Am Montag, den 20. April 2026, hielt Papst Leo XIV. in Saurimo, der Hauptstadt der diamantreichen Provinz Lunda Sul, seine bisher politischste Rede der Afrika-Reise. Vor etwa 60.000 Gläubigen verurteilte er soziale Ungerechtigkeit und die Konzentration von Reichtum in den Händen weniger. Der Pontifex betonte, dass Unterdrückung und Korruption im Widerspruch zur christlichen Botschaft stünden.

Scharfe Sozialkritik

In Saurimo kritisierte Papst Leo XIV. die ungleiche Verteilung von Reichtum in der angolanischen Diamantenregion und bezeichnete Machtkonzentration als Zersetzung des Gemeinschaftslebens.

Verurteilung von Tyrannei

Der Papst nutzte zum wiederholten Male den Begriff 'Tyrannen' im Kontext von Ausbeutung und politischer Unterdrückung.

Besuch im Seniorenheim

Leo XIV. würdigte die Rolle älterer Menschen als Weisheitsträger und lobte die Betreuung von Senioren, die teils wegen Hexereivorwürfen von ihren Familien verstoßen wurden.

Diplomatische Spannungen

Die deutlichen Aussagen des Papstes während der Reise führten Berichten zufolge zu Irritationen in der US-Regierung unter Donald Trump.

Papst Leo XIV. hielt am Montag, den 20. April 2026, seine politisch am stärksten aufgeladene Rede im Rahmen seiner Afrika-Reise. Während einer Messe in Saurimo, der Hauptstadt der diamantreichen angolanischen Provinz Lunda Sul, verurteilte er vor schätzungsweise 60.000 Gläubigen Ausbeutung, Autoritarismus und die Konzentration von Wohlstand. Der in den USA geborene Pontifex erklärte vor der Menge, dass Gewalt und Unterdrückung im direkten Widerspruch zur christlichen Botschaft stünden und kein Mensch geboren sei, um in Unfreiheit zu leben. Die Messe markierte den dritten und letzten vollen Tag des Aufenthalts von Leo XIV. in Angola, der dritten Station einer zehntägigen Afrika-Reise durch vier Länder und elf Städte.

„Wir sind nicht auf die Welt gekommen, um zu sterben. Wir wurden nicht geboren, um Sklaven zu werden, weder der Verderbnis des Fleisches noch der des Geistes: Jede Form von Unterdrückung, Gewalt, Ausbeutung und Lüge verleugnet die Auferstehung Christi, das höchste Geschenk unserer Freiheit.” — Papst Leo XIV. via Europa Press

Angola erlangte 1975 die Unabhängigkeit von Portugal und durchlitt anschließend einen Bürgerkrieg, der bis 2002 andauerte. Das Land verfügt über einige der größten Diamantenvorkommen Afrikas, die sich in den nordöstlichen Provinzen Lunda Norte und Lunda Sul konzentrieren. Trotz des erheblichen Reichtums an natürlichen Ressourcen ist Angola weiterhin mit tiefer struktureller Ungleichheit konfrontiert; weite Teile der Bevölkerung leben in Armut. Etwa 80 Prozent der angolanischen Bevölkerung bekennen sich zum Christentum, davon laut Berichten von Publico rund die Hälfte zum Katholizismus.

Papst rügt Reichtumskonzentration im Diamantenzentrum Die Predigt von Leo XIV. in Saurimo enthielt explizite soziale und wirtschaftliche Kritik an der Rohstoffwirtschaft der Region und deren Versagen bei einer gerechten Verteilung der Erträge. Im Zentrum der angolanischen Diamantenindustrie warnte der Papst, dass Ungerechtigkeit die Fundamente des Gemeinschaftslebens zersetze.

„Wenn Ungerechtigkeit die Herzen verdirbt, wird das Brot aller zum Eigentum einiger weniger.” — Papst Leo XIV. via RFI

Er erklärte, dass „viele Wünsche der Menschen durch die Gewaltigen vereitelt, von Tyrannen ausgebeutet und durch Reichtum getäuscht“ würden. Laut RFI verwendete er das Wort „Tyrannen“ damit bereits zum dritten Mal während seiner Afrika-Reise, nach Reden in Algerien und Kamerun. Leo XIV. warnte zudem vor einem zweck-orientierten Verhältnis zum Glauben. Ein authentischer Glaube dürfe nicht durch einen „abergläubischen Handel ersetzt werden, bei dem Gott zum Idol wird, das man nur sucht, wenn es einem dient“. Er forderte die Gläubigen auf zu prüfen, ob ihre Nachfolge Christi auf Liebe oder Kalkül beruhe, und rief zu einem Glauben auf, der sich durch Solidarität und Gerechtigkeit statt durch Eigeninteresse ausdrückt. Die Stadt Saurimo, die größtenteils aus Vierteln mit Lehmhäusern und Wellblechdächern besteht, bildete eine deutliche Kulisse für die Kritik des Papstes an der Reichtumskonzentration. Laut Deutsche Welle gingen seine Ausführungen über den religiösen Rahmen hinaus und warfen soziale, wirtschaftliche und politische Fragen zur Rohstofflogik der Region und ihrer Eliten auf.

Besuch im Seniorenheim rückt Menschenwürde ins Zentrum Vor der Messe besuchte Leo XIV. als ersten Termin in Lunda Sul ein Seniorenheim. Dort forderte er, ältere Menschen nicht nur als Hilfsempfänger zu betrachten, sondern als aktive Träger des kollektiven Gedächtnisses und der Weisheit. Laut SAPO beherbergt das Zentrum derzeit 74 (Bewohner) — ältere Menschen im Alter von 60 bis 93 Jahren, von denen die meisten von ihren Familien verlassen wurden. Einigen Bewohnern sei von Angehörigen Hexerei vorgeworfen worden, woraufhin man sie verstoßen habe, berichtete Vatican News unter Berufung auf Europa Press. Die Leiterin der Einrichtung, Georgina Mwandumba, erklärte, das Heim sei gegründet worden, um Senioren in sozialen Risikolagen zu schützen, die häusliche Gewalt erfahren hätten. Leo XIV. lobte den Einsatz der angolanischen Behörden, Freiwilligen und Fachkräfte. Er betonte, dass der Umgang mit den Schwächsten den Grad der sozialen und institutionellen Reife einer Nation widerspiegle.

„Sie bewahren die Weisheit eines Volkes und man muss ihnen zuhören. Wir müssen ihnen dankbar sein für den Weg, den sie zum Wohle der Gemeinschaft bereitet haben.” — Papst Leo XIV. via SAPO

Der Papst zeigte sich sichtlich bewegt darüber, dass die Bewohner die Einrichtung als „Zuhause“ bezeichnen, was die familiäre Dimension des Wortes unterstreiche. Vor seiner Abreise vertraute er die Gemeinschaft dem Schutz der Jungfrau Maria an und wünschte den Anwesenden Frieden.

Afrika-Reise nähert sich Ende – Äquatorialguinea am Dienstag Der Besuch in Angola ist die dritte Etappe einer ambitionierten zehntägigen Afrika-Reise, die über fast 18.000 Kilometer und 18 Flüge führt. Laut Publico handelt es sich um eine der komplexesten Reisen, die je ein Papst unternommen hat. Leo XIV., der in den ersten zehn Monaten seines Pontifikats eher zurückhaltend auftrat, hat während der Reise einen deutlich direkteren Ton gewählt und wiederholt Staats- und Regierungschefs kritisiert, ohne sie beim Namen zu nennen. Gegenüber Journalisten erklärte er am Sonntag, die Reden seien bereits Wochen im Voraus verfasst worden und richteten sich nicht direkt gegen US-Präsident Donald Trump. Dessen ungeachtet haben seine Kommentare laut Publico zu Irritationen beim amerikanischen Präsidenten geführt. Leo XIV. hatte zudem die seit dem 28. Februar 2026 laufenden Militärschläge der USA und Israels gegen den Iran scharf kritisiert. Am Samstag verurteilte er die Ausbeutung afrikanischer Ressourcen durch „Despoten und Tyrannen“, am vorangegangenen Donnerstag sprach er davon, dass die Welt von einer „Handvoll Tyrannen verwüstet“ werde. Am Dienstag, den 21. April 2026, wird der Papst von Angola nach Äquatorialguinea weiterreisen, der letzten Station seiner Reise. Dort sind ein Treffen mit Präsident Teodoro Obiang und eine Rede vor der politischen Führung geplant. Äquatorialguinea steht international wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption in der Kritik, was die dortige Regierung zurückweist.

Die letzten Tage von Papst Leo XIV. in Angola: — ; — ; —

Mentioned People

  • Leo XIV — głowa Kościoła katolickiego i suweren Państwa Watykańskiego od maja 2025 roku
  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych

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