Nach der Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sind die Rohölpreise am Mittwoch drastisch gesunken. Während die Finanzmärkte mit deutlichen Gewinnen reagierten, sorgten nationale Preisregeln in Deutschland zunächst für steigende Kraftstoffpreise zur Mittagszeit.

Historischer Ölpreiseinbruch

Nordsee-Brent sinkt um 13 Prozent auf 95 USD nach der Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe.

Verzögerung an Tankstellen

Die deutsche '12-Uhr-Regel' führte trotz sinkender Rohölkurse zu einem vorübergehenden Preisanstieg zur Mittagszeit.

DAX mit Rekordgewinn

Der deutsche Leitindex steigt um über 5 Prozent und überspringt die Marke von 24.000 Punkten.

Logistische Hürden

Die Bundesregierung rechnet mit drei bis sechs Wochen, bis die Öffnung der Straße von Hormus den europäischen Markt erreicht.

Eine am Dienstagabend von US-Präsident Donald Trump über dessen Plattform Truth Social angekündigte zweiwöchige Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hat die Rohölpreise am Mittwoch deutlich einbrechen lassen. An deutschen Tankstellen blieb eine sofortige Entlastung jedoch aus, da dort hiesige Tankstellen die Preise zur Mittagszeit unter einer erst kürzlich eingeführten Preisregel erhöhten. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee fiel um etwa 13 Prozent auf circa 95 US-Dollar pro Barrel, nachdem er am 27. Februar noch bei rund 72 US-Dollar gelegen hatte und auf dem Höhepunkt des Konflikts auf über 120 US-Dollar gestiegen war. Der Iran erklärte sich bereit, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, welche die iranische Revolutionsgarde seit Kriegsbeginn faktisch blockiert hatte. Trotz der Markteuphorie dämpfte die Bundesregierung die Erwartungen der Verbraucher und warnte, dass der Weg von einer Waffenruhe bis zu niedrigeren Tankstellenpreisen lang und ungewiss bleibe.

2026-02-27: 72, 2026-04-07: 105, 2026-04-08: 95

Bundesregierung warnt: Öffnung von Hormus wird Wochen dauern Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille gab am Mittwoch in Berlin eine zurückhaltende Einschätzung ab und betonte, dass der Prozess der Waffenruhe erhebliche Risiken berge. „Wir sind noch weit von einer Einigung entfernt, und jederzeit sind Rückschläge möglich.” — Sebastian Hille via Der Tagesspiegel Hille wies darauf hin, dass es aus logistischen Gründen drei bis sechs Wochen dauern würde, bis zusätzliche Ölkapazitäten Europa physisch erreichen, selbst wenn Schiffe die Straße von Hormus ab sofort wieder passieren könnten. Zerstörte Produktionsanlagen entlang der Route müssten zudem instand gesetzt werden, zudem sei in der Zwischenzeit mit erhöhten Transportkosten zu rechnen. Laut Hille hat der Iran zudem angedeutet, Durchfahrtsgebühren für Schiffe erheben zu wollen, was die Zeitplanung weiter erschwere. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, dass Deutschland sich gemeinsam mit rund 15 weiteren Nationen unter französischer Führung an der Wiederherstellung des Seeverkehrs beteiligen werde, nannte jedoch keine Einzelheiten zum Zeitplan oder zur Art der deutschen Beteiligung. Weitere Entlastungsmaßnahmen für Verbraucher wie Steuersenkungen oder einen Preisdeckel schloss die Bundesregierung vorerst aus.

Die US-israelische Militärkampagne gegen den Iran, bekannt als Operation Epic Fury, begann am 28. Februar 2026 mit Angriffen, bei denen das geistliche Oberhaupt Ali Khamenei getötet wurde. Die iranische Revolutionsgarde blockierte daraufhin die Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gasbedarfs transportiert wird. Die Blockade trieb den Brent-Preis laut Quellenberichten von etwa 72 US-Dollar zu Kriegsbeginn auf über 120 US-Dollar in der Spitze. Eine neue deutsche Kraftstoffpreisregel – die „12-Uhr-Regel“ – wurde etwa eine Woche vor den Ereignissen am Mittwoch eingeführt; sie erlaubt Tankstellen nur eine Preiserhöhung pro Tag, während Senkungen jederzeit möglich sind.

Spritpreise steigen trotz Ölpreissturz zur Mittagszeit Die Diskrepanz zwischen sinkenden Rohölpreisen und steigenden Preisen an den Tankstellen in Deutschland resultiert aus der kürzlich eingeführten 12-Uhr-Regel. Diese erlaubt es den Tankstellen, ihre einzige tägliche Preisanpassung nach oben am Mittag vorzunehmen. Nach Daten des ADAC stieg der bundesweite Durchschnittspreis für Super E10 am Mittwoch zwischen 11:45 Uhr und 12:15 Uhr um 5,7 Cent pro Liter auf durchschnittlich 2,208 Euro. Diesel verteuerte sich um 5,3 Cent auf 2,471 Euro pro Liter. Der ADAC merkte jedoch an, dass die Preiserhöhung am Mittwoch die geringste seit Einführung der Regel war; in der Vorwoche waren Sprünge von mehr als 10 Cent beobachtet worden. Auch lagen die Durchschnittspreise um 12:15 Uhr niedriger als zum gleichen Zeitpunkt am Dienstag – um knapp 3 Cent bei E10 und über 3 Cent bei Diesel. Das Bundeskartellamt bestätigte Ermittlungen zu ersten Verstößen gegen die neue Regel, die laut einem Sprecher gegenüber der Bild-Zeitung primär technische Schwierigkeiten bei der zeitgenauen Umstellung betrafen. Der ADAC forderte, die gesunkenen Ölpreise zügig an die Verbraucher weiterzugeben.

5.7 (Euro-Cent) — E10-Preisanstieg pro Liter am Mittwochmittag

Deutsche Spritpreise: Mittwochmittag im Vergleich zur Vorwochenspitze: Anstieg E10 am Mittag (before: Über 10 Cent (Vorwoche), after: 5,7 Cent (8. April 2026)); Anstieg Diesel am Mittag (before: Über 10 Cent (Vorwoche), after: 5,3 Cent (8. April 2026)); Durchschnittspreis Diesel (before: Über 2,50 Euro pro Liter (Dienstagspitze), after: 2,471 Euro pro Liter (Mittwochmittag))

DAX steigt nach Waffenruhe um über 5 Prozent Die europäischen Aktienmärkte reagierten mit deutlichen Kursgewinnen auf die Nachricht der Waffenruhe. Der deutsche Leitindex DAX stieg um mehr als 5 Prozent auf 24.110 Punkte – laut Tagesschau der größte Tagesgewinn seit März 2022. Erstmals seit einem Monat notierte der Index damit wieder über der Marke von 24.000 Punkten. Der Euro Stoxx 50 kletterte ebenfalls um fast 5 Prozent auf 5.911 Zähler. Sören Hettler, Analyst der DZ Bank, sprach von einer Erleichterungsrallye, mahnte jedoch, dass die geopolitischen Positionen Washingtons und Teherans weit voneinander entfernt blieben. „Donald Trump spricht von einem Gesamtsieg – doch der Iran will die Kontrolle über die Straße von Hormus auch nach Kriegsende behalten.” — Sören Hettler via tagesschau.de Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, erklärte, der fallende Ölpreis nähre die Hoffnung auf ein Ende des jüngsten Inflationsschubs, was den Zentralbanken Zinserhöhungen ersparen könnte. Marktteilnehmer passten zudem ihre Erwartungen für eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed bis Jahresende nach oben an; die Wahrscheinlichkeit wurde laut CME FedWatch Tool auf über 40 Prozent geschätzt. Analysten der LBBW warnten hingegen, dass im Normalbetrieb täglich rund 135 Schiffe die Straße von Hormus passieren und eine Wiederaufnahme des Verkehrs auch bei rascher Umsetzung nur schrittweise erfolgen würde. Elliot Hentov von State Street Global Advisors betonte, eine vorübergehende Belebung des Schiffsverkehrs sei nicht mit einer verlässlichen Normalisierung der Energieströme gleichzusetzen. Laut N-tv haben seit Beginn der Waffenruhe zwar bereits zwei Schiffe die Meerenge passiert, doch bis Mittwochmorgen saßen noch über 800 Schiffe fest.

135 (Schiffe pro Tag) — Normales Verkehrsaufkommen Straße von Hormus

DAX-Index Gewinn: +5, Brent-Rohöl Preisänderung: -13

Mentioned People

  • Donald Trump — 47. prezydent Stanów Zjednoczonych
  • Friedrich Merz — 10. kanclerz Republiki Federalnej Niemiec od maja 2025 roku
  • Sebastian Hille — niemiecki urzędnik ministerialny i zastępca rzecznika rządu

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