während Angriffe im Südlibanon am Freitag in geringerem Umfang andauerten. Laut La Razón fordert der Iran zudem das Recht auf Urananreicherung für zivile Zwecke, lehnt eine Reduzierung seiner Raketenkapazitäten ab und verlangt die sofortige Aufhebung aller Sanktionen – Positionen, die Washington zuvor als nicht verhandelbar bezeichnet hatte.

Die US-israelische Militärkampagne gegen den Iran, bekannt als Operation Epic Fury, begann am 28. Februar 2026 und tötete Ali Chamenei in den ersten Angriffen. Mojtaba Chamenei wurde am 9. März 2026 zum neuen Obersten Führer ernannt. Die zweiwöchige Waffenruhe, die Kern der aktuellen Bemühungen ist, wurde am Dienstag, den 7. April 2026, verkündet. Die iranische Blockade der Straße von Hormus besteht seit Beginn des Konflikts und ist aufgrund des hohen Anteils am globalen Energiehandel einer der bedeutendsten wirtschaftlichen Druckpunkte.

Pakistan setzt bescheidene Ziele – US-Geiseln als Verhandlungspunkt Die pakistanischen Behörden, die neben Ägypten als Vermittler auftreten, bezeichneten ihre Ziele für Islamabad gegenüber Al Jazeera als „realistisch, aber bescheiden“. Ziel sei es, eine minimale gemeinsame Basis zu finden, um den Dialogkanal offen zu halten. Die US-Delegation plant zudem, das Schicksal inhaftierter US-Bürger zur Sprache zu bringen; laut Washington Post werden mindestens sechs Personen unter ungeklärten Umständen in Teheran festgehalten. Kieran Ramsey von der NGO Global Reach erklärte, die Freilassung der Inhaftierten wäre für den Iran ein „einfacher und verlustfreier Ausweg aus den derzeitigen Feindseligkeiten“. Die iranische Agenda sieht hingegen die Formalisierung von Transitgebühren in der Straße von Hormus vor – eine Forderung, die internationalen Seerechtskonventionen widerspricht. Auch die Nuklearfrage belastet die Gespräche: Mahmoud Nabavian von der parlamentarischen Sicherheitskommission betonte, der Oberste Führer Mojtaba Chamenei halte an der Fatwa gegen Atomwaffen seines Vaters fest. Weltbank-Präsident Ajay Banga warnte am Freitag gegenüber Reuters vor den kaskadenartigen Auswirkungen des Konflikts auf die Weltwirtschaft, selbst wenn die Waffenruhe hielte.

20% (des globalen Ölhandels) — Anteil der weltweiten Kohlenwasserstoffe, die die Straße von Hormus passieren

Der Weg nach Islamabad: — ; — ; — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • JD Vance — 50. wiceprezydent Stanów Zjednoczonych
  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
  • Abbas Araghchi — minister spraw zagranicznych Iranu od sierpnia 2024 roku
  • Mohammad Baqer Ghalibaf — przewodniczący parlamentu Iranu od 2020 roku

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