US-Präsident Donald Trump hat einen möglichen Austritt der Vereinigten Staaten aus der NATO öffentlich zur Debatte gestellt. In einem Interview mit dem britischen „Daily Telegraph“ bezeichnete er das Verteidigungsbündnis als „Papiertiger“ und erklärte, die Entscheidung liege „jenseits einer erneuten Überprüfung“. Hintergrund sind diplomatische Spannungen nach der Weigerung europäischer Verbündeter, US-Militäreinsätze gegen den Iran zu unterstützen.
NATO-Austritt der USA
Präsident Trump erwägt den Ausstieg aus der Allianz und bezeichnet das Bündnis als unwirksam.
Verweigerung der Beistandspflicht
Die US-Regierung rückt von der automatischen Beistandszusage gemäß Artikel 5 ab.
Europäischer Widerstand
Italien, Spanien und Frankreich verweigerten die Unterstützung für US-Operationen gegen den Iran.
US-Präsident Donald Trump hat erklärt, er ziehe einen Austritt der Vereinigten Staaten aus der NATO ernsthaft in Erwägung. In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem britischen „Daily Telegraph“ bezeichnete er die Allianz als „Papiertiger“. Laut Reuters gab Trump an, ein Abzug der USA aus dem Verteidigungspakt stehe mittlerweile „jenseits einer erneuten Überprüfung“. Die Äußerungen folgen auf wochenlange Spannungen zwischen Washington und den europäischen Alliierten, da diese sich weigerten, US-Militärberationen gegen den Iran zu unterstützen. Trump erklärte, er habe schon seit Langem Zweifel an der Glaubwürdigkeit der NATO gehegt und ergänzte, dass der russische Präsident Wladimir Putin seine Einschätzung der Schwäche des Bündnisses teile.
„Oh ja, ich würde sagen, [es steht] jenseits einer erneuten Überprüfung. Ich habe mich nie von der NATO umstimmen lassen. Ich wusste immer, dass sie ein Papiertiger sind, und Putin weiß das übrigens auch.” — Donald Trump via Reuters
Hegseth verweigert Bekenntnis zu Artikel 5 Verteidigungsminister Pete Hegseth lehnte es am Dienstag während eines Briefings im Pentagon ab, die US-Verpflichtung zur kollektiven Verteidigung der NATO zu bekräftigen. Er erklärte, diese Frage liege „beim Präsidenten“. Hegseth verwies auf aktuelle Social-Media-Beiträge Trumps, in denen dieser Frankreich kritisierte, weil es Überflüge von US-Versorgungsflugzeugen für Israel blockiert hatte. Zudem kritisierte Trump Großbritannien, da es sich nicht an der Seite der USA und Israels am Krieg gegen den Iran beteilige. Reuters bezeichnete die Äußerungen als außergewöhnlich, da die kollektive Verteidigung den Kern des Bündnisses bilde. Hegseth fügte hinzu, dass die Allianz an Bedeutung verliere, wenn Mitgliedstaaten den USA im Bedarfsfall nicht beistünden. Von Reuters zitierte Experten warnten, dass solche Signale Russland dazu ermutigen könnten, die Bereitschaft der NATO-Mitglieder zur Durchsetzung von Artikel 5 zu testen. Ein formaler Austritt der USA könnte zudem die Zustimmung des Kongresses erfordern, hieß es bei Reuters weiter.
„Man hat keine wirkliche Allianz, wenn man Länder hat, die nicht bereit sind, einem beizustehen, wenn man sie braucht. Er weist lediglich darauf hin, und letztlich wird es seine Entscheidung sein, wie das dann aussieht.” — Pete Hegseth via Reuters
Rubio bezeichnet NATO nach Iran-Konflikt als „Einbahnstraße“ Außenminister Marco Rubio äußerte sich ähnlich in einem Interview mit Fox News. Er erklärte, die USA seien gezwungen, ihre Beziehung zur NATO nach dem Ende des Iran-Konflikts „neu zu bewerten“. Rubio bezeichnete sich selbst als ehemaligen überzeugten Verteidiger des Bündnisses. Früher habe er einen „immensen Wert“ in der NATO gesehen, da sie es den USA ermöglicht habe, durch den Zugang zu europäischen Stützpunkten weltweit militärische Macht zu demonstrieren. Er argumentierte jedoch, dass das Bündnis zu einer „Einbahnstraße“ geworden sei, wenn diese Basen nicht mehr zur Verteidigung amerikanischer Interessen genutzt werden dürften. Trump teilte dem „Daily Telegraph“ laut newsORF.at mit, er sei „froh“, dass Rubio diese Aussagen gemacht habe. Rubio stellte infrage, warum die USA hunderte Milliarden Dollar für das Bündnis ausgeben sollten, wenn ihnen im Kriegsfall der Zugang zu den Stützpunkten verwehrt bleibe.
„Ich denke daher, dass es leider keinen Zweifel gibt, dass wir nach Abschluss dieses Konflikts diese Beziehung neu überdenken müssen. Wir werden den Wert der NATO und dieser Allianz für unser Land neu bewerten müssen.” — Marco Rubio via Deutsche Welle
Italien blockierte Sigonella-Nutzung, Spanien schloss Luftraum für US-Jets Unmittelbarer Auslöser für die Verschärfung der Rhetorik war die Weigerung europäischer NATO-Mitglieder, US-Militäroperationen gegen den Iran zu unterstützen. Die italienische Regierung lehnte eine US-Anfrage zur Nutzung der Basis Sigonella auf Sizilien für Kampfeinsätze ab. Laut Berichten der Deutschen Welle und forsal.pl unter Berufung auf den „Corriere della Sera“ hatte das US-Militär versucht, dort ohne vorherige Absprache mit dem italienischen Kommando Kampfflugzeuge zu landen. Spanien hatte seinen Luftraum bereits einige Tage vor der italienischen Weigerung für US-Maschinen auf dem Weg zum Iran-Einsatz gesperrt. Frankreich zog direkte Kritik von Trump auf sich, da es den Überflug von US-Versorgungsflugzeugen für Israel untersagte. Die Deutsche Welle wies darauf hin, dass der von den USA und Israel begonnene Iran-Krieg nicht unter Artikel 5 falle, weshalb für die europäischen Alliierten keine vertragliche Verpflichtung zur Beteiligung bestehe. Die US-Regierung hatte zudem Druck auf NATO-Partner ausgeübt, Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus zu leisten; europäische Staaten lehnten die Entsendung von Schiffen jedoch ab, so forsal.pl.
Die Vereinigten Staaten und Israel begannen am 28. Februar 2026 unter dem Namen „Operation Epic Fury“ Militäroperationen gegen den Iran. Bei den Angriffen wurde Ali Chamenei, das geistliche Oberhaupt des Iran, am ersten Tag der Kampagne getötet. Sein Sohn, Mojtaba Chamenei, wurde daraufhin am 9. März 2026 zum Obersten Führer ernannt. Der Konflikt belastet die transatlantischen Beziehungen dauerhaft, da sich die europäischen NATO-Mitglieder weitgehend weigern, sich an der militärischen Kampagne zu beteiligen oder diese zu unterstützen.
Eskalation der Spannungen zwischen USA und NATO im Iran-Krieg: — ; — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Donald Trump — Prezydent Stanów Zjednoczonych
- Marco Rubio — 72. sekretarz stanu USA i pełniący obowiązki doradcy ds. bezpieczeństwa narodowego
- Pete Hegseth — 29. sekretarz obrony USA
- Vladimir Putin — Prezydent Rosji
Sources: 47 articles
- NATO bez USA? Premier Wielkiej Brytanii reaguje na zapowiedź Trumpa (Do Rzeczy)
- Szokujące słowa Trumpa o NATO. "Putin też to wie" (wiadomosci.radiozet.pl)
- Krytyka Trumpa wobec NATO "nasila się". "Znamienna" reakcja ważnego sojusznika (TVN24)
- Donald Trump indique 'envisager sérieusement' de quitter l'Otan - RTBF Actus (RTBF)
- Trump zieht NATO-Austritt in Erwägung (newsORF.at)
- Trump asegura que está valorando retirar a EEUU de la OTAN: "Siempre supe que la Alianza era un tigre de papel y Putin también lo sabe" (EL MUNDO)
- Trump se "gândește serios" să retragă SUA din NATO, după ce aliații nu s-au implicat în războiul din Iran (Ziare.com)
- Donald Trump susține că se gândeşte serios să retragă SUA din NATO: "Am știut întotdeauna că e un tigru de hârtie" (Digi24)
- Secretarul american de Stat spune că SUA trebuie să reexamineze relațiile cu NATO, după ce se încheie războiul din Iran (Digi24)
- Pentagonul refuză să confirme angajamentul SUA față de apărarea colectivă a NATO, conform Articolului 5. Pete Hegseth susține că decizia îi revine președintelui Trump (Ziare.com)