Nach der Veröffentlichung eines Fotos, das einen israelischen Soldaten beim Einschlagen auf eine Christus-Statue im südlibanesischen Debel zeigt, haben Israel und internationale Diplomaten Aufklärung angekündigt. Die Armee bestätigte am Montag die Echtheit der Aufnahme und leitete eine Untersuchung durch das Nordkommando ein. Ministerpräsident Netanjahu und Außenminister Sa'ar drückten ihr Bedauern gegenüber der christlichen Gemeinschaft aus.
IDF bestätigt Schändungsvorfalls
Die israelische Armee bestätigte die Echtheit eines Fotos, das einen Soldaten beim Beschädigen einer Jesus-Statue zeigt, und leitete eine Untersuchung ein.
Offizielle Entschuldigungen
Sowohl Ministerpräsident Netanjahu als auch Außenminister Sa'ar verurteilten die Tat und entschuldigten sich bei der christlichen Gemeinschaft.
Religiöse Verurteilung
Kardinal Pizzaballa bezeichnete den Vorfall als schweren Affront gegen den Glauben und Teil eines Musters von Schändungen.
Diplomatischer Druck
Der US-Botschafter Mike Huckabee forderte harte und öffentliche Konsequenzen für den verantwortlichen Soldaten.
Ein israelischer Soldat, der dabei fotografiert wurde, wie er im christlichen Dorf Debel im Südlibanon mit einem Vorschlaghammer auf eine Statue von Jesus Christus einschlug, löste am Montag breite Verurteilung durch israelische Regierungsvertreter, religiöse Führer und internationale Diplomaten aus. Die IDF bestätigten die Echtheit des Bildes und kündigten eine Untersuchung durch ihr Nordkommando an. Die Fotografie, die am Wochenende in den sozialen Medien kursierte, zeigt den Soldaten, wie er mit der stumpfen Seite einer Axt gegen den Kopf einer umgestürzten Skulptur von Jesus am Kreuz schlägt. Die Statue befand sich im Garten eines privaten Familienanwesens am Rande von Debel, einem Dorf, das Reuters als Schauplatz des Vorfalls verifizierte. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, er sei „schockiert und betrübt“ über die Tat, und versprach, dass die Armee Disziplinarmaßnahmen ergreifen werde. Bis zum späten Montagabend teilte die IDF mit, sie habe den verantwortlichen Soldaten identifiziert und das Nordkommando führe eine formelle Untersuchung durch. Netanjahu und Sa'ar entschuldigen sich bei Christen weltweitDer israelische Außenminister Gideon Sa'ar entschuldigte sich direkt bei der christlichen Gemeinschaft und bezeichnete das Verhalten des Soldaten als schmachvoll und beschämend. „Wir entschuldigen uns für diesen Vorfall und bei jedem Christen, dessen Gefühle verletzt wurden.” — Gideon Sa'ar via ANSA Sa'ar lobte die IDF für die Verurteilung der Tat und die Einleitung einer Untersuchung. Er fügte hinzu, er sei zuversichtlich, dass strenge Maßnahmen ergriffen würden. Netanjahu drückte sein Bedauern über jeglichen Schaden aus, der „den Gläubigen im Libanon und auf der ganzen Welt“ zugefügt wurde, und erklärte, dass Israel „die jüdischen Werte der Toleranz und des gegenseitigen Respekts zwischen Juden und Gläubigen aller Religionen schätzt und verteidigt“. Die IDF erklärten in einer Stellungnahme, dass „das Verhalten des Soldaten völlig unvereinbar mit den von ihren Truppen erwarteten Werten“ sei und dass man mit der örtlichen christlichen Gemeinde zusammenarbeite, um die Statue wieder aufzustellen. Akl Naddaf, Bürgermeister von Debel, bestätigte, dass sich die Statue im Garten eines Privathauses in einem Gebiet befand, zu dem die Bewohner keinen Zugang hatten, nachdem sie vor etwa einem Monat aufgrund der israelischen Offensive zur Flucht gezwungen worden waren. Naddaf forderte die israelische Armee zudem auf, Schäden an Häusern und darin befindlichen Heiligenstatuen zu untersuchen. Kardinal Pizzaballa verurteilt Tat als Affront gegen christlichen GlaubenKardinal Pierbattista Pizzaballa, Lateinischer Patriarch von Jerusalem, drückte im Namen der Versammlung der katholischen Ordinarien des Heiligen Landes „tiefe Entrüstung“ und „vorbehaltlose Verurteilung“ aus und nannte die Tat einen „schweren Affront gegen den christlichen Glauben“. Die von Pizzaballa unterzeichnete Erklärung der Versammlung ordnete den Vorfall in ein Muster „anderer gemeldeter Vorfälle von Schändungen christlicher Symbole“ ein und prangerte ein aus ihrer Sicht „besorgniserregendes Versagen in der moralischen und menschlichen Bildung“ an. Die Erklärung wiederholte zudem die Forderung von Papst Leo nach einem „entwaffneten und entwaffnenden“ Frieden. Pater Fadi Flaifel, ein Priester der Gemeinde von Debel, sagte der BBC, dass die Gemeinde „die Schändung des Kreuzes, unseres heiligen Symbols, und aller religiösen Symbole vollständig ablehnt“. Er fügte hinzu, dass die Tat „im Widerspruch zur Erklärung der Menschenrechte steht und keine Zivilisation widerspiegelt“. Flaifel erklärte gegenüber Reuters zudem, dass der Waffenstillstand, der am Freitag, dem 17. April, in Kraft trat, nicht die erhoffte Erleichterung für die Bewohner gebracht habe, da das Dorf weiterhin umzingelt sei und den Bewohnern der Zugang zu einigen Häusern am Ortsrand untersagt bleibe. Farid Jubran, Sprecher des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, nannte das Foto „herzzerreißend“ und forderte eine Bestrafung, die stark genug sei, um abschreckend zu wirken. US-Botschafter fordert rasche öffentliche Konsequenzen angesichts sinkender Unterstützung für IsraelMike Huckabee, der US-Botschafter in Israel und baptistischer Pastor, forderte infolge des Vorfalls „rasche, harte und öffentliche Konsequenzen“. Die Episode löste Reaktionen im gesamten politischen Spektrum der USA aus, wobei der ehemalige Kongressabgeordnete Matt Gaetz das Bild als „entsetzlich“ bezeichnete und die ehemalige Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene das Foto zusammen mit einem deutlichen Hinweis auf die militärische und finanzielle Unterstützung der USA für Israel teilte. Der Vorfall ereignete sich wenige Tage nach Inkrafttreten eines von den USA vermittelten Waffenstillstands zwischen Israel und dem Libanon am 17. April. Dieser beendete die sechswöchigen Kämpfe, die am 2. März 2026 begonnen hatten, als die Hisbollah zur Unterstützung des Irans Raketen auf Israel feuerte. Tausende israelische Soldaten besetzten nach dem Waffenstillstand weiterhin Gebiete im Südlibanon; Debel wird von Reuters als eines von Dutzenden Dörfern beschrieben, die nun faktisch unter israelischer Besatzung stehen. Eine vom Pew Research Center durchgeführte Umfrage, die von der BBC zitiert wurde, ergab, dass 60 Prozent der erwachsenen Amerikaner eine ablehnende Meinung gegenüber Israel haben, gegenüber 53 Prozent im Vorjahr. Die New York Times merkte an, dass Angriffe gegen Christen und christliche Stätten in der Region seit dem von der Hamas angeführten Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023, der den Krieg in Gaza und einen politischen Rechtsruck bei vielen Israelis auslöste, immer häufiger geworden seien.Der Libanon beherbergt laut New York Times den größten Anteil an Christen in einem Land des Nahen Ostens, wobei Christen neben sunnitischen und schiitischen Muslimen eine der drei dominierenden demografischen Gruppen bilden. Das Dorf Debel liegt wenige Kilometer nördlich der israelischen Grenze und war eines der wenigen Dörfer im Südlibanon, in denen die Bewohner während des israelischen Militäreinsatzes gegen die Hisbollah blieben. Die BBC berichtete, dass die israelische Polizei im vergangenen Monat Kardinal Pizzaballa daran hinderte, die Grabeskirche in Jerusalem zu betreten, um eine private Palmsonntagsmesse abzuhalten; die israelischen Behörden führten Sicherheitsgründe an.Wichtige Ereignisse rund um den Vorfall in Debel: — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Benjamin Netanyahu — Premier Izraela
- Gideon Sa'ar — Izraelski polityk, pełniący funkcję ministra spraw zagranicznych
- Pierbattista Pizzaballa — Kardynał katolicki, Łaciński Patriarcha Jerozolimy od 2020 roku
- Mike Huckabee — Amerykański polityk i dyplomata, ambasador USA w Izraelu od 2025 roku
- Fadi Flaifel — Ksiądz i lider wspólnoty w wiosce Debel
Sources: 92 articles
- A revolta com soldado de Israel que vandalizou estátua de Jesus no Líbano - BBC News Brasil (BBC)
- Prajurit Israel hancurkan patung Yesus di Lebanon - BBC News Indonesia (BBC)
- Un soldado israelí en Líbano destrozó una estatua de Jesús (The New York Times)
- Outcry grows over Israeli soldier smashing Jesus statue in Lebanon (Al Jazeera Online)
- حقيقة أم فبركة - صورة صادمة من جنوب لبنان.. جندي إسرائيلي يحطم تمثالا للمسيح (France 24)
- Info ou intox - Statue de Jésus profanée au Liban : Israël admet la responsabilité d'un de ses soldats (France 24)
- Vandalismo a estátua de Jesus Cristo não é caso isolado (SAPO)
- Soldado israelita destrói imagem de Jesus no Líbano. Netanyahu e Igreja Católica condenam (Jornal Expresso)
- Polémique après une photo virale d'un soldat israélien vandalisant une représentation de Jésus au Liban (RFI)
- Truth or Fake - Israel confirms its soldier destroyed Jesus statue in Lebanon (France 24)