Die Vereinigten Staaten und der Iran haben am Dienstag eine zweiwöchige Waffenruhe vereinbart und damit drohende US-Angriffe auf die iranische Infrastruktur abgewendet. Die unter Vermittlung Pakistans zustande gekommene Einigung löste an den weltweiten Finanzmärkten eine deutliche Erholung aus. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi bestätigte, dass die strategisch wichtige Straße von Hormus während der Ruhezeit für den Schiffsverkehr wieder freigegeben wird.

Zweiwöchige Waffenruhe

Die USA und der Iran vereinbaren eine 14-tägige Kampfpause, um Verhandlungen in Pakistan vorzubereiten.

Öffnung der Straße von Hormus

Der Iran gibt die strategisch wichtige Meerenge für den Schiffsverkehr unter militärischer Aufsicht wieder frei.

Ölpreise brechen ein

Die Preise für Brent und WTI fallen nach der Ankündigung um rund 16 Prozent, bleiben aber über Vorkriegsniveau.

Börsenrallye weltweit

Der DAX und asiatische Indizes verzeichnen Gewinne von etwa 5 Prozent; in Seoul wurde der Handel kurzzeitig ausgesetzt.

Die Vereinigten Staaten und der Iran haben sich am Dienstag auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Damit wurden angedrohte amerikanische Angriffe auf die iranische Infrastruktur abgewendet, was an den globalen Finanzmärkten zu einer deutlichen Erholung führte. Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif vermittelte das Abkommen, das kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump angekündigt wurde. Trump hatte vom Iran die Öffnung der Straße von Hormus gefordert. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi bestätigte, dass die Meerenge während der Waffenruhe unter iranischer militärischer Aufsicht wieder für die Schifffahrt geöffnet werde. Die Waffenruhe gilt laut Berichten der WirtschaftsWoche auch für Verbündete der USA und erstreckt sich bis in den Libanon. Verhandlungen zwischen beiden Seiten sollen am Freitag in Islamabad, Pakistan, beginnen. Pakistans nächtliche Vermittlung verhinderte Angriffe auf iranische InfrastrukturDie Einigung kam in den letzten Minuten vor Ablauf der Frist von Präsident Trump am Mittwoch um 2:00 Uhr deutscher Zeit zustande. Laut tagesschau.de forderte Sharif Trump auf, das Ultimatum um zwei Wochen zu verlängern, während er den Iran gleichzeitig bat, die Meerenge als Geste des guten Willens zu öffnen. Trump hatte zuvor bei einem Scheitern der Gespräche mit schweren Angriffen auf den iranischen Energiesektor gedroht. Laut Focus gab es Berichte über Szenarien, die den Iran wirtschaftlich „in die Steinzeit“ zurückwerfen könnten. Stattdessen verkündeten beide Seiten die Kampfpause vor Ablauf des Ultimatums. Trump erklärte später gegenüber AFP, die Vereinigten Staaten hätten einen „vollständigen Sieg“ errungen, während der Iran das Abkommen laut Suchergebnissen im Web als Erfolg über Trump darstellte. Börsenhändler in Asien sprachen am Mittwoch von einem „Geschenk aus Pakistan“, so die WirtschaftsWoche.Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran begann am 28. Februar 2026, als erste Angriffe den damaligen Obersten Führer Ali Chamenei töteten. Der Iran reagierte mit einer faktischen Blockade der Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggasverkehrs fließt. Die Blockade trieb die Ölpreise in den folgenden Wochen massiv in die Höhe und schürte Ängste vor einer globalen Energiekrise. Laut tagesschau.de wurden während der rund 40-tägigen Blockade etwa 400 Millionen Barrel Öl vom Markt abgezogen. Saudi Aramco hob daraufhin die offiziellen Verkaufspreise für Mai-Lieferungen auf Rekordniveau an; der Aufschlag für die Sorte Arab Light stieg laut Reuters, zitiert nach der Berliner Zeitung, auf 19,50 Dollar pro Barrel über den Oman/Dubai-Durchschnitt. Ölpreis bricht nach Ankündigung der Hormus-Öffnung um 16 Prozent einDie Ölmärkte reagierten unmittelbar und drastisch auf die Nachricht der Waffenruhe und die angekündigte Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Der Preis für Rohöl der Sorte Nordsee-Brent fiel im frühen asiatischen Handel am Mittwoch um bis zu 16 Prozent auf etwa 91,70 US-Dollar pro Barrel, nachdem er am Vortag bei 109,27 Dollar geschlossen hatte, so die Berliner Zeitung unter Berufung auf Reuters. US-Rohöl-Futures der Sorte WTI verloren 16,84 Dollar und erreichten 96,11 Dollar pro Barrel, meldete AP laut Berliner Zeitung. Der Brent-Preis fiel zeitweise unter 92 Dollar und erreichte laut mehreren deutschen Medien den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Wochen. Analysten warnten jedoch, dass eine vollständige Normalisierung des Marktes noch in weiter Ferne liege. Saul Kavonic, Leiter der Energieforschung bei MST Marquee in Sydney, erklärte, dass die stillgelegte Öl- und LNG-Produktion voraussichtlich erst bei einer dauerhaften Waffenruhe wieder aufgenommen werde. Selbst bei einem Friedensabkommen werde der Markt in den kommenden Jahren um drei bis fünf Millionen Barrel pro Tag knapper bleiben als vor dem Krieg, da die Reparatur beschädigter Exportinfrastruktur Monate oder Jahre in Anspruch nehme.Brent Schlusskurs (Dienstag): 109.27, Brent Tiefststand (Mittwoch): 91.70, WTI-Futures (Mittwoch): 96.1116 (%) — Rückgang des Brent-Preises nach Ankündigung der Waffenruhe DAX steigt um fast 5 Prozent, asiatische Märkte setzen Handel ausDie weltweiten Aktienmärkte verzeichneten infolge der Waffenruhe deutliche Gewinne, wobei die Erleichterung in Sektoren, die besonders sensibel auf Energiepreise und geopolitische Risiken reagieren, am größten war. Der deutsche Leitindex DAX legte zur Eröffnung am Mittwoch um 4,9 Prozent auf 24.033 Punkte zu, nachdem er am Dienstag bei 22.921,59 Punkten geschlossen hatte, so der Tagesspiegel. In Asien stieg der japanische Nikkei 225 um 5,0 Prozent auf 56.020 Punkte, während der südkoreanische Kospi um 5,9 Prozent zulegte. Dieser Anstieg war so massiv, dass die Börse in Seoul den Handel vorübergehend aussetzte, um die extreme Volatilität zu dämpfen, wie die Berliner Zeitung und die WirtschaftsWoche berichteten. Futures auf den S&P 500 stiegen laut AP um 2,3 Prozent. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, beschrieb die Stimmung an den Finanzmärkten in einer von mehreren Medien zitierten Mitteilung.„„Ein Aufatmen ist an den Finanzmärkten an der Tagesordnung“” — Thomas Gitzel via Der TagesspiegelGitzel fügte hinzu, dass deutlich niedrigere Ölpreise die Hoffnung schüren, dass der Anstieg der Inflationsraten nur eine kurze Episode bleibt und die Zentralbanken von befürchteten Zinserhöhungen absehen könnten, sollte die Entspannung anhalten. Morgan Stanley warnte jedoch, dass die Energiemärkte wahrscheinlich auch nach der Lockerung angespannt bleiben würden. Analysten von Focus gaben zu bedenken, dass die politische Lage fragil bleibe und die Stimmung schnell kippen könne, sollten die Verhandlungen scheitern oder neue Drohungen aus Washington folgen.DAX (Deutschland): 4.9, Nikkei 225 (Japan): 5.0, Kospi (Südkorea): 5.9, S&P 500 Futures (USA): 2.3

Mentioned People

  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
  • Abbas Araghchi — minister spraw zagranicznych Iranu od sierpnia 2024 roku
  • Shehbaz Sharif — premier Pakistanu od 2024 roku
  • Thomas Gitzel — Główny Ekonomista VP Bank

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