Der FBI-Direktor wirft dem Magazin „The Atlantic“ vor, in einem Artikel wissentlich falsche Behauptungen über einen angeblichen Alkoholmissbrauch verbreitet zu haben. Die Klageschrift wurde am Montag, den 20. April 2026, beim zuständigen Bezirksgericht in Washington, D.C. eingereicht. Patel fordert eine Entschädigung in Höhe von mehreren hundert Millionen US-Dollar.
Klage über 250 Millionen Dollar
FBI-Direktor Kash Patel verklagt The Atlantic wegen Behauptungen über Alkoholmissbrauch und Amtsunfähigkeit.
Vorwurf der böswilligen Absicht
Patels Anwälte behaupten, das Magazin habe Warnungen vor der Veröffentlichung ignoriert und wissentlich Unwahrheiten verbreitet.
Reaktion des Magazins
Chefredakteur Jeffrey Goldberg wies die Vorwürfe zurück und erklärte, das Blatt stehe hinter der Recherche von Sarah Fitzpatrick.
FBI-Direktor Kash Patel hat am Montag, den 20. April 2026, eine Verleumdungsklage gegen das Magazin „The Atlantic“ und die Redakteurin Sarah Fitzpatrick eingereicht. Mit der Klage fordert Patel 250 (Millionen US-Dollar) — Schadenersatzforderungen Patels gegen The Atlantic als Entschädigung für einen Artikel, in dem behauptet wurde, er leide unter einem Alkoholproblem, das die nationale Sicherheit gefährde. Die Klage wurde beim US-Bezirksgericht für den District of Columbia eingereicht. Der am Freitag, den 17. April, veröffentlichte Artikel zitierte mehr als zwei Dutzend anonyme Quellen, die Patels „auffällige Berauschung und unerklärliche Abwesenheiten“ beschrieben, welche „Beamte des FBI und des Justizministeriums alarmierten“. Patel bestritt die Vorwürfe in einer Stellungnahme, die im Artikel selbst enthalten war und die das Magazin ihm zuschrieb: „Drucken Sie es, alles gelogen, wir sehen uns vor Gericht – bringen Sie Ihr Scheckbuch mit.“ Das Magazin veröffentlichte das Stück zunächst unter der Überschrift „Kash Patels erratisches Verhalten könnte ihn seinen Job kosten“, bevor es in der Online-Ausgabe in „Der FBI-Direktor ist MIA“ (vermisst) umbenannt wurde.
Vorwurf: Alkoholkonsum störte FBI-Abläufe und Briefings Der von Sarah Fitzpatrick verfasste Bericht stützte sich auf Aussagen von sechs aktuellen und ehemaligen Beamten sowie weiteren Personen, die mit Patels Zeitplan vertraut sind. Darin wurde berichtet, dass zu Beginn seiner Amtszeit FBI-Sitzungen und Briefings aufgrund seiner „alkoholgeschwängerten Nächte“ auf den Nachmittag verschoben werden mussten. Weiter wurde behauptet, dass Mitglieder von Patels Sicherheitsdienst mehrfach Schwierigkeiten hatten, ihn zu wecken, da er berauscht gewirkt habe. Diese Informationen seien dem Justizministerium und dem Weißen Haus zugeleitet worden. Fitzpatrick berichtete zudem, Patel sei „oft weg oder nicht erreichbar, was zeitkritische Entscheidungen zur Förderung von Ermittlungen verzögere“. Laut dem rumänischen Portal Ziare.com führte die Klageschrift explizit die Behauptung an, Patel sei ein „gewöhnlicher Trinker, unfähig, die Amtspflichten zu erfüllen“, und es sei sogar SWAT-Ausrüstung eingesetzt worden, um ihn aus Räumen zu holen, in denen er sich eingeschlossen hatte. Fitzpatrick erklärte gegenüber Ziare.com, sie habe für den Artikel mit mehr als 24 Personen gesprochen, darunter Geheimdienstmitarbeiter und Kongressabgeordnete. „Die Geschichte von 'The Atlantic' ist eine Lüge. Ihnen wurde vor der Veröffentlichung die Wahrheit mitgeteilt, und sie haben sich dennoch entschieden, Unwahrheiten zu drucken.” — Kash Patel via Reuters
Patels Anwälte warnten Redaktion Stunden vor der Veröffentlichung In der Klageschrift wird behauptet, dass „The Atlantic“ den Artikel veröffentlicht habe, obwohl das Magazin „Stunden vor der Veröffentlichung ausdrücklich gewarnt wurde, dass die zentralen Anschuldigungen kategorisch falsch seien“. Sein Anwalt Jesse Binnall habe kurz vor 16:00 Uhr am Freitag einen Brief an die Chefredaktion und die Rechtsabteilung geschickt, um mehr Zeit für die Widerlegung der 19 Vorwürfe zu erbitten, die Fitzpatrick der FBI-Pressestelle angekündigt hatte. Der Artikel ging laut Klage um 18:20 Uhr online. Reuters berichtete, es habe nicht festgestellt werden können, ob oder wie das Magazin auf diese Anfrage reagierte. Die Klage, die laut „Il Sole 24 Ore“ 19 Seiten umfasst, listet 17 spezifische Tatsachenbehauptungen im Text auf, die Patel als falsch bezeichnet. Patels Team argumentiert, der Verlag habe mit böswilliger Absicht (actual malice) gehandelt. Dies bedeute, dass das Magazin wissentlich falsche Informationen gedruckt oder Zweifel an deren Richtigkeit leichtfertig missachtet habe. Zudem wird dem Magazin vorgeworfen, den Prozess vor der Veröffentlichung bewusst so strukturiert zu haben, dass Informationen, die das Narrativ widerlegt hätten, vermieden wurden.
„The Atlantic“ weist Klage zurück „The Atlantic“ und Chefredakteur Jeffrey Goldberg zeigen keine Anzeichen eines Rückzugs. „Wir stehen zu unserer Berichterstattung über Kash Patel.” — Jeffrey Goldberg via CNBC Eine Sprecherin des Magazins nannte die Klage „unbegründet“ und erklärte, man werde das Blatt und die Journalisten „entschieden verteidigen“. Die Klage ist die jüngste einer Reihe von juristischen Schritten durch Personen aus dem Umfeld der Trump-Regierung gegen Medienorganisationen wegen unvorteilhafter Berichterstattung. Laut Reuters haben Gerichte bereits Klagen von Präsident Donald Trump gegen CNN, die New York Times und das Wall Street Journal abgewiesen, wobei Trump teils in Berufung ging. ABC News einigte sich in einem Fall auf einen Vergleich über 15 Millionen Dollar zuzüglich Anwaltskosten, während Paramount Global in einem Streit über einen CBS-Bericht 16 Millionen Dollar zahlte. Von CNN zitierte Rechtsexperten merkten an, dass Verleumdungsklagen öffentlicher Personen in den USA äußerst schwierig zu gewinnen seien. Der Ausgang werde wahrscheinlich davon abhängen, ob Patel nachweisen kann, dass das Magazin bei der Veröffentlichung der umstrittenen Vorwürfe tatsächlich mit böswilliger Absicht gehandelt hat.
The Atlantic wurde 1857 in Boston als „The Atlantic Monthly“ gegründet und ist ein traditionsreiches Literatur- und Kulturmagazin. Heute hat es seinen Sitz in Washington, D.C. und berichtet über Politik, Außenpolitik, Wirtschaft, Kultur, Technologie und Wissenschaft. Verleumdungsklagen von Beamten gegen Nachrichtenorganisationen haben in der US-Rechtsprechung seit dem wegweisenden Urteil des Obersten Gerichtshofs von 1964 eine lange Geschichte, in der die Kläger aufgrund der hohen Hürden für öffentliche Personen oft scheitern.
Mentioned People
- Kash Patel — dyrektor Federalnego Biura Śledczego (FBI)
- Sarah Fitzpatrick — dziennikarka magazynu The Atlantic
- Jeffrey Goldberg — redaktor naczelny The Atlantic
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
Sources: 14 articles
- Şeful FBI dă în judecată o publicaţie care a scris că riscă să fie demis din cauza consumului de alcool (G4Media.ro)
- Le patron du FBI Kash Patel porte plainte pour diffamation contre un média (20minutes)
- Kash Patel processa a revista The Atlantic: diretor do FBI exige 250 milhões de dólares por difamação após acusações de embriaguez (Observador)
- Szef FBI pozywa gazetę po głośnej publikacji. Domaga się ogromnego odszkodowania (Do Rzeczy)
- FBI director Kash Patel sues over article alleging heavy drinking and absences (The Irish Times)
- "The Atlantic": Artikel "voller falscher Anschuldigungen" - FBI-Chef Patel reicht Verleumdungsklage ein - WELT (DIE WELT)
- Éclaboussé par une enquête de presse, le directeur du FBI porte plainte pour diffamation (Ouest France)
- FBI Director Kash Patel files $250m lawsuit against The Atlantic (BBC)
- Il direttore Fbi Patel denuncia The Atlantic per diffamazione (AGI)
- FBI-Chef Patel mit 250-Millionen-Klage gegen "The Atlantic" (newsORF.at)