Bundeskanzler Friedrich Merz und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj haben am 14. April 2026 weitreichende Verteidigungs- und Wirtschaftsabkommen unterzeichnet. Bei den ersten umfassenden Regierungskonsultationen seit über 20 Jahren standen die Produktion von Drohnen, die Lieferung von Patriot-Raketen sowie der Wiederaufbau im Fokus. Deutschland festigt damit seine Rolle als wichtigster europäischer Unterstützer Kiews.

Strategische Partnerschaft

Erstmals seit über 20 Jahren fanden umfassende bilaterale Regierungskonsultationen statt, die in einer neuen strategischen Allianz mündeten.

Massive Rüstungskooperation

Vereinbart wurden der Kauf hunderter Patriot-Raketen sowie ein Joint Venture zur Produktion tausender Drohnen.

Durchbruch bei EU-Finanzhilfe

Nach dem Machtwechsel in Ungarn wird die Freigabe eines 90 Milliarden Euro schweren EU-Kredits bis Mitte Mai erwartet.

Wiederaufbau und Reformen

Merz sieht im Wiederaufbau Chancen für die deutsche Industrie, mahnt jedoch weitere Reformen für einen EU-Beitritt an.

Bundeskanzler Friedrich Merz und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj haben am Dienstag, den 14. April 2026, in Berlin eine Reihe von Verteidigungs- und Wirtschaftsabkommen unterzeichnet. Damit begründeten sie im Rahmen der ersten umfassenden bilateralen Regierungskonsultationen seit über 20 Jahren eine formelle „Strategische Partnerschaft“. Das Treffen, an dem Kabinettsmitglieder beider Seiten teilnahmen, führte zu Vereinbarungen über Luftverteidigung, Drohnenproduktion, Langstreckenwaffen, Munition, wirtschaftlichen Wiederaufbau und Digitalisierung. Selenskyj traf unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen per Hubschrauber im Bundeskanzleramt ein; seine Identität wurde erst Minuten vor dem Ereignis öffentlich bestätigt. Im Foyer des Kanzleramts wurden vor der Unterzeichnungszeremonie sechs verschiedene Drohnen auf Podesten präsentiert – fast alle stammten aus bereits bestehenden deutsch-ukrainischen Gemeinschaftsunternehmen. Die Atmosphäre wurde als entspannt und eng beschrieben, Merz und Selenskyj begrüßten sich bei der Ankunft mit einer Umarmung.

„Deutschland ist unser Partner Nummer eins bei der Verteidigung der Ukraine.” — Volodymyr Zelenskyy via Reuters

„Keine Verteidigungsindustrie ist innovativer geworden als die der Ukraine. Durch unsere Unterstützung stärken wir sowohl die deutsche als auch die europäische Verteidigungsfähigkeit und unsere industrielle Basis.” — Friedrich Merz via Reuters

Deutschland und die Ukraine hatten vor dem Treffen am Dienstag seit mehr als zwei Jahrzehnten keine umfassenden bilateralen Regierungskonsultationen abgehalten. Russland hatte seine großangelegte Invasion der Ukraine im Februar 2022 begonnen, was eine beispiellose Mobilisierung westlicher militärischer und finanzieller Unterstützung auslöste. Deutschland hat sich seither zum größten europäischen Geber von Militärhilfe für Kiew entwickelt – eine Rolle, die weiter an Bedeutung gewann, nachdem die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump jegliche finanzielle Unterstützung für die Ukraine eingestellt hatten. Der anhaltende Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, der am 28. Februar 2026 begann, hat die westlichen diplomatischen Bemühungen zusätzlich erschwert und die US-Militärbestände belastet.

Hunderte Patriot-Raketen und Drohnen-Joint-Venture vereinbart Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius unterzeichnete mit dem ukrainischen Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov ein Abkommen über die Verteidigungskooperation. Kernstück ist die Zusage über den Kauf von mehreren hundert Patriot-Flugabwehrraketen des US-Herstellers Raytheon für die Ukraine sowie Startgeräte für IRIS-T-Systeme von Diehl Defence. Der Kauf der Patriot-Raketen erfolgt, obwohl die US-Armee ihre eigenen Bestände aufgrund des Munitionsbedarfs im Krieg mit dem Iran erheblich reduziert hat. Das deutsche Verteidigungsministerium gab zudem bekannt, dass ein Gemeinschaftsunternehmen zur Lieferung tausender Drohnen an das ukrainische Militär gegründet werde, das auf der bereits bestehenden Zusammenarbeit deutscher und ukrainischer Firmen aufbaut. Berlin erklärte sich zudem bereit, mehrere hundert Millionen Euro zur Finanzierung sogenannter „Deep Strike“-Fähigkeiten bereitzustellen. Selenskyj erklärte, dass Teams beider Länder noch an den Details des Drohnen-Abkommens arbeiteten, zeigte sich jedoch zuversichtlich hinsichtlich des Umfangs.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir eines der größten – wenn nicht das größte – Abkommen dieser Art zumindest in Europa haben werden.” — Volodymyr Zelenskyy via Reuters

55 (Milliarden Euro) — Gelieferte deutsche Militärhilfe für die Ukraine seit 2022

11.5 (Milliarden Euro) — Im aktuellen Haushalt vorgesehene deutsche Militärhilfe

Gesamtlieferungen seit 2022: 55, Aktuelle Haushaltsplanung: 11,5

Machtwechsel in Budapest macht Weg für EU-Kredit frei Der politische Hintergrund der Konsultationen änderte sich maßgeblich nach der Absetzung des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán am Sonntag, den 12. April 2026. Orbáns Regierung war das einzige EU-Mitglied, das die Auszahlung eines Kredits über 90 Milliarden Euro blockiert hatte, der es der Ukraine ermöglichen soll, neue Waffensysteme zu beschaffen. Aus Kreisen der deutschen Delegation hieß es, der Regierungswechsel in Budapest solle eine Auszahlung bis Mitte Mai ermöglichen. Merz bezeichnete den Wechsel in Budapest als „durchweg sehr positiv“, während Selenskyj vom „Sieg des Lichts über die Dunkelheit“ sprach. Merz sicherte zudem zu, sich für eine schnellstmögliche Freigabe des EU-Kredits einzusetzen. Die USA, die unter Präsident Trump bereits die finanzielle Hilfe eingestellt hatten, sind seit Beginn des Iran-Krieges auch diplomatisch weniger präsent, sodass die europäischen Partner die Hauptlast der militärischen und politischen Unterstützung Kiews tragen.

90 (Milliarden Euro) — EU-Kredit für Ukraine, bis zur Absetzung Orbáns blockiert

EU-Mitgliedschaft, Kultur und Digitalisierung auf der Agenda Neben der Verteidigung unterzeichneten beide Regierungen eine Absichtserklärung zum wirtschaftlichen Wiederaufbau; für Deutschland unterschrieb Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan, für die Ukraine Wirtschaftsminister Oleksii Sobolev. Merz bezeichnete den Wiederaufbau der Ukraine als „enorme wirtschaftliche Chance“ für deutsche Unternehmen; eine engere Kooperation ist in den Bereichen Landwirtschaft, Energiesicherheit, Wasserstoff und kritische Rohstoffe geplant. Zudem einigten sich beide Seiten auf ein Deutsch-Ukrainisches Kulturjahr 2027–2028 und kündigten ein Netzwerktreffen der über 260 Städtepartnerschaften an – eine Zahl, die sich seit Kriegsbeginn verdreifacht hat. Deutschland zeigte zudem Interesse, von den ukrainischen Erfahrungen bei der Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen zu lernen. Zur Frage einer ukrainischen EU-Mitgliedschaft erkannte Merz den Wunsch Selenskyjs nach Beschleunigung an, sprach jedoch von einer „längeren Perspektive“ und verwies auf die Notwendigkeit stärkerer Reformen, insbesondere bei der Korruptionsbekämpfung und Rechtsstaatlichkeit. Außenminister Johann Wadephul hatte die Ukraine zuvor als „oberste außenpolitische Priorität“ Deutschlands bezeichnet, wenngleich Analysten anmerken, dass der Iran-Krieg die Kapazitäten Berlins zunehmend beansprucht.

Meilensteine der deutsch-ukrainischen Beziehungen 2022–2026: — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Friedrich Merz — 10. Kanclerz Federalny Republiki Federalnej Niemiec od 6 maja 2025 roku
  • Volodymyr Zelenskyy — 6. Prezydent Ukrainy sprawujący urząd od 2019 roku
  • Boris Pistorius — Federalny Minister Obrony w gabinecie Merza od maja 2025 roku
  • Mykhailo Fedorov — Minister Obrony Ukrainy od 14 stycznia 2026 roku
  • Johann Wadephul — Federalny Minister Spraw Zagranicznych w gabinecie Merza od 6 maja 2025 roku
  • Reem Alabali-Radovan — Niemiecka minister ds. rozwoju
  • Oleksii Sobolev — Ukraiński minister gospodarki
  • Viktor Orbán — Były premier Węgier, odsunięty od władzy 12 kwietnia 2026 roku
  • Donald Trump — 47. Prezydent Stanów Zjednoczonych od stycznia 2025 roku

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