Nach Berichten über die extreme körperliche Auszehrung ukrainischer Soldaten am Oskil-Brückenkopf wurden am 25. April 2026 Führungspersönlichkeiten der Armee abberufen. Fotografien in sozialen Netzwerken zeigten Kämpfer, deren Körpergewicht infolge monatlicher Versorgungsengpässe von 90 auf etwa 50 Kilogramm gesunken war. Der ukrainische Generalstab räumte schwerwiegende Versäumnisse in der Befehlskette und die Verschleierung der vor Ort herrschenden Zustände ein.
Entlassungen in der Armeeführung
Die Kommandeure der 14. Brigade und des 10. Armeekorps wurden wegen massiver Versorgungsfehler und Verschleierung der Lage abberufen.
Extreme Unterversorgung am Oskil
Soldaten verloren bis zu 40 Kilogramm Körpergewicht und waren zeitweise bis zu 17 Tage ohne Nahrung, da Versorgungslinien durch russische Drohnen unterbrochen wurden.
Untersuchung eingeleitet
Die ukrainischen Landstreitkräfte prüfen das Versagen in der Befehlskette; neue Kommandeure haben die Versorgung der Einheiten vor Ort übernommen.
Die ukrainische Militärführung hat am 25. April 2026 die Kommandeure der 14. Selbstständigen Mechanisierten Brigade und des 10. Armeekorps entlassen. Vorausgegangen war die Veröffentlichung von Bildern in sozialen Medien, die Soldaten zeigten, deren Gewicht nach Monaten ohne ausreichende Verpflegung an einem Brückenkopf am linken Ufer des Flusses Oskil nahe Kupjansk von etwa 80 bis 90 Kilogramm auf rund 50 Kilogramm gesunken war. Der ukrainische Generalstab bestätigte Kommandofehler sowie die bewusste Verschleierung der Lage durch die verantwortlichen Offiziere. Nachdem Angehörige die Aufnahmen öffentlich gemacht hatten, sah sich die Militärführung zum Handeln gezwungen. Laut Generalstab verschlechterte sich die Situation an dem exponierten Brückenkopf über einen längeren Zeitraum durch extreme logistische Schwierigkeiten und fehlerhafte Berichterstattung innerhalb der Hierarchie. Die Armeeführung sprach von einem „schwerwiegenden Führungsversagen“ und betonte, dass die Probleme das Resultat langfristiger struktureller Defizite seien.
Soldaten tranken Regenwasser und waren bis zu 17 Tage ohne Nahrung Anastasiia Silchuk, die Ehefrau eines der Soldaten, veröffentlichte die Fotografien am 23. April 2026. Ihr Bericht über die Zustände löste landesweite Bestürzung aus. Sie gab an, dass die Männer acht Monate lang einen schrumpfenden Gebietsstreifen am linken Oskil-Ufer verteidigt hätten, in dem Nahrung und Medikamente zeitweise nur per Drohne geliefert werden konnten. „Die längste Zeit ohne jegliche Nahrung betrug 17 Tage. Über Funk wurde ihnen nicht zugehört, oder man wollte sie nicht hören. Mein Mann rief und flehte, dass es kein Essen und kein Wasser gäbe.” — Anastasiia Silchuk via Irish Examiner Auch Ivanna Poberezhniuk, Tochter eines ehemaligen Angehörigen derselben Brigade, warnte öffentlich davor, dass Soldaten vor Hunger das Bewusstsein verlören und das Kommando nicht reagiere. Ein Brigadesprecher bestätigte Medienvertretern, dass der Nachschub aufgrund der feindnahen Position fast ausschließlich aus der Luft erfolgen musste. „Alles wird mit Drohnen erledigt. Die Russen konzentrieren sich massiv auf die Lieferungen von Lebensmitteln, Munition und Treibstoff. Sie fangen ab und schießen herunter, was möglich ist. Manchmal gilt ihr Interesse weniger unserem militärischen Gerät als vielmehr der Logistik.” — Brigadesprecher via Irish Examiner
17 (Tage) — Längster gemeldeter Zeitraum, den Soldaten ohne Nahrung blieben
Gewichtsverlust der Soldaten am Oskil-Brückenkopf: Körpergewicht bei Ankunft (before: 80–90 kg, after: ~50 kg nach Monaten an der Position)
Russische Drohnenangriffe unterbrachen Versorgungslinien über den Oskil Der Generalstab erklärte, dass anhaltender russischer Beschuss und Drohnenangriffe auf die Übergänge des Oskil die logistische Unterstützung erheblich behindert hätten. Laut Irish Examiner zerstörte Russland Brücken über den Fluss, um ukrainische Einheiten am linken Ufer zu isolieren, was die Soldaten zwang, Wege von 10 bis 15 Kilometern zu ihren Stellungen zu Fuß zurückzulegen. Dem Generalstab zufolge fingen gegnerische Truppen gezielt Lieferungen ab. Laut ABC legten Quellen der Ukrainska Prawda nahe, dass die Ablösung der Kommandeure bereits vor der Veröffentlichung der Fotos beschlossen worden war, was jedoch erst am 25. April bekannt wurde. Der Generalstab räumte ein, dass der Kommandeur der 14. Brigade, Anatolii Lysetskyi, die tatsächliche Lage verschwiegen habe. Neben ihm wurde Serhii Perts, Kommandeur des Armeekorps, entlassen und im Rang degradiert.
Neuer Kommandeur nimmt Kontakt zu Truppen auf Oberst Taras Maksymov wurde zum neuen Kommandeur der 14. Brigade ernannt und nahm umgehend per Videoanruf Kontakt zu den Soldaten auf. Diese bestätigten den Erhalt von Nahrungsmitteln, gaben jedoch an, Zeit für die körperliche Erholung zu benötigen. Silchuk berichtete am 25. April von ersten Verbesserungen. „Es gibt einen neuen Kommandeur. Er hat uns angerufen und gesagt, dass das Problem gelöst wird. Und es stimmt. Mein Mann schrieb mir, dass er gerade mehr gegessen hat als in den letzten acht Monaten zusammen.” — Anastasiia Silchuk via AGI Maksymov stellte eine Rotation der Truppen in Aussicht, sobald die taktische Lage und das Wetter dies zuließen. Die ukrainischen Landstreitkräfte leiteten eine formelle Untersuchung ein. Als Nachfolger für den entlassenen Serhii Perts wurde Artem Bohomolov benannt.
Der Sektor Kupjansk in der Oblast Charkiw gilt seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 als einer der am stärksten umkämpften Frontabschnitte. Nach der Rückeroberung durch die Ukraine im September 2022 versuchen russische Truppen seither stetig, erneut Richtung Stadt vorzurücken und die ukrainischen Einheiten am östlichen Ufer des Oskil durch die Zerstörung von Flussübergängen zu isolieren. Der massive Einsatz von Drohnen auf beiden Seiten hat die Frontlogistik grundlegend verändert.
Oskil
Mentioned People
- Anastasia Silchuk — Żona żołnierza z 14. Samodzielnej Brygady Zmechanizowanej, która upubliczniła zdjęcia niedożywionych wojskowych
- Ivanna Poberezhniuk — Córka byłego żołnierza, która zgłaszała w mediach społecznościowych brak żywności i wody dla walczących
- Taras Maksymov — Pułkownik i nowo mianowany dowódca 14. Samodzielnej Brygady Zmechanizowanej
Sources: 8 articles
- Ukrainische Soldaten: Bis zu 17 Tage ohne Essen an der Front ausgeharrt (20 Minuten)
- Kiew entlässt Kommandeure wegen verfälschter Lageberichte (N-tv)
- Auf 50 Kilogramm abgemagert: Ukrainische Soldaten monatelang ohne ausreichende Versorgung an der Front (Der Tagesspiegel)
- Soldaten überleben 17 Tage ohne Nahrung (Blick.ch)
- Ουκρανία: Σοκαριστικές εικόνες αποστεωμένων στρατιωτών στο μέτωπο | Η ΚΑΘΗΜΕΡΙΝΗ (H Kαθημερινή)
- Soldati ucraini "lasciati al fronte senza cibo per mesi": licenziati due comandanti (Corriere della Sera)
- Escándalo en Ucrania por la desnutrición de soldados en el frente (ABC TU DIARIO EN ESPAÑOL)
- Un haut gradé ukrainien limogé après avoir affamé ses soldats (7sur7)
- Ukrainian soldiers left emaciated on frontline from lack of food and water (Irish Examiner)
- Soldati ucraini abbandonati senza cibo e acqua al fronte (AGI)