Nach intensiven Verhandlungen unter pakistanischer Vermittlung haben die USA und der Iran am Mittwochabend eine 14-tägige Kampfpause begonnen. Die Einigung erfolgt kurz vor Ablauf eines Ultimatums durch US-Präsident Donald Trump und nach mehrwöchigen schweren militärischen Auseinandersetzungen.

Zweiwöchige Waffenruhe

Ab dem 8. April wurde eine 14-tägige Kampfpause zwischen den USA und dem Iran vereinbart, vermittelt durch Pakistan.

Zentraler Zehn-Punkte-Plan

Der Iran fordert unter anderem das Recht auf Urananreicherung und die Kontrolle der Straße von Hormus, was zu Konflikten mit der US-Interpretation führt.

Unklarheiten beim Geltungsbereich

Streit herrscht darüber, ob die Hisbollah im Libanon Teil der Waffenruhe ist; zudem gab es unmittelbar nach Beginn neue Gefechte.

Diplomatische Bemühungen

Am Samstag beginnen Verhandlungen in Islamabad; Spanien kündigte die Wiedereröffnung seiner Botschaft in Teheran an.

In der Nacht zum Mittwoch, dem 8. April 2026, ist eine zunächst auf zwei Wochen befristete Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran in Kraft getreten. Präsident Donald Trump gab das Abkommen kurz vor Ablauf seines Ultimatums gegenüber Teheran bekannt. Die Vereinbarung, die unter pakistanischer Vermittlung zustande kam, unterbricht die militärische Kampagne, die am 28. Februar 2026 begonnen hatte. Damals führten US-amerikanische und israelische Streitkräfte Angriffe durch, bei denen das geistliche Oberhaupt Ali Chamenei getötet wurde. Trump bezeichnete einen von Teheran vorgelegten Zehn-Punkte-Plan als „tragfähige Verhandlungsgrundlage“, wenngleich beide Seiten unmittelbar nach Bekanntgabe begannen, die Bedingungen unterschiedlich auszulegen. Formelle Gespräche sollen am Samstagmorgen in Islamabad beginnen. Die US-Delegation wird von Vizepräsident JD Vance angeführt, begleitet vom Sondergesandten Steve Witkoff und dem Berater Jared Kushner. Die Waffenruhe gilt bereits als gefährdet, da weiterhin Raketenbeschuss gemeldet wird und Uneinigkeit über den Geltungsbereich sowie Widerstand innerhalb der iranischen Führung bestehen. Der Konflikt eskalierte am 28. Februar 2026, als die USA und Israel die „Operation Epic Fury“ starteten – eine Serie von Luftschlägen gegen iranische Ziele, bei denen Ali Chamenei ums Leben kam. Sein Sohn, Mojtaba Chamenei, wurde am 9. März 2026 zum neuen Oberhaupt ernannt. Der Krieg ist der vorläufige Höhepunkt jahrelanger Spannungen bezüglich des iranischen Atomprogramms und der Unterstützung regionaler Milizen durch Teheran. Vor Ausbruch der Kämpfe galt die Straße von Hormus als internationales Gewässer. Pakistan agiert in diesem Konflikt als Vermittler, begünstigt durch seine Position als Atommacht mit muslimischer Mehrheit und diplomatischen Beziehungen zu beiden Konfliktparteien.Irans Zehn-Punkte-Plan führt zu gegensätzlichen ForderungenTeheran trat mit einem Zehn-Punkte-Plan in die Verhandlungen ein, den Trump auf seiner Plattform Truth Social als „brauchbare Basis“ bezeichnete, dessen Inhalte jedoch weit von den US-Positionen entfernt liegen. Nach Berichten des Handelsblatts fordert der Iran unter anderem die dauerhafte Einstellung militärischer Aggressionen, die Aufhebung internationaler Sanktionen sowie von Strafmaßnahmen des UN-Sicherheitsrates, die Rücknahme von Resolutionen des IAEA-Gouverneursrats, das Recht auf Urananreicherung, die Kontrolle über die Straße von Hormus, Reparationszahlungen sowie den Abzug der US-Truppen aus der Region. In der Nuklearfrage zeigen sich bereits deutliche Differenzen: Während Trump erklärte, das Abkommen solle die Abwesenheit von Atomwaffen auf iranischer Seite garantieren, betonen iranische Vertreter, dass der Verzicht auf Urananreicherung nicht Teil der Vereinbarung sei. Bezüglich der Straße von Hormus stimmte Teheran einer sicheren Passage für die Dauer der zwei Wochen zu, betonte jedoch in einer Erklärung des Nationalen Sicherheitsrats, dass dies „in Abstimmung mit den iranischen Streitkräften“ geschehen müsse. Damit bekräftigt der Iran seinen Anspruch auf die Wasserstraße. Die Neue Zürcher Zeitung berichtete, Teheran erwäge künftig Gebühren für Frachtschiffe; Trump signalisierte Offenheit für ein „Gemeinschaftsprojekt“ bezüglich der Seeroute. Der Iran scheint die Meerenge als sein wichtigstes strategisches Druckmittel erkannt zu haben. Verstöße gegen die Waffenruhe bereits kurz nach InkrafttretenDie Vereinbarung zeugt bereits Stunden nach ihrem Beginn von erheblicher Instabilität. Focus berichtete von mindestens 182 Toten infolge israelischer Luftschläge im Libanon, Raketenbeschuss der Hisbollah auf Israel sowie anhaltender iranischer Angriffe auf Golfstaaten unmittelbar nach der Ankündigung. Ein zentraler Streitpunkt ist die Frage, ob der Libanon und die Hisbollah Teil der Waffenruhe sind: Die USA und Israel verneinen dies, während der Vermittler Pakistan das Gegenteil behauptet. Laut AP herrschte nicht einmal Einigkeit über den exakten Zeitpunkt des Beginns am Mittwochabend. Die dezentrale Struktur der iranischen Revolutionsgarde erschwert die Lage zusätzlich, da regionale Einheiten teils unabhängig agieren, was unbeabsichtigte Gefechte zur Folge haben kann. Die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim meldete, der Iran erwäge den kompletten Rückzug aus dem Abkommen. Trump drohte daraufhin auf Truth Social mit der „Vernichtung“ des Gegners, während Israel signalisierte, an einem Sturz des iranischen Regimes festzuhalten. Spanien öffnet Botschaft in Teheran – Spannungen in der iranischen FührungSpanien bemüht sich derweil um eine Vermittlerrolle. Außenminister José Manuel Albares kündigte die Wiedereröffnung der Botschaft in Teheran an. „Ich habe unseren Botschafter angewiesen, nach Teheran zurückzukehren und seinen Posten wieder aufzunehmen, damit wir die Friedensbemühungen von allen Seiten unterstützen können, auch aus der iranischen Hauptstadt heraus.” — José Manuel Albares via stern.de Im Iran löste die Nachricht eine Mischung aus Erleichterung und politischer Spannung aus. Zeit Online berichtete von einer vorsichtigen Entspannung in Teheran, wies aber darauf hin, dass der Krieg soziale Spaltungen vertieft und die Angst vor Repression erhöht habe. Mohammad Bagher Ghalibaf, Parlamentspräsident des Iran, bezeichnete die Waffenruhe öffentlich als „unvernünftig“, was auf fehlenden Konsens innerhalb der politischen Führung hindeutet. Eine Analyse von naTemat beschreibt das Abkommen nicht als klassische Deeskalation, sondern als ein auf zwei Wochen verlängertes Ultimatum: Die USA behalten ihre volle Militärpräsenz bei und setzen Angriffe nur aus, um dem Iran Zeit zur Erfüllung von Bedingungen zu geben. Die Lage im Nahen Osten bleibt laut NZZ-Korrespondent Daniel Böhm von Erschöpfung und großer Ungewissheit geprägt, ob die Gespräche am Samstag in Islamabad dauerhafte Ergebnisse liefern können.

Mentioned People

  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
  • JD Vance — 50. wiceprezydent Stanów Zjednoczonych
  • Steve Witkoff — Specjalny wysłannik Stanów Zjednoczonych na Bliski Wschód i specjalny wysłannik ds. misji pokojowych
  • Jared Kushner — Amerykański biznesmen i były starszy doradca Donalda Trumpa
  • José Manuel Albares — Minister spraw zagranicznych, Unii Europejskiej i współpracy Hiszpanii
  • Mohammad Bagher Ghalibaf — Przewodniczący parlamentu Iranu

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