Der zweiwöchige Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran endet am Dienstagabend um 20:00 Uhr US-Ostküstenzeit. Dies geschieht vor dem Hintergrund der gewaltsamen Festsetzung des Frachters „Touska“ durch die US-Marine in der Straße von Hormus, die den Rohölpreis um rund fünf Prozent ansteigen ließ.
Ablauf der Waffenruhe
Die zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran endet am 21. April 2026 um 20 Uhr US-Ostküstenzeit.
Beschlagnahmung der Touska
US-Marines setzten den iranischen Frachter nach einer Blockadeverletzung gewaltsam fest, was den Ölpreis um 5 Prozent steigen ließ.
Diplomatische Bemühungen
US-Vizepräsident J.D. Vance ist zu Friedensgesprächen in Pakistan, während Teheran noch über eine Teilnahme entscheidet.
Versorgungskrise auf See
Rund 2.000 Handelsschiffe sitzen in der Region fest; der VDR lehnt die von Iran geforderten Transitgebühren von 2 Mio. Dollar ab.
Am Dienstag, den 21. April 2026, steht der Ablauf eines zweiwöchigen Waffenstillstands zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran bevor. Die Frist endet um 20 Uhr US-Ostküstenzeit. Zuvor hatten US-Streitkräfte das unter iranischer Flagge fahrende Frachtschiff „Touska“ in der Straße von Hormus festgesetzt, da dieses mutmaßlich eine Blockadelinie verletzt hatte. Der Vorfall führte zu einem Anstieg der Ölpreise um etwa fünf Prozent und brachte den Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Wasserstraße fast vollständig zum Erliegen. Während US-Vizepräsident J.D. Vance am Montagabend zu potenziellen Friedensgesprächen nach Islamabad reiste, erklärte die iranische Regierung, man habe noch keine endgültige Entscheidung über die Teilnahme an einer neuen Verhandlungsrunde getroffen. Ein hochrangiger iranischer Insider teilte Reuters mit, Teheran stehe einer Teilnahme „positiv“ gegenüber, formell sei jedoch noch keine zweite Runde angesetzt worden. Die Beschlagnahmung der „Touska“, die zur staatlichen Reederei Islamic Republic of Iran Shipping Lines gehört, erfolgte genau in dem Moment, als US-Präsident Donald Trump Verhandlungsbereitschaft in Pakistan signalisiert hatte – ein Timing, das in Teheran auf scharfe Kritik und beim Vermittler Pakistan auf Unbehagen stieß.
Marines seilen sich nach sechsstündiger Belagerung auf die „Touska“ ab Die Festsetzung der „Touska“ entwickelte sich über sechs Stunden in der Straße von Hormus, nachdem der Kapitän des Schiffes Berichten zufolge die Stoppbefehle der US-Marine ignoriert hatte. Nach Angaben des US-Militärs war das Schiff von Malaysia in Richtung des iranischen Hafens Bandar Abbas unterwegs und bediente zuvor regelmäßig Routen zwischen China und dem Iran. Nachdem die „Touska“ die von der Navy ausgerufene Blockadelinie überquert hatte, feuerte der Lenkwaffenzerstörer USS Spruance in den Maschinenraum des Schiffes, um es manövrierunfähig zu machen. Zuvor war die Besatzung per Funk aufgefordert worden, den Maschinenraum zu verlassen. Das US Central Command veröffentlichte Aufnahmen einer Nachtsichtkamera, die zeigen, wie sich Marines von Hubschraubern des amphibischen Angriffsschiffs USS Tripoli auf das Deck der „Touska“ abseilten. Iranische Staatsmedien bezeichneten die Operation als „bewaffnete Piraterie“. Ein Sprecher der iranischen Streitkräfte erklärte, man habe zunächst eine gewaltsame Rückeroberung erwogen, davon aber aus Sorge um die Familien der Besatzungsmitglieder abgesehen. China, der Hauptabnehmer für iranisches Rohöl, äußerte sich besorgt. Laut der offiziellen Nachrichtenagentur Xinhua rief Präsident Xi Jinping dazu auf, die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus wiederherzustellen.
Wichtige Ereignisse rund um das Ende der Waffenruhe: — ; — ; — ; — ; —
Pakistans Armeechef warnt Trump: Blockade behindert Gespräche Die Rolle Pakistans als Vermittler geriet durch die Beschlagnahmung der „Touska“ unter Druck, da die Bemühungen Islamabads, beide Seiten zu Gesprächen zu bewegen, erschwert wurden. Laut Agenturberichten, die die Frankfurter Allgemeine Zeitung zitiert, erklärte der pakistanische Armeechef Feldmarschall Asim Munir gegenüber Trump in einem Telefonat, dass die US-Blockade iranischer Häfen ein Hindernis für die Verhandlungen darstelle. Der Iran hatte die Aufhebung der Blockade zuvor zur Bedingung für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch gemacht. Trump antwortete am Wochenende auf die Frage nach einer Verlängerung der Waffenruhe: „„Ich weiß es nicht. Vielleicht nicht. Vielleicht werde ich sie nicht verlängern. Aber die Blockade bleibt bestehen.“” — Donald Trump via Handelsblatt Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums sagte am Montag, die US-Aktion stelle die „Ernsthaftigkeit“ des diplomatischen Prozesses infrage, schloss weitere Gespräche aber nicht aus. Die Revolutionsgarden drohten laut Neuer Zürcher Zeitung mit Vergeltung, signalisierten jedoch zugleich, keine weitere Eskalation zu wünschen. Danny Citrinowicz, ehemaliger Leiter der Iran-Abteilung des israelischen Militärgeheimdienstes, sagte gegenüber der NZZ, dass eine Einigung unwahrscheinlich bleibe, solange die Seeblockade bestehe: „„Nach 40 Kriegstagen hat sich die iranische Position nicht grundlegend geändert.“” — Danny Citrinowicz via Neue Zürcher Zeitung
Die US-israelische Militärkampagne gegen den Iran, bekannt als „Operation Epic Fury“, begann am 28. Februar 2026. Bereits bei den ersten Angriffen kam das geistliche Oberhaupt Ali Chamenei ums Leben; sein Sohn Mojtaba Chamenei wurde am 9. März 2026 zu seinem Nachfolger ernannt. Die von Trump am 7. April verkündete zweiwöchige Waffenruhe war die erste nennenswerte Kampfpause. Die Straße von Hormus, durch die laut Quellen etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggasversorgung transportiert wird, bleibt ein zentrales Druckmittel des Irans.
Deutsche Reeder warnen vor 2.000 blockierten Schiffen ohne sichere Route Die weitgehende Lähmung der Straße von Hormus hat zur Folge, dass rund 2.000 Handelsschiffe mit etwa 20.000 Seeleuten in der Region festsitzen, wie die Wirtschaftswoche berichtet. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) erklärte, es gebe derzeit keine „zuverlässig planbare oder dauerhaft gesicherte Passage“ und verwies auf zahlreiche Angriffe in den letzten Wochen. Zudem warnte der VDR, dass Irans Forderung nach einer Transitgebühr von 2 (Millionen US-Dollar pro Schiff) — Irans vorgeschlagene Transitgebühr für die Straße von Hormus „völkerrechtlich nicht gedeckt“ sei. Zahlungen an sanktionierte iranische Akteure würden Reeder erheblichen rechtlichen Risiken aussetzen. Der Verband schließt solche Zahlungen und Passagen unter den aktuellen Bedingungen aus. Am Montag passierten laut Berichten innerhalb von zwölf Stunden nur drei Schiffe die Meerenge. Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro, stellte fest, dass die Märkte zwar Nervosität zeigten, aber nicht in Panik verfielen. Laut Handelsblatt bleibt die Basiserwartung der Analysten, dass trotz der Verengung des diplomatischen Korridors durch den „Touska“-Zwischenfall im Laufe der Woche Gespräche zwischen Washington und Teheran stattfinden werden.
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- J.D. Vance — 50. wiceprezydent Stanów Zjednoczonych
- Asim Munir — szef sztabu armii Pakistanu
- Maximilian Wienke — analityk rynkowy w eToro
Sources: 79 articles
- Iran-Krieg im Liveticker: +++ 19:07 USA nehmen Frau wegen Waffenschmuggels für Iran fest +++ (N-tv)
- Waffenruhe vor dem Kollaps: Ölkrise droht erneut (B+) (Blick.ch)
- Trump: Straße von Hormus bleibt blockiert - Waffenruhe-Verlängerung "höchst unwahrscheinlich" (Berliner Zeitung)
- Iran-Krieg im Liveticker: +++ 18:14 Trump: Israel hat mich nicht zum Iran-Krieg überredet +++ (N-tv)
- Irankrieg-News: Irankrieg-News: Iran: Aktuell keine Verhandlungen geplant (stern.de)
- Verhandlungen zwischen Iran und den USA: Bricht der Krieg wieder aus? (Neue Zürcher Zeitung)
- Kehrtwende in Teheran?: Iran erwägt nun doch Teilnahme an Friedensgesprächen (N-tv)
- Iran-Krieg im Liveticker: +++ 16:58 Vance auf dem Weg nach Pakistan +++ (N-tv)
- Iran-Krieg im Liveticker: +++ 16:58 Iran erwägt doch Teilnahme an Friedensgesprächen mit USA +++ (N-tv)
- Irankrieg - Die Lage: Iran erwägt doch Teilnahme an Friedensgesprächen mit USA (Handelsblatt)