US-Präsident Donald Trump hat am Montag geplante Militärschläge gegen iranische Kraftwerke und Energieinfrastruktur für fünf Tage ausgesetzt. Die Nachricht sorgte an den globalen Finanzmärkten für deutliche Erholung und ließ den Ölpreis kräftig fallen. Aus Teheran kam jedoch umgehend der Widerspruch: Direkte Gespräche habe es nicht gegeben.

Trump verschiebt Militärschläge um fünf Tage

US-Präsident Donald Trump setzte geplante Angriffe auf iranische Kraftwerke und Energieinfrastruktur am Montag für fünf Tage aus.

Märkte reagieren mit deutlichen Kursgewinnen

Der DAX legte um rund 800 Punkte zu, der SMI schloss im Plus, und Brent-Rohöl fiel von 114 auf 104 Dollar pro Barrel.

Teheran bestreitet direkte Gespräche

Die iranische Regierung erklärte, es habe nur regionale Initiativen zur Spannungsreduktion gegeben, aber keine direkten Verhandlungen.

Risiken bleiben aus Sicht von Händlern bestehen

Trotz der Entspannung verweisen Händler auf anhaltende geopolitische Risiken, die Schäden im Nahen Osten und Unsicherheit über die Dauer der Pause.

US-Präsident Donald Trump hat am Montag geplante Militärschläge gegen iranische Kraftwerke und Energieinfrastruktur für fünf Tage ausgesetzt. Die Ankündigung löste an den globalen Finanzmärkten eine breite Erholung aus und führte zu einem deutlichen Rückgang der Rohölpreise. Trump erklärte, die Verschiebung sei nach „produktiven Gesprächen“ mit dem Iran am Wochenende erfolgt. Die iranische Regierung wies das umgehend zurück und erklärte, es habe keine direkten Verhandlungen gegeben. Die Mitteilung kam, nachdem Trump am Samstag, dem 21. März, ein 48-Stunden-Ultimatum gestellt und von Teheran verlangt hatte, die Straße von Hormus vollständig für die Schifffahrt wieder zu öffnen. Die widersprüchlichen Darstellungen aus Washington und Teheran machten Händler vorsichtig, obwohl die Märkte deutlich zulegten. Ein Marktteilnehmer, der vom Schweizer Finanzdienst SWI swissinfo.ch zitiert wurde, sagte, die Ankündigung wirke für Anleger „wie Balsam“, warnte aber zugleich, es handle sich wohl nur um ein „vorübergehendes Beruhigungsmittel“. DAX legt um 800 Punkte zu, Öl fällt von 114 DollarDie Finanzmärkte weltweit reagierten unmittelbar auf Trumps Mitteilung zur Mittagszeit. In Europa verzeichneten die Indizes zunächst kräftige Zugewinne, ehe die Euphorie bis zum Börsenschluss etwas nachließ. Der deutsche DAX gewann rund 800 Punkte und schloss bei 22.782 Punkten, ein Plus von 1,8 Prozent. Der Schweizer SMI schloss mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 12.389 Punkten, nachdem er im Tagesverlauf zwischen 12.053 und 12.527 Punkten geschwankt hatte. Auch der französische CAC beendete den Handel laut SWI swissinfo.ch klar im positiven Bereich. Zu den Gewinnern in der Schweiz zählten konjunktursensible Werte: Richemont legte 5,1 Prozent zu, Amrize gewann 3,3 Prozent, Geberit stieg um 1,9 Prozent. Die Ölpreise gaben deutlich nach. Brent-Rohöl, das zu Handelsbeginn zeitweise bei 114 Dollar pro Barrel gelegen hatte, fiel bis Montagabend auf 104 Dollar pro Barrel. 10 (USD per barrel) — Rückgang des Brent-Preises nach Trumps Ankündigung2026-03-23T09:00: 114, 2026-03-23T20:00: 104 Iran weist Gespräche zurück, Händler sehen weiter hohe RisikenDie iranische Regierung wies Trumps Darstellung der Gespräche am Wochenende als direkte Verhandlungen zurück und erklärte, es habe nur „Initiativen von Ländern in der Region zur Spannungsreduktion“ gegeben. Trump sagte später in Fernsehinterviews, die Gespräche hätten in der vorangegangenen Nacht stattgefunden. Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank, ordnete die Lage laut Handelsblatt für Anleger ein. Von SWI swissinfo.ch zitierte Händler rieten dennoch zur Vorsicht. Die geopolitischen Risiken seien nicht verschwunden, und die Schäden im Nahen Osten bereits erheblich. Einige Händler bezeichneten Trumps Kehrtwende als „Taco“ — eine Abkürzung für „Trump always chickens out“ — und brachten damit Skepsis über die Dauer der Pause zum Ausdruck. Anleger hatten zuletzt befürchtet, dass sich der Ölpreis über 120 Dollar pro Barrel festsetzen könnte. Analysten warnten, ein solches Niveau hätte nachhaltige negative Folgen für Inflation und Wirtschaftswachstum. Das Verbrauchervertrauen im Euroraum sei vor diesem Hintergrund im März bereits stärker als erwartet gesunken, berichtete SWI swissinfo.ch. Drei Wochen Konflikt lassen die Märkte nervös bleibenDie militärische Kampagne der USA und Israels gegen den Iran, die den Namen Operation Epic Fury trägt, begann am 28. Februar 2026, als die ersten Angriffe Ali Khamenei töteten, der seit 1989 Oberster Führer des Iran gewesen war. Mojtaba Khamenei, sein Sohn, wurde am 9. März 2026 zum Obersten Führer ernannt. Der Konflikt dauert nach Angaben in den zitierten Berichten Ende März 2026 seit etwa drei Wochen an.Die fünf Tage dauernde Aussetzung ist kein Waffenstillstand und lässt die weitere Entwicklung des Konflikts offen. Trumps ursprüngliches 48-Stunden-Ultimatum vom Samstag, dem 21. März, hatte mit der Zerstörung iranischer Kraftwerke gedroht, falls Teheran die Straße von Hormus nicht wieder öffne. Die Verlängerung dieser Frist um fünf Tage bedeutete eine deutliche Tonänderung, auch wenn die militärische Grundausrichtung bestehen blieb. An den Märkten spiegelte sich die Unsicherheit deutlich wider. Die erste Reaktion fiel klar positiv aus, doch bis zum Handelsende wurden die Kursgewinne kleiner, weil Marktteilnehmer die widersprüchlichen Signale aus Washington und Teheran abwägten. Die Lage bleibe, wie ein Händler sagte, „verwirrend“, die Stimmung „nervös“. Ob diplomatische Fortschritte Bestand hätten, sei von keiner Seite bestätigt worden.

Mentioned People

  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
  • Robert Halver — szef analizy rynku kapitałowego w Baader Bank

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