Am Montag, dem 20. April 2026, hat in Spanien die erste Präsenzphase des außerordentlichen Verfahrens zur Legalisierung von Migranten begonnen. Während die Regierung von einem normalen Ablauf spricht, kam es landesweit zu Systemausfällen und langen Wartezeiten. Die konservative Opposition kündigte unterdessen an, den Prozess auf kommunaler Ebene stoppen zu wollen.
Start der Präsenzphase
Am 20. April begann die persönliche Antragstellung zur Regularisierung von Migranten in Spanien, begleitet von IT-Ausfällen bei der Post.
Politischer Widerstand
Die oppositionelle Volkspartei (PP) plant Anträge in Stadträten, um das Verfahren zu stoppen, und kritisiert das administrative Chaos.
Wirtschaftliche Integration
Das Verfahren zielt darauf ab, Migranten ohne Papiere durch Arbeitsverträge oder Selbstständigkeit in den offiziellen Arbeitsmarkt einzugliedern.
Internationale Abstimmung
Ministerin Elma Saiz plant Gespräche mit EU-Kommissar Magnus Brunner über den Fortgang des Prozesses.
Das außerordentliche Verfahren zur Regularisierung von Migranten in Spanien ist am Montag, dem 20. April 2026, in die erste Phase der persönlichen Antragstellung getreten. Der Auftakt war geprägt von langen Warteschlangen, technischen Störungen in den Postfilialen und einer scharfen politischen Auseinandersetzung zwischen der Regierungskoalition und der oppositionellen Volkspartei. Die Ministerin für Inklusion, soziale Sicherheit und Migration, Elma Saiz, betonte, der Prozess verlaufe mit „Normalität“, obwohl Systemfehler in Städten wie Zaragoza und Valladolid zu Verzögerungen führten. Das Verfahren, für das seit dem 16. April Online-Anträge möglich sind, erlaubt es Migranten in einer irregulären administrativen Situation, Aufenthaltstitel zu beantragen, die ausschließlich an eine Erwerbstätigkeit in Spanien gebunden sind. Die Frist für alle Anträge endet am 30. Juni 2026.
Spanien hat in der Vergangenheit regelmäßig umfassende Regularisierungsprozesse für undokumentierte Migranten durchgeführt, was die Rolle des Landes als wichtiges Ankunftsziel in der Europäischen Union widerspiegelt. Das aktuelle außerordentliche Verfahren wurde vom Ministerrat genehmigt und soll dazu dienen, bereits im Land befindliche Arbeitskräfte in den formellen Arbeitsmarkt zu integrieren. Allein in der Region Kastilien-La Mancha werden laut Berichten von eldiario.es mindestens 13.000 Anträge auf Regularisierung erwartet.
Systemausfälle und fünfstündige Wartezeiten belasten Antragsteller am ersten Tag Der erste Tag der persönlichen Antragstellung legte erhebliche logistische Belastungen in mehreren spanischen Städten offen. In Zaragoza nahm das Hauptpostamt am Paseo de la Independencia den Betrieb nach einem Systemausfall verspätet auf, während die Vertretungen in Huesca und Teruel laut Angaben des Postunternehmens nicht betroffen waren. Humberto Herrera, ein venezolanischer Staatsbürger, war der Erste, der seine Dokumente im Postamt von Zaragoza einreichte; er wartete zwei-einhalb Stunden auf einen Vorgang, der eigentlich 30 Minuten dauern sollte. In Valladolid verursachten Systemfehler ebenfalls Verzögerungen im Postamt an der Plaza de la Rinconada, wo etwa ein Dutzend Migranten – die meisten aus lateinamerikanischen Ländern – mit festen Terminen warteten. In Madrid bildeten sich Warteschlangen von bis zu fünf Stunden vor den Büros von Nichtregierungsorganisationen wie der Spanischen Kommission für Flüchtlingshilfe und Tierra Solidaria, die Antragsteller beim Verfahren unterstützten. Saiz räumte die Vorfälle ein, betonte jedoch, dass der Rahmen „absolut dimensioniert“ und „perfekt handhabbar“ sei, und merkte an, dass das terminbasierte System wie vorgesehen funktioniere. „Wir haben ein Verfahren, das absolut dimensioniert und perfekt handhabbar ist; alles verläuft normal.” — Elma Saiz via 20 minutos
PP kündigt Anträge in Stadträten zum Stopp der Maßnahme an Die oppositionelle Volkspartei reagierte umgehend und kündigte an, den Prozess auf kommunaler Ebene anzufechten. Generalsekretär Miguel Tellado erklärte auf einer Pressekonferenz, die Partei werde in Stadträten in ganz Spanien Anträge einbringen, um den Stopp der Regularisierung zu fordern. Tellado sagte zudem, dass die Bürgermeister der PP an die Regierungsdelegierten in ihren jeweiligen Regionen schreiben würden, um Erklärungen für das von ihm als „Chaos“ bezeichnete Geschehen zu fordern. „Dieser Unsinn hat weder Hand noch Fuß.” — Miguel Tellado via La Razón Saiz reagierte direkt auf die Haltung der PP und warf bestimmten Stadtverwaltungen vor, den Bürgern eher „Steine in den Weg zu legen“ als der Regierung. In Zaragoza, wo der Stadtrat von der PP geführt wird, erhielten laut eldiario.es rund einhundert Mitarbeiter von Bezirksämtern und Sozialzentren die Anweisung, Migranten ausschließlich an zwei Schalter des Zentralregisters zu verweisen. Stadträtin Marian Orós verteidigte die Entscheidung mit dem Hinweis, die Stadt werde „weder die Sozialdienste noch die Register lähmen“, solange keine klaren Anweisungen der Zentralregierung zu den erforderlichen Schutzbedürftigkeitsberichten vorlägen. Gemeindemitarbeiter erklärten hingegen gegenüber eldiario.es, dass die von der Stadtverwaltung Zaragoza ergriffenen Maßnahmen die administrative Belastung für die Antragsteller eher erhöhten als verringerten.
Antragsteller berichten von jahrelanger Schwarzarbeit und der Hoffnung auf Stabilität Überall in Spanien ähnelten sich die Geschichten der am Montag wartenden Bewerber: Jahre in der informellen Beschäftigung, Trennung von Familien und der Wunsch, regulär zur spanischen Wirtschaft beizutragen. In Toledo betonte der Regierungsdelegierte für Kastilien-La Mancha, José Pablo Sabrido, die Notwendigkeit von Terminen, um unkontrollierte Warteschlangen zu vermeiden. In Valladolid schilderte Daniel Solórzano, ein 49-jähriger Venezolaner, der seit fast zwei Jahren in der Stadt lebt, wie er „stundenweise auf Feldern oder in Weinbergen ohne Arbeitsvertrag“ gearbeitet habe, um seine Frau und zwei minderjährige Kinder zu unterstützen. In Córdoba kam die Kolumbianerin Jéssica Villarraga, die bereits eine einjährige Aufenthaltserlaubnis besaß, um die Situation ihres Mannes und ihrer zwei Kinder zu regeln. In Madrid erklärte die 24-jährige Kolumbianerin Nayeli, die Regularisierung würde es ihr ermöglichen, „Beiträge zur Sozialversicherung zu leisten“, während der 46-jährige Marokkaner Mohamed, der seit sieben Monaten in Spanien lebt, sagte, ohne Papiere sei es unmöglich, legal zu arbeiten. Saiz bestätigte, dass Antragsteller mit Arbeitsverträgen, Jobangeboten, Plänen für eine Selbstständigkeit, familiären Bindungen oder minderjährigen Kindern kein Schutzbedürftigkeitszertifikat benötigen würden. Sie kündigte zudem an, sich diese Woche mit dem EU-Kommissar für Inneres und Migration, Magnus Brunner, zu treffen, um das Verfahren zu besprechen. Zudem appellierte sie an alle Verwaltungen zur Zusammenarbeit und merkte an, dass der Verband der Gemeinden und Provinzen um Koordination gebeten worden sei.
[{"dateISO": "2026-04-16", "date": "16. April 2026", "event": "Offizieller Beginn des außerordentlichen Regularisierungsverfahrens"}, {"dateISO": "2026-04-20", "date": "20. April 2026", "event": "Erster Tag der persönlichen Antragstellung bei Postämtern und Sozialversicherungsbehörden"}, {"dateISO": "2026-06-30", "date": "30. Juni 2026", "event": "Fristende für alle Regularisierungsanträge"}]
Perspektywy mediów: Der Prozess ist ein notwendiger Schritt, um informelle Arbeiter in die legale Wirtschaft zu führen, schutzbedürftige Migranten zu schützen und den Arbeitskräftemangel zu beheben. Die Maßnahme belohnt irreguläre Migration, sorgt für administratives Chaos in den Kommunen und schafft einen Präzedenzfall, der weitere illegale Einreisen fördern könnte.
Mentioned People
- Elma Saiz — Minister ds. Inkluzji, Zabezpieczenia Społecznego i Migracji od 2023 roku oraz rzeczniczka rządu od 2025 roku
- Miguel Tellado — Sekretarz Generalny Partii Ludowej (PP)
- Fernando Beltrán — Delegat rządu w Aragonii
- Marian Orós — Radna Saragossy ds. usług społecznych
- Daniel Solórzano — Wenezuelczyk ubiegający się o regularyzację w Valladolid
Sources: 31 articles
- Largas colas, confusión y fallos informáticos en la primera jornada de la regularización masiva de inmigrantes (ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL)
- CSIF alerta de problemas informáticos y falta de personal en la... (europa press)
- Cientos de migrantes inician el proceso de regularización en Murcia con 'normalidad' en Correos y largas colas en los servicios sociales (El Periódico)
- El Gobierno pide ayuda in extremis a los ayuntamientos y eleva el colapso por las regularizaciones (El Confidencial)
- Nervios e ilusión en el primer día para solicitar la regularización en Navarra: "Es un alivio poder trabajar legalmente" (eldiario.es)
- Gabriela, estafada al intentar conseguir su regularización como inmigrante: "Me pedían 50 euros y que les enviase documentación" (ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL)
- El primero de la cola para la regularización de inmigrantes en el Ajuntamiento de Manresa ha llegado a las 3 de la madrugada (El Periódico)
- Largas colas en oficinas de Catalunya en el primer día presencial de regularización de extranjería (20 minutos)
- Siguen las colas en el Ayuntamiento de Zaragoza por la regularización de inmigrantes: 'Llevo aquí desde las 4 de la mañana' (El Periódico)
- Unas 3000 personas migrantes hacen cola en La Farga de L'Hospitalet para pedir la regularización (El Periódico)