Der tschechische Privatanbieter RegioJet hat angekündigt, den Betrieb auf allen innerpolnischen Bahnstrecken zum 3. Mai 2026 einzustellen. Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit unfairen Wettbewerbsbedingungen durch das staatliche Eisenbahnunternehmen PKP Intercity. Betroffen sind unter anderem die Verbindungen zwischen Gdynia, Warschau und Krakau sowie die Strecke Poznań–Warschau.

Einstellung des Inlandsverkehrs

RegioJet beendet zum 3. Mai 2026 alle innerpolnischen Bahnverbindungen aufgrund schwieriger Wettbewerbsbedingungen.

Vorwürfe gegen PKP Intercity

Das Unternehmen kritisiert die staatliche Konkurrenz wegen mutmaßlicher Infrastrukturblockaden und Preisdumping.

Entschädigung für Kunden

Neben der Ticketrückerstattung erhalten betroffene Fahrgäste eine Entschuldigungszahlung von 100 PLN pro Ticket.

Internationale Routen bleiben

Die grenzüberschreitenden Verbindungen von Warschau und Przemyśl nach Prag sind vom Rückzug nicht betroffen.

Das tschechische Privatbahnunternehmen RegioJet gab am Donnerstag bekannt, dass es zum 3. Mai 2026 sämtliche Inlandsverbindungen in Polen einstellen wird. Als Gründe für den Rückzug nannte der Betreiber eine Blockade der Infrastruktur, Verkaufsbeschränkungen sowie eine aggressive Preispolitik des staatlichen Unternehmens PKP Intercity. Der Anbieter bestätigte, dass der Betrieb auf den Strecken Gdynia – Warschau – Krakau und Poznań – Warschau zu diesem Datum endet. Die internationalen Verbindungen auf den Routen Przemyśl – Krakau – Prag und Warschau – Prag bleiben hingegen bestehen. Radim Jančura, Gründer und Alleineigentümer von RegioJet, bedauerte die Entscheidung und bat die Fahrgäste um Entschuldigung. Das Unternehmen betonte, für eine Rückkehr auf den polnischen Markt offen zu sein, sofern sich die Rahmenbedingungen verbessern.

Jančura warnt vor Gefährdung der Unternehmenszukunft Radim Jančura, der RegioJet im Alter von 23 Jahren gründete und weiterhin als Alleineigentümer sowie Geschäftsführer der Muttergesellschaft Student Agency fungiert, stellte den Rückzug als notwendige Schutzmaßnahme für das Gesamtunternehmen dar. „„Ich kann die Zukunft des Unternehmens, das ich im Alter von 23 Jahren gegründet habe, nicht weiter aufs Spiel setzen. Ich bin zuversichtlich, dass wir unter günstigeren Bedingungen unsere Dienstleistungen in Polen wieder anbieten können“” — Radim Jančura via forsal.pl. In einer Stellungnahme warf RegioJet dem Mitbewerber PKP Intercity eine faktische Monopolstellung vor. Dabei wurde darauf verwiesen, dass rund 90 (Prozent) — Anteil der subventionierten PKP-Intercity-Verbindungen der staatlichen Verbindungen staatliche Zuschüsse erhalten, während RegioJet ohne öffentliche Mittel operierte. Zudem gab das Unternehmen an, dass keine Einigung über die Kompensation für gesetzliche Sozialrabatte erzielt wurde, welche RegioJet über mehrere Monate aus eigenen Mitteln finanziert habe. RegioJet beklagte zudem eine negative Medienkampagne und eine Verstrickung in politische Auseinandersetzungen, was das Unternehmen zum damaligen Zeitpunkt jedoch nicht kommentieren wollte. Die aktuelle Situation, einschließlich der behaupteten Infrastrukturblockade und Preisdumping-Strategien, gefährde die wirtschaftliche Stabilität der gesamten RegioJet-Gruppe in Tschechien.

Fahrgäste erhalten Rückerstattung und 100 PLN Entschädigung Reisende, die bereits Tickets für Fahrten nach dem 3. Mai erworben haben, werden am Donnerstag per SMS oder E-Mail über die Annullierungen informiert. Die vollständige Rückerstattung des Fahrpreises soll bis spätestens Mittwoch, den 15. April, über die ursprüngliche Zahlungsmethode erfolgen. Zusätzlich können betroffene Fahrgäste über ein Formular auf der Website des Anbieters eine Entschädigung in Höhe von 100 (PLN) — Entschädigungssumme pro Ticket für betroffene Fahrgäste beantragen. RegioJet erklärte, dieser Betrag solle mögliche Mehrkosten für Tickets bei PKP Intercity abdecken. Das Unternehmen versteht diese Zahlung als Entschuldigung für den abrupten Marktaustritt.

Ein Markteintritt von nur wenigen Monaten RegioJet war erst im Dezember 2025 in den polnischen Inlandsmarkt eingestiegen, zunächst mit einem täglichen Zugpaar auf der Strecke Krakau – Warschau, bevor das Angebot auf Warschau – Poznań und Gdynia – Warschau – Krakau ausgeweitet wurde. Bereits vor der Expansion im Inland betrieb das Unternehmen die internationale Verbindung Przemyśl – Krakau – Prag. RegioJet bezeichnet sich selbst als den größten privaten Bahnbetreiber in Mitteleuropa und als zweitgrößten Busanbieter der Region. Der Inlandsbetrieb in Polen dauerte somit nur wenige Monate an. Der Markteintritt hatte zuvor großes öffentliches Interesse geweckt, da viele Fahrgäste auf einen verstärkten Wettbewerbsdruck bei Preisen und Servicequalität hofften. In der Mitteilung wies der Betreiber darauf hin, dass seine Präsenz die Transportkapazitäten von PKP Intercity nicht verringert habe, und trat damit Vorwürfen einer Marktstörung entgegen. Das Unternehmen signalisierte Bereitschaft zur Rückkehr, sobald ein fairer und transparenter Wettbewerb für alle Marktteilnehmer gewährleistet sei. Ein Zeitplan für einen möglichen Wiedereinstieg wurde nicht genannt.

RegioJet in Polen — Wichtige Termine: — ; — ; — ; —

Mentioned People

  • Radim Jančura — Czeski biznesmen, założyciel, jedyny właściciel i dyrektor zarządzający Student Agency oraz członek zarządu RegioJet

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