Gesandte aus dem Libanon und Israel sind am Dienstag in Washington erstmals seit über drei Jahrzehnten zu direkten bilateralen Gesprächen zusammengetroffen. Während die Diplomaten unter US-Vermittlung berieten, hielten die Kämpfe zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah-Miliz im Südlibanon unvermindert an.
Historisches Treffen
Erste direkte bilaterale Gespräche zwischen Israel und dem Libanon seit 1993 unter US-Vermittlung in Washington.
Differenzen in der Agenda
Libanon fordert Verhandlungen über einen Waffenstillstand, während Israel die Entwaffnung der Hisbollah in den Fokus rückt.
Ungeklärter Status der Waffenruhe
Die Einbeziehung des Libanon in den bestehenden Waffenstillstand zwischen den USA, Israel und dem Iran bleibt international umstritten.
Militärische Offensive dauert an
Trotz der Gespräche rücken israelische Bodentruppen im Südlibanon weiter vor und kontrollieren Pufferzonen nahe der Grenze.
Vertreter des Libanon und Israels sind am Dienstag, den 15. April 2026, in Washington zu den ersten direkten bilateralen Gesprächen beider Nationen seit 1993 zusammengekommen. Das Treffen fand vor dem Hintergrund anhaltender Kämpfe zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah-Miliz auf libanesischem Territorium statt. An den Beratungen nahmen US-Außenminister Marco Rubio, der israelische Botschafter in den Vereinigten Staaten, Yechiel Leiter, die libanesische Botschafterin in Washington, Nada Hamadeh Moawad, sowie Michael Issa als Gesandter Washingtons für den Libanon teil. Rubio eröffnete die Sitzung und bezeichnete sie als historische Chance, um den Einfluss der Hisbollah in der Region zu beenden. Größere Durchbrüche wurden von der Sitzung nicht erwartet, die von beiden Seiten eher als vorbereitender Schritt und nicht als formale Verhandlung eingestuft wurde. Die beiden Staaten unterhalten keine diplomatischen Beziehungen, weshalb bereits das Zustandekommen des Treffens als bemerkenswerte Entwicklung in einer Region gilt, die seit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran im Februar 2026 von Kämpfen erschüttert wird. Der Libanon und Israel befinden sich seit der Gründung Israels im Jahr 1948 offiziell im Kriegszustand. Letztmals fanden 1993 direkte bilaterale Gespräche statt. Die vom Iran unterstützte schiitische Miliz und Partei Hisbollah operiert seit Jahrzehnten im Südlibanon und führte bereits mehrere bewaffnete Konflikte mit Israel. Die Grenze zwischen beiden Ländern gilt als dauerhafter Krisenherd.Streit um die Tagesordnung belastet den AuftaktDie Delegationen reisten mit gegensätzlichen Positionen hinsichtlich der Inhalte der Gespräche nach Washington. Ein libanesischer Regierungsvertreter erklärte, Nada Hamadeh Moawad sei lediglich autorisiert, über einen Waffenstillstand zu beraten; Beirut bezeichnete die Sitzung offiziell als „vorbereitendes Treffen“ für künftige Verhandlungen. Der israelische Außenminister Gideon Sa'ar sagte hingegen vor Journalisten, dass der Fokus der Gespräche ausschließlich auf der Entwaffnung der Hisbollah liege, nicht auf einer Waffenstillstandsvereinbarung. Ein Vertreter des US-Außenministeriums versuchte zu vermitteln und erklärte, man wolle den Rahmen für einen „fortlaufenden Dialog“ abstecken, der die Sicherheit an der israelischen Nordgrenze sowie das Streben des Libanon nach „voller Souveränität über sein Territorium und sein politisches Leben“ umfasse. Der Beamte betonte, Israel befinde sich im Krieg mit der Hisbollah, nicht mit dem Libanon, weshalb Gespräche zwischen den Nachbarn folgerichtig seien. Rubio räumte die Schwierigkeit des Unterfangens ein.„„Es werden sich nicht alle Komplexitäten dieser Angelegenheit in den nächsten sechs Stunden lösen lassen.“” — Marco Rubio via Financial Times Waffenstillstand mit Iran lässt Status des Libanon ungeklärtDas Treffen in Washington fand vor dem Hintergrund eines fragilen regionalen Waffenruheabkommens statt, das den Status des Libanon rechtlich im Unklaren lässt. Die USA, Israel und der Iran hatten sich vergangene Woche auf einen 14-tägigen Waffenstillstand geeinigt. Eine erste Folgerunde in Pakistan zwischen den USA und dem Iran endete jedoch ohne Ergebnis für einen dauerhaften Frieden. Während der Iran und Pakistan darauf beharrten, dass der Libanon Teil des Abkommens sei, vertraten die USA und Israel die Ansicht, dies sei nicht der Fall. Aufgrund der Rolle der Hisbollah als regionaler Verbündeter Teherans ist diese Frage politisch hochsensibel. Der Streit über die Reichweite der Waffenruhe erhöhte den Druck auf das Treffen in Washington, erschwerte jedoch gleichzeitig die Einigung auf einen gemeinsamen Rahmen. Israelische Truppen rücken im Südlibanon vorUngeachtet der diplomatischen Bemühungen setzten die israelischen Streitkräfte ihre Operationen im Libanon fort. Zwar waren seit vergangener Woche keine Luftangriffe auf Beirut mehr verzeichnet worden – nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, Israel werde die Offensive „unauffälliger“ führen –, doch im Süden des Landes hielten die Bombardements an. Israelische Truppen stießen dort weiter vor und richteten faktisch eine Pufferzone ein, die sich mehrere Kilometer nördlich der Grenze erstreckt. Laut israelischen Militärangaben vom Montag wurde die Stadt Bint Dschubail umstellt. Die Diskrepanz zwischen der Diplomatie in Washington und der militärischen Realität verdeutlicht die Distanz zwischen den Zielen beider Seiten.Wichtige Ereignisse im Vorfeld der Washingtoner Gespräche: — ; — ; —
Mentioned People
- Marco Rubio — 72. sekretarz stanu USA i p.o. doradcy ds. bezpieczeństwa narodowego
- Gideon Sa'ar — Izraelski minister spraw zagranicznych
- Yechiel Leiter — Ambasador Izraela w Stanach Zjednoczonych
- Nada Hamadeh Moawad — Ambasador Libanu w USA
- Michael Issa — Przedstawiciel USA z 48. okręgu Kalifornii i wysłannik do Libanu
Sources: 23 articles
- US hails 'historic opportunity' for peace after Lebanon, Israel talks in Washington (France 24)
- Rubio launches direct negotiations between Israel and Lebanon (Axios)
- Israel Hails Lebanon Talks Despite Slim Chances for Breakthrough (Bloomberg Business)
- Israël et le Liban acceptent d'entamer des négociations directes en vue d'une paix durable, selon Washington (Mediapart)
- Guerre au Moyen-Orient - Israël et le Liban d'accord pour entamer des négociations directes (La Libre.be)
- Israeli-Lebanese negotiations 'largely symbolic and performative', Middle East expert says (France 24)
- As war rages, Israel and Lebanon hold first direct talks since 1993 (BBC)
- Israeli envoy says 'on the same side' with Lebanon after talks in US (Le Monde.fr)
- Israel and Lebanon remain in deadlock after first talks in decades (The Independent)
- S-au încheiat "discuțiile istorice" Israel-Liban de la Washington. Se lucrează la un "tratat de pace complet" - Știrile ProTV (Stirile ProTV)