Der Wahlsieg der TISZA-Partei von Péter Magyar in Ungarn hat unmittelbare rechtliche Konsequenzen für die früheren polnischen Justizpolitiker Zbigniew Ziobro und Marcin Romanowski. Magyar kündigte an, das von der scheidenden Orban-Regierung gewährte politische Asyl zu beenden und deren Auslieferung nach Polen voranzutreiben. Den Politikern werden dort schwerwiegende Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit dem staatlichen Justizfonds vorgeworfen.
Ende des Asylstatus
Der neue ungarische Regierungschef Péter Magyar beendet das politische Asyl für Zbigniew Ziobro und Marcin Romanowski und strebt deren Auslieferung an.
Schwere Vorwürfe in Polen
Ziobro und Romanowski sind mit 26 bzw. 19 Anklagepunkten im Zusammenhang mit mutmaßlichen Veruntreuungen beim polnischen Justizfonds konfrontiert.
Mögliche Flucht in die USA
Angesichts der drohenden Auslieferung aus Ungarn schließen die betroffenen Politiker sowie polnische Abgeordnete eine Flucht in die Vereinigten Staaten nicht aus.
Verfahren vor dem Staatsgerichtshof
In Polen wird ein Antrag vorbereitet, um Zbigniew Ziobro vor den Staatsgerichtshof zu bringen, während PiS-Chef Kaczyński die Unabhängigkeit der polnischen Justiz bezweifelt.
Der Wahlsieg von Péter Magyars TISZA-Partei bei den ungarischen Parlamentswahlen hat zwei polnische Politiker – den ehemaligen Justizminister Zbigniew Ziobro und den ehemaligen stellvertretenden Justizminister Marcin Romanowski – in unmittelbare juristische Bedrängnis gebracht. Magyar kündigte an, das ihnen vom scheidenden Ministerpräsidenten Viktor Orbán gewährte politische Asyl zu beenden und ihre Auslieferung nach Polen zu verfolgen. Dort sehen sich beide mit schwerwiegenden Strafanzeigen im Zusammenhang mit mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten beim Justizfonds konfrontiert. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft werden gegen Ziobro 26 (Straftatbestände) — Anklagepunkte gegen Zbigniew Ziobro im Fall des Justizfonds im Zusammenhang mit mutmaßlichen Verbrechen erhoben, während Romanowski mit 19 Vorwürfen konfrontiert ist. Magyar hatte seine Absichten bereits vor der Wahl signalisiert und erklärt, dass Ungarn nicht länger als Zufluchtsort für international gesuchte Personen dienen werde. Am Montag, den 13. April, bestätigte er, dass die beiden polnischen Politiker „nicht mehr lange“ in Ungarn bleiben würden. Adam Bodnar, der in den Quellen als Justizminister und Generalstaatsanwalt identifiziert wird, richtete am 14. April zwei Schreiben an die ungarischen Behörden bezüglich der Ermittlungen und der Umsetzung der Suche nach Romanowski. Dies geschah auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls, der laut Staatsanwältin Anna Adamiak von der Nationalen Staatsanwaltschaft am 27. Februar 2026 an das ungarische Justizministerium übermittelt worden war.
Ziobro kündigt Widerstand an und schließt Flucht in die USA nicht aus In einem Interview mit Polsat News am Dienstag, den 14. April, gab sich Ziobro kämpferisch. Er sei „stets bereit, den Kampf für die Wahrheit aufzunehmen“ und werde sich Ministerpräsident Donald Tusk weiterhin entgegenstellen, „wo auch immer er sich befinde“. Er erklärte, dass er selbst im Falle einer Inhaftierung in Polen den Kampf aus der Haft heraus fortsetzen werde. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bezeichnete er als politisch motivierte Instrumente, die die polnische Öffentlichkeit von Problemen im Gesundheitswesen und bei den Staatsfinanzen ablenken sollten. Er äußerte zudem die Hoffnung, dass rechtliche Verfahren die Regierung Magyar einschränken würden, da letztlich ungarische Gerichte über eine Auslieferung zu entscheiden hätten. Laut Wprost schloss Ziobro jedoch auf direkte Nachfrage die Möglichkeit einer Flucht in die Vereinigten Staaten nicht aus. Unabhängig davon griff Ziobro bei Telewizja Republika den Parlamentspräsidenten Włodzimierz Czarzasty an und warf ihm persönliche Bereicherung während der Post-Transformationsphase vor – ein Vorwurf, zu dem Czarzasty in den Quellartikeln nicht öffentlich Stellung genommen hat. Ziobro argumentierte zudem, ein Staatsanwalt habe in seinem Fall eingeräumt, dass ihm nicht vorgeworfen werde, „auch nur einen Zloty zur persönlichen Verfügung“ genommen zu haben; die Anklage beziehe sich lediglich auf die Zuweisung von Mitteln an christliche und konservative Organisationen.
Polnische Abgeordnete debattieren über US-Fluchtweg, Czarzasty treibt Staatsgerichtshof voran In Warschau wurde die Aussicht, dass Ziobro und Romanowski in den Vereinigten Staaten Zuflucht suchen könnten, zum ernsthaften Diskussionsthema unter Abgeordneten. Adrian Witczak, ein Parlamentarier der regierenden Bürgerkoalition, behauptete, dass PiS-Politiker „Romanowski und Ziobro direkt raten, in die amerikanische Botschaft zu fliehen, damit Trump sie aufnehmen kann“. Sławomir Ćwik vom Parlamentsklub Centrum nannte einen Wechsel in die USA als eines der möglichen Szenarien. Er merkte jedoch an, dass er nicht sicher sei, ob der US-Grenzschutz von der polnischen Justiz gesuchte Personen einreisen lasse, sofern die US-Präsidentschaftsadministration nicht ihre ausdrückliche Zustimmung gebe. Professor Tomasz Płudowski, ein von Fakt zitierter Amerikanist, sagte, es sei „schwer mit Sicherheit zu sagen, ob Trump sich darauf einlassen würde“, fügte jedoch hinzu, dass der amerikanische Präsident „sicherlich in der Lage sei, sehr weit zu gehen“. Die Beherbergung einer gesuchten Person käme „einer offenen Kriegserklärung an die polnische Regierung“ gleich. Unterdessen kündigte Sejm-Marschall Włodzimierz Czarzasty auf einer Pressekonferenz an, dass die Fraktionsvorsitzenden während der laufenden Sitzungsperiode einen Antrag beim Ausschuss für verfassungsrechtliche Verantwortlichkeit einreichen werden, um Ziobro vor den Staatsgerichtshof zu bringen. Der PiS-Abgeordnete Marek Ast hielt dagegen, dass Ziobro und Romanowski in Polen keine fairen Verfahren zu erwarten hätten und die Entscheidung über ihre weiteren Schritte bei den Betroffenen selbst liege.
Viktor Orbáns Fidesz-Partei hatte Ungarn 16 Jahre lang regiert, bevor sie bei den Wahlen im April 2026 unterlag. Orbán hatte sowohl Ziobro als auch Romanowski politisches Asyl gewährt und sie so vor polnischen Haftbefehlen geschützt. Gegen Romanowski lag seit Dezember 2024 ein polnischer Haftbefehl vor, während der Haftbefehl gegen Ziobro im Februar 2026 erlassen wurde. Im Zentrum des Falls Justizfonds stehen Vorwürfe, wonach Gelder, die für Verbrechensopfer und Resozialisierung vorgesehen waren, während der Regierungszeit der PiS von 2015 bis 2023 an politisch loyale Organisationen umgeleitet wurden.
Kaczyński verweigert Magyar Glückwünsche und führt unbestätigte Vorwürfe an Jarosław Kaczyński, Vorsitzender von Recht und Gerechtigkeit und ehemaliger Ministerpräsident Polens, lehnte es ab, Péter Magyar zu seinem Wahlsieg zu gratulieren. Er bezeichnete Magyars Sieg als „eines der Symptome für die völlige Gefühlskälte europäischer Gesellschaften gegenüber drastischen Fakten“. Auf Nachfrage eines Polsat-News-Journalisten nach Einzelheiten zitierte Kaczyński ein Buch, das angeblich von Magyars Ex-Frau Judit Varga geschrieben wurde. Darin werde behauptet, Magyar habe „einen Welpen gebraten“ – ein Vorwurf, der laut Polsat News wiederholt dementiert wurde. Kaczyński erklärte, Magyar sei ein Mensch, der „nicht im öffentlichen Leben stehen sollte“, und sein Sieg deute darauf hin, dass die Gesellschaft „ein bisschen krank“ sei. Zum Thema Ziobro und Romanowski äußerte Kaczyński die Hoffnung, dass diese nicht in Polen landen würden, da sie dort „absolut keine Chance auf ein faires Verfahren“ hätten. Die derzeitige polnische Regierung warf er vor, eine „Diktatur aufzubauen“. Die öffentliche Meinung in Polen ist geteilt: In Umfragen von Fakt argumentierten einige Bürger, die beiden Politiker hätten sich nichts vorzuwerfen, während eine Mehrheit die Ansicht vertrat, beide sollten vor Gericht erscheinen und nachweisen, ob sie im Einklang mit dem Gesetz gehandelt haben.
Zbigniew Ziobro: 26, Marcin Romanowski: 19
Mentioned People
- Péter Magyar — Węgierski polityk, prawnik i dyplomata, poseł do Parlamentu Europejskiego, lider Partii Szacunku i Wolności (TISZA)
- Zbigniew Ziobro — Polski polityk i prawnik, poseł na Sejm, były minister sprawiedliwości i prokurator generalny
- Marcin Romanowski — Polski prawnik i polityk, poseł na Sejm, były podsekretarz stanu w Ministerstwie Sprawiedliwości
- Adam Bodnar — Polski prawnik i polityk, były Rzecznik Praw Obywatelskich, obecny Minister Sprawiedliwości
- Włodzimierz Czarzasty — Polski polityk i przedsiębiorca, marszałek Sejmu od 2025 roku
- Jarosław Kaczyński — Polski polityk, były premier, prezes Prawa i Sprawiedliwości (PiS)
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
Sources: 26 articles
- Żurek skierował do Węgier pisma ws. Ziobry i Romanowskiego (wpolityce.pl)
- Żurek napisał do węgierskich ministrów. W sprawie Ziobry i Romanowskiego (TVN24)
- Żurek nie odpuszcza. Są kolejne pisma do Budapesztu ws. Romanowskiego i Ziobry | Niezalezna.pl (NIEZALEZNA.PL)
- Nowe fakty o ENA ws. Ziobry. Pętla wokół zbiega z Budapesztu zaciska się (naTemat.pl)
- Waldemar Żurek skierował do węgierskich władz dwa pisma ws. Ziobry i Romanowskiego (www.gazetaprawna.pl)
- Polska kieruje do Węgier zapytania o azyl i ENA w sprawie Funduszu Sprawiedliwości (Rzeczpospolita)
- Ślubowanie sędziów TK. Żurek o śledztwie ws. ludzi Nawrockiego (polsatnews.pl)
- Żurek śle pisma do władz Węgier. Chce dopaść Ziobrę i Romanowskiego (Do Rzeczy)
- Ruch Żurka ws. Ziobry i Romanowskiego. Na Węgry wysłano dwa pisma (polsatnews.pl)
- Minister sprawiedliwości napisał do władz Węgier ws. Ziobry i Romanowskiego (rmf24.pl)