Die Hoffnung auf ein rasches Ende des Kriegs im Nahen Osten schwindet, und an den Finanzmärkten wächst die Nervosität. Anleger schichten weltweit in Bargeld und Energieaktien um. Der japanische Nikkei verlor 3,5 Prozent, während der weltweite MSCI-Aktienindex auf den tiefsten Stand seit vier Monaten fiel.
Nikkei fällt deutlich
Der japanische Nikkei verlor 3,5 Prozent, während der MSCI-Index für Weltaktien auf den tiefsten Stand seit vier Monaten sank.
Trump setzt Iran Frist
Donald Trump forderte Iran auf, die Straße von Hormus binnen 48 Stunden vollständig wieder zu öffnen, andernfalls drohten US-Angriffe auf iranische Kraftwerke.
Schäden am Energiesektor belasten Ausblick
QatarEnergy zufolge ist nahezu ein Fünftel der LNG-Exportkapazität Katars ausgefallen. Anleger rechnen daher zunehmend mit länger anhaltenden wirtschaftlichen Folgen.
United Airlines plant Kürzungen
Die Fluggesellschaft stellt sich bis Ende 2027 auf einen Ölpreis von 100 Dollar je Barrel ein und plant Kapazitätskürzungen um fünf Prozentpunkte.
Breiter Risikoabbau an den Märkten
Marktteilnehmer berichten von höheren Bargeldbeständen und sinkenden Positionen in Anleihen, Technologie- und Bergbauwerten in Asien, Australien und den Vereinigten Staaten.
Weltweit haben Investoren am Montag ihre Umschichtungen in Bargeld und Energiewerte beschleunigt, nachdem die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Kriegs im Nahen Osten weiter nachgelassen hatte. Der japanische Nikkei gab um 3,5 Prozent nach. Der MSCI-Index für Weltaktien fiel auf den tiefsten Stand seit vier Monaten, nachdem er am Freitag seine Unterstützung an der 200-Tage-Linie unterschritten hatte. Der S&P 500 war bereits am Freitag um 1,5 Prozent gefallen, angeführt von großen Technologiewerten. Die Futures auf den US-Index verloren am Montag im asiatischen Handel weitere 0,6 Prozent. Auch Chinas Blue-Chip-Index CSI 300 steuerte auf den stärksten Verlust seit dem Vorjahr zu, als US-Zölle die Märkte belastet hatten. Die Verkäufe spiegelten einen breiten Stimmungswechsel wider: Der Konflikt wurde nicht länger als vorübergehende Störung betrachtet, sondern zunehmend als Auslöser dauerhafter struktureller Schäden für die Energiemärkte und den Welthandel.
Trumps Frist für Hormus prägt den Montagabend an den Märkten Händler blickten auf eine von US-Präsident Donald Trump gesetzte Frist, die am Montag gegen 19.45 Uhr EDT auslaufen sollte. Iran sollte bis dahin die Straße von Hormus vollständig wieder öffnen. Trump hatte das Ultimatum am späten Samstag über soziale Medien bekanntgegeben. Er setzte Teheran 48 Stunden Zeit und drohte andernfalls mit US-Angriffen auf iranische Kraftwerke. Durch iranische Angriffe ist die Meerenge faktisch geschlossen worden, obwohl normalerweise ein erheblicher Teil des globalen Ölangebots diese Route passiert. Die Aussicht auf eine weitere militärische Eskalation statt auf eine diplomatische Wende veranlasste viele Investoren, Schutz in defensiven Anlagen zu suchen. Einige setzten zwar weiterhin auf einen kurzfristigen Kurswechsel Trumps. Nach Angaben von Reuters verliefen die Verkäufe an den Anleihemärkten jedoch noch deutlich heftiger als an den Aktienbörsen.
Schäden an der Energieinfrastruktur verstärken die Sorge vor einem dauerhaften Schock Die bereits entstandenen Schäden an der regionalen Energieinfrastruktur stärkten unter Anlegern die Einschätzung, dass weder eine politische Kehrtwende noch Zinssenkungen die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs rückgängig machen könnten. Der Chef von QatarEnergy sagte Reuters in der vergangenen Woche, durch iranische Angriffe sei nahezu ein Fünftel der Exportkapazität Katars für LNG ausgefallen. Langfristige Lieferverträge würden demnach über Jahre gestört bleiben. Flugtickets sind teurer geworden, auch die Benzinpreise sind gestiegen. United Airlines teilte mit, man bereite sich bis Ende 2027 auf einen Ölpreis von 100 Dollar je Barrel vor und plane Kapazitätskürzungen um fünf Prozentpunkte. Investoren verlagerten ihre Portfolios in Richtung Bargeld und Energieaktien und reduzierten zugleich ihre Positionen in Anleihen, Technologiewerten und Bergbauaktien. 5 (percentage points) — United Airlines plant Kapazitätskürzungen bis Ende 2027
„Right now, companies and countries have reserves and stockpiles, but those will eventually be depleted unless this wraps up. So markets are starting to price that and they need to price that.” — Aaron Costello via Reuters
S&P 500 (Friday): -1.5, Nikkei (Monday): -3.5, S&P 500 futures (Asia Monday): -0.6
Anleger ziehen sich rasch zurück, weil das Vertrauen in Bewertungen schwindet Marktteilnehmer berichteten von einem schnellen und breit angelegten Abbau von Risiken über Regionen und Anlageklassen hinweg. Karen Jorritsma, Leiterin für australische Aktien bei RBC Capital Markets in Sydney, sagte, die Kassenbestände nähmen zu, und an den Märkten in Asien, Australien und den Vereinigten Staaten sei eine Verringerung der Gesamtpositionen sichtbar. Aaron Costello, Asienchef des Investmentberaters Cambridge Associates, sagte bei einer Veranstaltung des Milken Institute in Hongkong, Investoren seien durch Jahre wiederholter Kurswechsel Trumps darauf geprägt worden, mit kurzfristigen Erholungen zu rechnen. Der Rückgang auf neue Tiefstände am Freitag markiere nun jedoch einen Stimmungsumschwung.
„Markets have been, until recently, extremely resilient. Then on Friday, markets kind of broke to new lows... because I think the reality is it is going to escalate before it de-escalates.” — Aaron Costello via Reuters
„There was a huge lack of conviction around valuation on this market rally. And so what we're seeing now is a fairly quick exit to the door.” — Karen Jorritsma via Reuters
Der Militäreinsatz der USA und Israels gegen Iran mit der Bezeichnung Operation Epic Fury begann am 28. Februar 2026. Bei den ersten Angriffen wurde Ali Khamenei, Irans langjähriger Oberster Führer, getötet. Sein Sohn Mojtaba Khamenei wurde am 9. März 2026 zum Obersten Führer ernannt. Der Konflikt hat den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus beeinträchtigt, einen der wichtigsten Engpässe für den Öltransport weltweit, und unter institutionellen Investoren rund um den Globus zu einer breiten Neubewertung der Stabilität der Energiemärkte geführt.
Mentioned People
- Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
- Aaron Costello — szef regionu Azji w Cambridge Associates
Sources: 1 articles
- Hopes give way to selling as investors brace for longer Middle East war (Reuters)
- Stock Market Today: Dow Futures Drop, Brent Gains After U.S., Iran Trade Threats -- Live Updates (The Wall Street Journal)
- Markets tumble and oil prices rise as global focus remains on Strait of Hormuz (The Independent)
- European shares skid to four-month low as Middle East conflict intensifies (Reuters)
- European Stocks Sink Into Correction on Trump's Iran Escalation (Bloomberg Business)
- Mideast war threatens energy crisis worse than 1970s oil shocks (France 24)
- Stock markets plunge after Trump's ultimatum on Iran (The Guardian)
- Iran war: What's happening on day 24 of US-Israel attacks? (Al Jazeera Online)
- Iran threatens to hit Gulf power plants as Israel launches new wave of attacks (Irish Examiner)
- European Gas Resumes Gains as US and Iran Trade Hormuz Threats (Bloomberg Business)