Die Gewerkschaft UFO hat das Kabinenpersonal der Lufthansa für Freitag, den 10. April 2026, zu einem eintägigen Ausstand aufgerufen. Die Arbeitsniederlegungen an den Drehkreuzen Frankfurt und München sowie bei der Tochtergesellschaft Lufthansa CityLine fallen mit dem Ende der Osterferien zusammen.
Streiktermin am Freitag
Die Gewerkschaft UFO bestreikt am 10. April von 00:01 bis 22:00 Uhr Abflüge der Lufthansa ab Frankfurt und München.
CityLine massiv betroffen
An neun deutschen Standorten wird auch die Tochtergesellschaft CityLine bestreikt, was zu zahlreichen Flugausfällen führt.
Hintergrund des Konflikts
Es geht um Tarifverträge für 19.000 Angestellte sowie um die soziale Absicherung der CityLine-Mitarbeiter vor der geplanten Schließung 2027.
Die Kabinenpersonal-Gewerkschaft UFO hat für Freitag, den 10. April 2026, zu einem eintägigen Streik aufgerufen. Die Aktion soll von 00:01 Uhr bis 22:00 Uhr Ortszeit dauern und richtet sich gegen alle Lufthansa-Abflüge von den Flughäfen Frankfurt und München. Damit drohen Tausenden von Passagieren am Ende der Osterferien erhebliche Verzögerungen. Der Ausstand betrifft gleichzeitig das Kabinenpersonal von Lufthansa CityLine. Dort soll das Personal an neun deutschen Flughäfen die Arbeit niederlegen: Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover. Allein am Hamburger Flughafen wurden laut Angaben des Betreibers bereits 13 Starts und Landungen auf den Frankfurt-Routen sowie 10 auf den München-Verbindungen gestrichen. Es handelt sich um die dritte Arbeitsunterbrechung bei der Lufthansa innerhalb von zwei Monaten, nach einem gemeinsamen Streik von Kabine und Cockpit Mitte Februar sowie einem zweitägigen Pilotenstreik Mitte März.Lufthansa sah sich in den vergangenen Jahren wiederholt mit Arbeitskämpfen konfrontiert, da der Konzern kostengünstigere Tochtergesellschaften wie Lufthansa City Airlines und Discover Airlines ausbaute. Deren Personal wird zu geringeren Sätzen vergütet als bei der Kernmarke Lufthansa. UFO argumentiert, dass diese Strategie systematisch Löhne und Arbeitsbedingungen der Bestandsmitarbeiter untergrabe. Die im Zentrum des aktuellen Streits stehende Lufthansa CityLine soll den Betrieb 2027 einstellen und durch die vor zwei Jahren gegründete Lufthansa City Airlines ersetzt werden. Parallel dazu führt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit einen eigenen, noch ungelösten Tarifkonflikt mit dem Lufthansa-Management. Urabstimmung zeigt fast einstimmige Unterstützung bei CityLineDer Streik folgt auf eine Urabstimmung Ende März, bei der sich das Kabinenpersonal mit überwältigender Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen aussprach. 94% (Zustimmungsrate) — Lufthansa-Kabinenpersonal stimmte für Streik Bei der Kernmarke stimmten 94 Prozent der Beteiligten für den Ausstand, während bei 99% (Zustimmungsrate) — Lufthansa CityLine-Personal stimmte für Streik der CityLine sogar 99 Prozent der Flugbegleiter den Aufruf unterstützten. Laut UFO geht es in dem Konflikt um zwei Kernpunkte: das Scheitern der Tarifverhandlungen über den Manteltarifvertrag für die rund 19.000 Kabinenbeschäftigten der Kernmarke sowie die Weigerung des Unternehmens, über einen Sozialtarifvertrag für die von Arbeitslosigkeit bedrohten CityLine-Mitarbeiter zu verhandeln. Laut Gewerkschaft hängen rund 800 Existenzen bei der CityLine an der geplanten Betriebseinstellung. UFO-Chef Joachim Vázquez Bürger machte die Lufthansa-Führung direkt für die Eskalation verantwortlich.„„Diese Situation hätte vermieden werden können – die Verantwortung liegt bei der Lufthansa, die es bisher nicht einmal geschafft hat, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.“” — Joachim Vázquez Bürger via ReutersDie Gewerkschaft betonte zudem, man habe die eigentlichen Osterfeiertage bewusst vom Streik ausgenommen, um die Auswirkungen auf Reisende abzumildern. Der Termin am Freitag — dem Hauptreisetag für Rückkehrer — sei als bewusstes Signal zu verstehen, nicht als Versuch einer maximalen Störung während der Feiertage. Lufthansa kritisiert Eskalation angesichts geopolitischen Drucks als „unverantwortlich“Lufthansa wies den Streikaufruf als unverhältnismäßig und sehr kurzfristig zurück. Personalvorstand Michael Niggemann kritisierte den gleichzeitigen Streik gegen Lufthansa und CityLine und bezeichnete den Zeitpunkt der Eskalation als besonders schädlich. Lufthansa-Sprecher Martin Leutke bat die Passagiere um Entschuldigung und forderte UFO zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.„„Wir bitten unsere Gäste um Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten, die durch diesen unverhältnismäßigen und sehr kurzfristig angekündigten Streik der UFO entstehen.“” — Martin Leutke via ReutersNiggemann verwies zudem auf den allgemeinen Druck auf die Fluggesellschaft, darunter die durch geopolitische Herausforderungen getriebene Entwicklung der Kerosinpreise. Tragfähige Lösungen ließen sich nur im Dialog finden; Streiks müssten das letzte Mittel bleiben. Das Unternehmen hat bereits einen Sonderflugplan veröffentlicht und bemüht sich, durch den Einsatz zusätzlicher Flugzeuge im internationalen Netzwerk die Störungen zu begrenzen. Swiss setzt größere Maschinen nach Frankfurt und München einSwiss International Air Lines, eine Konzerntochter, kündigte an, größere Flugzeuge auf den Strecken nach Frankfurt und München einzusetzen, um gestrandete Passagiere aufzufangen. Diese Maßnahme umfasst zunächst acht Flüge zwischen Zürich und Frankfurt sowie Zürich und München. Das Unternehmen stehe in engem Kontakt mit der Lufthansa und riet Reisenden, den Buchungsstatus regelmäßig zu prüfen. Passagiere mit Lufthansa-Tickets wurden gebeten, sich bei Flugstreichungen direkt an die Airline zu wenden. Der Hamburger Flughafen empfahl betroffenen Reisenden ebenfalls, Anfragen direkt an die Lufthansa zu stellen.Lufthansa-Kernmarke: 94, Lufthansa CityLine: 99Arbeitskämpfe bei der Lufthansa, Februar–April 2026: — ; — ; — ; —
Mentioned People
- Joachim Vázquez Bürger — Przewodniczący związku zawodowego personelu pokładowego UFO
- Michael Niggemann — Członek zarządu Deutsche Lufthansa AG
Sources: 32 articles
- Innerdeutsche Verbindungen: Lufthansa-Flugbegleiter streiken - Flüge am BER fallen aus (ZEIT ONLINE)
- Flugverkehr: Streik bei Lufthansa - Flüge in Leipzig/Halle fallen aus (ZEIT ONLINE)
- Lufthansa-Streik am Freitag: Airline stemmt sich dagegen (Deutsche Welle)
- Γερμανία: Απεργία των πληρωμάτων καμπίνας της Lufthansa και της CityLine τη Μ. Παρασκευή (Η Ναυτεμπορική)
- Lufthansa-Streik am Freitag: Was Reisende wissen müssen (Spiegel Online)
- Lufthansa will "verantwortungslosen" Streik kontern (newsORF.at)
- Swiss reagiert auf Lufthansa-Streik und setzt grössere Flieger ein (watson.ch/)
- Lufthansa'da kabin çalışanları greve gidiyor (Deutsche Welle)
- Flugbegleiter streiken - Flüge in Hamburg fallen aus - WELT (DIE WELT)
- Flugbegleiter streiken - Flüge in Hamburg fallen aus (stern.de)