US-Vizepräsident JD Vance ist am Freitag, den 10. April 2026, nach Islamabad aufgebrochen, um die ranghöchsten direkten Verhandlungen zwischen Washington und Teheran seit 1979 zu leiten. Die für Samstag angesetzten Gespräche folgen auf einen fragilen Waffenstillstand nach mehrwöchigen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran.
Hochrangige Begegnung in Islamabad
Vizepräsident JD Vance leitet die ersten direkten bilateralen Gespräche auf dieser Ebene seit der Islamischen Revolution 1979.
Zentrale Forderungen der USA
Priorität haben die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, über die 20 Prozent des weltweiten Öls fließen, sowie das Ende des iranischen Atomprogramms.
Diplomatische Unsicherheit
Trotz des Waffenstillstands macht der Iran die Verhandlungen von einem Ende israelischer Angriffe im Libanon abhängig; die Ankunft der iranischen Delegation ist unbestätigt.
US-Vizepräsident JD Vance ist am Freitag, den 10. April 2026, nach Islamabad aufgebrochen, um die ranghöchsten direkten Gespräche zwischen Washington und Teheran seit 1979 zu leiten. Die Verhandlungen sollen offiziell am Samstag, den 11. April, beginnen. Sie folgen auf einen brüchigen, zweiwöchigen Waffenstillstand, der am Mittwochabend, den 8. April, nach mehr als fünf Wochen Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran verkündet wurde. Vance führt eine Delegation an, der auch der Sondergesandte Steve Witkoff sowie Jared Kushner, der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, angehören. Auf iranischer Seite werden Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghchi als Unterhändler benannt, wie Reuters berichtet. Ob die Gespräche tatsächlich stattfinden werden, ist jedoch ungewiss, da der Iran die Abreise oder Ankunft seiner Delegation bisher nicht bestätigt und seine Teilnahme von einem Ende israelischer Angriffe im Libanon abhängig gemacht hat. Islamabad unter strengen Sicherheitsvorkehrungen im LockdownPakistan hat Islamabad im Vorfeld der Gespräche unter eine vollständige Abriegelung gestellt. Laut dem Guardian wurden das Regierungsviertel und die Diplomatenzone abgesperrt sowie Kontrollpunkte an den Hauptverkehrsstraßen eingerichtet. Um die Bevölkerung von den Straßen fernzuhalten, riefen die pakistanischen Behörden einen zweitägigen Feiertag aus, was die Hauptstadt weitgehend leerfegte. Aufgrund der hohen Sicherheitsrisiken stehen laut pakistanischen Sicherheitskreisen drei bis vier mögliche Verhandlungsorte zur Auswahl. Le Parisien zufolge ist geplant, das Treffen im Fünf-Sterne-Hotel Serena abzuhalten. Vorbereitende Fachgespräche waren für Freitag angesetzt, während die Hauptunterhändler am Samstag zusammenkommen sollen; eine Verlängerung bis Sonntag ist möglich. Pakistan übernahm die Vermittlerrolle, nachdem traditionelle Intermediäre wie Katar, das während des Krieges angegriffen wurde, laut Deutsche Welle ins Abseits geraten waren.Pakistan teilt eine über 900 Kilometer lange Grenze mit dem Iran und unterhält diplomatische Beziehungen zu Washington sowie Teheran, was das Land zu einem der wenigen Akteure in der Region macht, die solche Gespräche ausrichten können. Im vergangenen Jahr unterzeichnete das Land ein Verteidigungsbündnis mit Saudi-Arabien, was ein Südasien-Experte der Nanyang Technological University in Singapur als potenzielles Risiko bezeichnete, sollte Pakistan bei einem Scheitern der Verhandlungen in den Konflikt hineingezogen werden. Seit seiner Unabhängigkeit pflegt Pakistan enge militärische und wirtschaftliche Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Die New York Times beschrieb das Treffen in Islamabad als die hochrangigste Begegnung zwischen US-amerikanischen und iranischen Regierungsvertretern seit 1979. Iranische Bedingungen und gelöschte Nachrichten sorgen für ZweifelDer iranische Präsident Masoud Pezeshkian bezeichnete die Verhandlungen laut Stern als „sinnlos“, sollten die israelischen Angriffe auf den Libanon fortgesetzt werden. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, erklärte, die Durchführung der Gespräche hänge davon ab, ob die Vereinigten Staaten ihre Zusagen zum Waffenstillstand an allen Fronten, insbesondere im Libanon, einhalten. Der iranische Botschafter in Pakistan, Reza Amiri Moghadam, veröffentlichte auf seinem X-Konto, dass die iranische Delegation bereits am Donnerstagabend in Islamabad eingetroffen sei und nannte einen Zehn-Punkte-Vorschlag des Iran als Basis für ernsthafte Gespräche. Dieser Post wurde jedoch laut Deutsche Welle Stunden später ohne Erklärung gelöscht. Die iranische Nachrichtenagentur Mehr dementierte unterdessen Berichte über eine bereits erfolgte Ankunft der Delegation, was die Unklarheit über Teherans Absichten verstärkte. „sinnlos” — Masoud Pezeshkian via Stern Es ist zu erwarten, dass tiefes Misstrauen die Verhandlungen prägen wird, da sowohl die israelischen Angriffe als auch der Kriegsausbruch Ende Februar in Zeiträume fielen, in denen diplomatische Kontakte zwischen den USA und dem Iran bestanden, so newsORF. Sperrung der Straße von Hormus und Atomprogramm auf der AgendaDie Vereinigten Staaten haben zwei Hauptziele für die Gespräche definiert: ein dauerhaftes Ende der Blockade der Straße von Hormus sowie die Beendigung des iranischen Atomprogramms. Die Meerenge ist weiterhin gesperrt, wodurch laut BBC etwa 20 (Prozent) — Anteil am weltweiten Ölangebot, der durch die Sperrung der Straße von Hormus blockiert wird des weltweiten Ölangebots blockiert sind. Trump forderte wiederholt die Wiedereröffnung der Wasserstraße und betonte laut watson.ch, dass der Iran niemals über Atomwaffen verfügen dürfe. Inwieweit der Iran zu Kompromissen bei der Blockade bereit ist, bleibt unklar, da die Sperrung Teheran derzeit ein erhebliches wirtschaftliches Druckmittel bietet. Vance richtete vor dem Abflug mit der Air Force Two von der Joint Base Andrews eine Warnung an Teheran. „Wenn die Iraner bereit sind, ernsthaft zu verhandeln, sind wir bereit, auf sie zuzugehen. Wenn sie versuchen, Spielchen mit uns zu spielen, werden sie feststellen, dass unser Verhandlungsteam dafür nicht sehr empfänglich ist” — JD Vance via stern.de Für Pakistan geht es um mehr als Diplomatie: Ein Scheitern der Gespräche könnte Islamabad in einen direkten Konflikt mit dem Nachbarland Iran ziehen – ein Szenario, das Abdul Basit von der Nanyang Technological University in Singapur als potenziellen „Albtraum“ bezeichnete.
Mentioned People
- JD Vance — 50. wiceprezydent Stanów Zjednoczonych
- Masoud Pezeshkian — dziewiąty prezydent Iranu
- Mohammad Bagher Ghalibaf — przewodniczący parlamentu Iranu
- Abbas Araghchi — minister spraw zagranicznych Iranu
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Jared Kushner — były starszy doradca prezydenta i członek delegacji USA
- Steve Witkoff — specjalny wysłannik i członek delegacji USA
Sources: 18 articles
- Vor Verhandlungen in Pakistan: Trump droht - Iran stellt Bedingungen (tagesschau.de)
- Seit drei Generationen im Konflikt: die USA und der Iran (Deutsche Welle)
- Pakistan: Vom Talibanunterstützer zum Friedensstifter (ZEIT ONLINE)
- Kriegsschiffe und Vorbedingungen: USA und Iran vor schwierigen Verhandlungen in Islamabad (Berliner Zeitung)
- Trump droht Iran mit Angriffen, falls es keine Einigung gibt (watson.ch/)
- Trump warnt vor Scheitern der Iran-Gespräche und droht mit neuen Angriffen (stern.de)
- Vance zeigt sich optimistisch: Trump: Iraner sind nur noch am Leben, um zu verhandeln (N-tv)
- Vor erwarteten Friedensverhandlungen in Pakistan: USA und Iran erhöhen den Druck (stern.de)
- Nahostkrieg: Iran nennt Waffenruhe im Libanon als Bedingung für Friedensgespräche (ZEIT ONLINE)
- Plötzlich im Rampenlicht der Weltpolitik: Warum ausgerechnet Pakistan zum Vermittler für die Iran-Waffenruhe wird (Der Tagesspiegel)