In einem Telefoninterview mit der italienischen Zeitung Corriere della Sera hat US-Präsident Donald Trump überraschend scharfe Kritik an Ministerpräsidentin Giorgia Meloni geübt. Er warf ihr mangelnde Unterstützung bei US-Einsätzen im Nahen Osten und in der Atompolitik vor. Damit endet die bisher ungewöhnlich enge Zusammenarbeit zwischen Washington und Rom.
Bruch zwischen Trump und Meloni
Nach einer Phase enger Kooperation greift US-Präsident Trump die italienische Regierungschefin frontal an und bezeichnet sie als 'inakzeptabel'.
Streitpunkt Iran und Sicherheit
Trump wirft Italien vor, sich nicht an der Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen und in der Atompolitik eigene Wege zu gehen.
Solidarität in Italien
Sowohl die Regierung als auch die linke Opposition weisen die verbalen Angriffe aus den USA zurück und verteidigen Melonis Position zum Papst.
US-Präsident Donald Trump hat die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in einem Telefoninterview mit der Tageszeitung Corriere della Sera am Dienstag öffentlich angegriffen. Trump gab an, er sei „schockiert“ über ihr Verhalten und habe sich darin geirrt, sie für mutig zu halten. Dies markiert den bisher deutlichsten Bruch zwischen zwei Regierungschefs, die zuvor eine der engsten bilateralen Beziehungen innerhalb des westlichen Bündnisses gepflegt hatten. Trump warf Meloni vor, die US-Bemühungen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus, die von iranischen Streitkräften blockiert wird, nicht zu unterstützen und Washington bei der nuklearen Abrüstung die Gefolgschaft zu verweigern. Auslöser der Konfrontation war Melonis Verurteilung von Trumps Kritik am Papst Leo XIV. vom vergangenen Wochenende, die sie als „inakzeptabel“ bezeichnet hatte. Trump reagierte, indem er dieses Wort gegen Meloni selbst wendete.
„Ich bin schockiert über sie. Ich dachte, sie hätte Mut. Ich habe mich geirrt.” — Donald Trump via Corriere della Sera
„Sie ist diejenige, die inakzeptabel ist, weil es ihr egal ist, ob der Iran eine Atomwaffe besitzt, die Italien in zwei Minuten in die Luft jagen würde, wenn er die Chance dazu hätte.” — Donald Trump via Corriere della Sera
Meloni war das einzige Regierungsoberhaupt eines großen EU-Staates, das im Januar 2025 an Trumps Amtseinführung teilgenommen hatte – eine Geste, die das damals ungewöhnlich herzliche persönliche Verhältnis unterstrich. Noch einen Monat vor dem Interview am Dienstag hatte Trump gegenüber dem Corriere della Sera erklärt, Meloni sei eine „großartige Anführerin“, die „immer versucht zu helfen“. Der aktuelle Streit eskaliert vor dem Hintergrund des andauernden Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran, der am 28. Februar 2026 begann und die weltweiten Energiepreise in die Höhe getrieben hat. Italien ist aufgrund seiner starken Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten besonders betroffen.
Papst Leo XIV. im Zentrum des Zerwürfnisses Der unmittelbare Auslöser für den Bruch war Melonis öffentliche Verteidigung von Papst Leo XIV., nachdem Trump den Pontifex wegen dessen Haltung zum Iran-Krieg angegriffen hatte. Meloni bezeichnete Trumps Kritik als „inakzeptabel“. Trump argumentierte im Interview, dass Friedensappelle der iranischen Führung zugutekämen und der Papst den Konflikt grundlegend missverstehe. Er behauptete zudem, dass im vergangenen Monat 42.000 Demonstranten von iranischen Behörden getötet worden seien – eine Zahl, mit der er belegen wollte, dass der Papst „keine Ahnung“ von den Vorgängen im Iran habe. Trump gab weiter an, dass Meloni seit längerer Zeit keinen telefonischen Kontakt mehr zu ihm gesucht habe, da sie den USA weder bei der NATO noch bei der Beseitigung von Atomwaffen helfen wolle. Italien wolle bei der Sicherung der Straße von Hormus die USA „die Arbeit machen lassen“, obwohl das Land die „höchsten Energiekosten der Welt“ zahle, aber „nicht einmal bereit zum Kampf“ für den Erhalt der Versorgungslinien sei.
Italienische Opposition solidarisiert sich mit Meloni Die Angriffe führten in Rom zu einer seltenen überparteilichen Solidarisierung. Elly Schlein, die Vorsitzende der oppositionellen Partito Democratico, verurteilte Trumps Äußerungen scharf. Trotz der politischen Rivalität betonte Schlein in der Abgeordnetenkammer, dass die italienischen Bürger „Angriffe oder Drohungen gegen die Regierung und unser Land“ nicht akzeptieren würden. Auch Außenminister Antonio Tajani widersprach Trump auf der Plattform X und bezeichnete Meloni als eine Frau, „die niemals davor zurückschreckt, ihre Meinung zu sagen“. Ihre Worte über Papst Leo XIV. entsprächen dem, was „wir alle als italienische Bürger denken“. Tajani betonte, dass Einigkeit im Westen auf „gegenseitiger Loyalität, Respekt und Offenheit“ beruhen müsse. Das Weiße Haus und Melonis Büro lehnten laut Reuters eine offizielle Stellungnahme zu den Zitaten ab.
Verhältnis zu Trump wird für Meloni zur politischen Belastung Der öffentliche Bruch hat für Meloni erhebliche innenpolitische Konsequenzen, da ihre Nähe zu Trump bereits zuvor kritisiert wurde. Laut Reuters haben inzwischen 66 (Prozent) — 66 Prozent der Italiener eine negative Meinung über Trump. Meinungsforscher vermuten, dass die Verbindung zum Weißen Haus auch zu Melonis Niederlage in einem jüngsten Referendum zur Justizreform beigetragen haben könnte. Trump deutete die veränderte Dynamik ebenfalls an: „Sie ist nicht mehr dieselbe Person, und Italien wird nicht mehr dasselbe Land sein.“ Der Vorfall folgt einem bekannten Muster: Trump geriet bereits öffentlich mit Emmanuel Macron, Keir Starmer und Pedro Sánchez über Themen wie die Ukraine, Gaza, Handelszölle und Grönland in Streit. Dass nun auch Meloni Ziel seiner Kritik wird, markiert eine deutliche Verschärfung im Ton Washingtons gegenüber seinen europäischen Verbündeten.
Beziehung Trump-Meloni: Schlüsselmomente: — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Giorgia Meloni — Przewodnicząca Rady Ministrów Republiki Włoskiej
- Pope Leo XIV — Głowa Kościoła Katolickiego i suweren Państwa Watykańskiego
- Elly Schlein — Liderka opozycyjnej Partii Demokratycznej (PD)
- Viktor Orbán — Były premier Węgier
Sources: 46 articles
- Una gran botta di c*, occhio a non esagerare Meloni e Trump: quindi, oggi... (il Giornale.it)
- La nueva guerra de Trump es contra su aliada europea: estalla contra Meloni por su defensa al papa y el 'no' por Irán (LaSexta)
- Trump a ruota libera al Corriere della Sera: "Scioccato da Giorgia Meloni" (Rai news)
- Trump bezeichnet Meloni als "inakzeptabel" (tagesschau.de)
- Trump attacca Meloni: 'Sono scioccato, su di lei mi sbagliavo' - Notizie - Ansa.it (ANSA.it)
- Trump o critică pe Giorgia Meloni: Ea e inacceptabilă. Credeam că are curaj, m-am înșelat (Mediafax.ro)
- Guerra en Irán: FMI recorta previsiones de crecimiento (Deutsche Welle)
- Trump accuses ally Meloni of lacking courage for not joining attacks on Iran (The Guardian)
- Trump: "Scioccato da Meloni, non vuole aiutarci nella guerra" (Tgcom24)
- Trump diz-se "chocado" com Meloni: "Pensei que ela tinha coragem, mas estava enganado" (TSF Rádio Notícias)