US-Präsident Donald Trump hat für Donnerstag, den 16. April 2026, eine zehntägige Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und dem Libanon angekündigt. Nach Angaben des US-Präsidenten soll die Vereinbarung um 17:00 Uhr Ortszeit (Washington, D.S.) in Kraft treten. Vorausgegangen waren Gespräche mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun.

Ankündigung der Waffenruhe

Donald Trump verkündete eine 10-tägige Waffenruhe ab dem 16. April 2026, 17:00 Uhr EST.

Diplomatischer Durchbruch

Erstmals seit über 30 Jahren fanden direkte Gespräche auf Botschafterebene in Washington statt.

Hizbollah-Reaktion

Die Miliz will die Waffenruhe unter Vorbehalt respektieren, kritisiert aber die Verhandlungen als Kapitulation.

Donald Trump verkündete die zehntägige Waffenruhe am Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social und bezeichnete die vorangegangenen Telefonate mit Premier Netanjahu und Präsident Aoun als „ausgezeichnet“. Beide Staatschefs hätten zugestimmt, die Kampfpause offiziell einzuleiten, um den Weg für Friedensverhandlungen zu ebnen. Die Ankündigung erfolgt nach 46 Tagen kriegerischer Auseinandersetzungen, die laut dem libanesischen Gesundheitsministerium fast 2.200 Todesopfer forderten. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag von keiner der betroffenen Regierungen eine offizielle Bestätigung vor; arabische Medien berichteten, Beirut habe erst durch Trumps Beitrag von den Plänen erfahren. Trump kündigte zudem an, Netanjahu und Aoun ins Weiße Haus einzuladen, was die ersten bedeutenden Gespräche zwischen beiden Ländern seit 1983 markieren würde.

Gespräche in Washington als erster direkter Kontakt seit 34 Jahren Der Ankündigung gingen direkte diplomatische Kontakte voraus, die am Dienstag, den 14. April 2026, in Washington stattfanden. Es handelte sich um den ersten derartigen Austausch auf Botschafterebene seit über drei Jahrzehnten. Geleitet wurden die Gespräche von Außenminister Marco Rubio, der das Treffen als Fortschritt bezeichnete, um den jahrzehntelangen Einfluss der Hizbollah in der Region dauerhaft zu beenden. Der israelische Botschafter in Washington, Yechiel Leiter, betonte nach dem Treffen, Israel und der Libanon stünden auf derselben Seite im Kampf gegen die Hizbollah. Präsident Aoun bezeichnete die Waffenruhe als „natürlichen Ausgangspunkt für direkte Verhandlungen“, um die israelische Eskalation und Angriffe auf Zivilisten zu stoppen. Laut Berichten der Zeitung Haaretz sicherte Rubio der libanesischen Seite die Unterstützung Washingtons für eine Stabilisierung des Landes zu. Trump erklärte, er habe Generalstabschef Dan Caine sowie Vizepräsident JD Vance angewiesen, gemeinsam mit Rubio auf einen dauerhaften Frieden hinzuwirken.

„Ich hatte gerade ausgezeichnete Gespräche mit dem hochgeschätzten Präsidenten Joseph Aoun aus dem Libanon und Premierminister Bibi Netanjahu aus Israel. Sie sind übereingekommen, dass sie für den Frieden zwischen ihren Ländern heute um 17:00 Uhr EST offiziell eine zehntägige Waffenruhe beginnen werden.” — Donald Trump via Truth Social

Israel begann seine Militäroperation im Libanon am 2. März 2026 mit dem Ziel, die Angriffsfähigkeit der Hizbollah zu schwächen. Vorausgegangen waren jahrelange grenzüberschreitende Gefechte, die sich im Zuge der regionalen Eskalation seit dem Gaza-Krieg im Oktober 2023 verschärft hatten. Die letzten diplomatischen Gespräche auf vergleichbarer Ebene fanden laut Franceinfo im Jahr 1993 statt. Die libanesische Politik ist seit Jahrzehnten durch die bewaffnete Präsenz der Hizbollah im Süden des Landes geprägt, die von aufeinanderfolgenden Regierungen nicht entwaffnet werden konnte.

Hizbollah äußert sich zurückhaltend, israelische Truppen bleiben im Süden Die vom Iran unterstützte Hizbollah, deren Einheiten Hauptziel der israelischen Offensive sind, war nicht direkt an der Vereinbarung beteiligt und hatte die Washingtoner Gespräche zuvor als „Kapitulation“ kritisiert. Der Hizbollah-Abgeordnete Hassan Fadlallah erklärte gegenüber Reuters, der iranische Botschafter in Beirut habe ihn über eine einwöchige Waffenruhe informiert, was darauf hindeutet, dass die Gruppe Informationen nur indirekt erhielt. Der Abgeordnete Ibrahim Moussaoui betonte, die Miliz werde die Waffenruhe unter Auflagen respektieren.

„Wir werden die Waffenruhe vorsichtig respektieren, sofern es sich um eine umfassende Einstellung der Feindseligkeiten gegen uns handelt und Israel diese nicht für gezielte Tötungen ausnutzt.” — Ibrahim Moussaoui via Franceinfo

Die Vereinbarung sieht bisher keinen Abzug der israelischen Truppen aus dem Südlibanon vor – eine Kernforderung der libanesischen Regierung. Laut der New York Times vermieden die USA in den Gesprächen die Forderung nach einem sofortigen Rückzug und betonten stattdessen Israels Recht auf Selbstverteidigung. Bis Donnerstag hielten die Kampfhandlungen an. Laut LaSexta wurden im Süden des Libanon vier Rettungskräfte bei israelischen Angriffen getötet. Seit Beginn der Offensive am 2. März sind damit bereits 91 Mitarbeiter des Gesundheitswesens ums Leben gekommen.

Opferzahlen steigen auf über 2.100 Tote Das libanesische Gesundheitsministerium bezifferte die Gesamtzahl der Todesopfer bis Donnerstag auf 2.196, darunter 172 Kinder. Mehr als 7.000 Menschen wurden verletzt. In den 24 Stunden vor der Ankündigung starben laut El País weitere 29 Personen bei Bombenangriffen. Die israelische Armee rückte noch kurz vor der Frist weiter vor, zerstörte die letzte Brücke über den Litani-Fluss und bewegte sich auf die strategisch wichtige Stadt Bint Dschubail zu. Israels Technologieministerin Gila Gamliel verteidigte den diplomatischen Kurs und erklärte, jede militärische Kampagne müsse von Diplomatie begleitet werden. Während Berichte darauf hindeuteten, dass Netanjahu ein Gespräch mit Aoun plante, stellte das libanesische Präsidialamt klar, dass Aoun lediglich mit Marco Rubio telefoniert habe. Laut El País hatte Netanjahu noch am Vortag ausschließlich über militärische Erfolge gesprochen; die Waffenruhe gilt für ihn in einem Wahljahr als politisch riskant, da er zuvor den endgültigen Sieg über die Hizbollah versprochen hatte.

Wichtige Ereignisse im Israel-Libanon-Konflikt: — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
  • Benjamin Netanyahu — Premier Izraela
  • Joseph Aoun — 14. prezydent Libanu od 2025 roku
  • Marco Rubio — 72. sekretarz stanu USA
  • JD Vance — Wiceprezydent Stanów Zjednoczonych
  • Dan Caine — 22. przewodniczący Kolegium Połączonych Szefów Sztabów
  • Ibrahim Moussaoui — Poseł Hezbollahu do libańskiego parlamentu
  • Hassan Fadlallah — Parlamentarzysta z ramienia Hezbollahu

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