Der polnische Staatskonzern Orlen hat nach der Bekanntgabe eines zweiwöchigen Waffenstillstands zwischen den USA und dem Iran die Großhandelspreise für Kraftstoffe gesenkt. Ab Donnerstag gelten zudem neue staatliche Preisobergrenzen an den Tankstellen, wobei Ministerpräsident Donald Tusk an seinem Regulierungskurs festhalten will.
Orlen senkt Großhandelspreise
Der Staatskonzern reduziert die Preise für Diesel und Benzin deutlich als Reaktion auf die internationale Entspannung.
Staatliche Preisdeckel angepasst
Ab Donnerstag gelten neue Höchstpreise in Polen: Benzin 95 bei 6,27 PLN, Diesel bei 7,83 PLN pro Liter.
Straße von Hormus bleibt Nadelör
Trotz Waffenruhe bleibt die Meerenge faktisch geschlossen; das Verkehrsaufkommen liegt 90 Prozent unter Normalniveau.
Kontrast zu Deutschland
Während in Polen Preise sinken, stiegen sie in Deutschland am Mittwochnachmittag auf über 2,20 Euro für E10 an.
Der polnische Staatsenergiekonzern Orlen hat am 9. April 2026 die Kraftstoffpreise im Großhandel gesenkt. Der Preis für Ekodiesel sank um 147 PLN auf 6.803 PLN pro Kubikmeter, während Eurosuper 95 um 90 PLN auf 5.415 PLN pro Kubikmeter reduziert wurde. Hintergrund ist die Reaktion der globalen Ölmärkte auf einen angekündigten zweiwöchigen Waffenstillstand zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Parallel dazu veröffentlichte die polnische Regierung die maximal zulässigen Einzelhandelspreise für Donnerstag: Ein Liter Benzin der Sorte 95 ist auf 6,27 PLN begrenzt, 98er Benzin auf 6,88 PLN und Diesel auf 7.83 PLN – jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Ministerpräsident Donald Tusk bestätigte, dass die Regierung trotz der Entspannung im Nahen Osten an ihrem Rahmenwerk zur Preiskontrolle festhalten werde. Die Verwaltung wolle „auf Nummer sicher gehen“, so Tusk. Die Senkungen im Großhandel stellen eine signifikante Bewegung innerhalb eines Tages dar. Analysten gaben jedoch zu bedenken, dass die Weitergabe der Entwicklungen an den Weltmärkten an die polnischen Zapfsäulen mehrere Zwischenschritte erfordere und Zeit in Anspruch nehmen werde. Staatlicher Preisdeckel bleibt vorerst bestehenDer tägliche Preisfestlegungsmechanismus wurde am 31. März 2026 im Rahmen des Pakets „Günstigere Kraftstoffpreise“ eingeführt. Es verpflichtet das Energieministerium, täglich Höchstpreise bekannt zu geben, die am darauffolgenden Tag in Kraft treten. Energieminister Miłosz Motyka veröffentlichte die Obergrenzen für den 9. April, die im Vergleich zu Mittwoch leichte Steigerungen bei Benzin zeigten – 95er und 98er Benzin verteuerten sich um jeweils sechs Groszy –, während Diesel um vier Groszy sank. Tankstellen, welche die festgelegte Preisobergrenze überschreiten, drohen Bußgelder von bis zu einer Million PLN. Die Einhaltung wird von der Nationalen Finanzverwaltung überwacht. Der Höchstpreis errechnet sich aus dem durchschnittlichen Großhandelspreis zuzüglich Verbrauchssteuer, einer Kraftstoffgebühr, einer Vertriebsmarge von 0,30 PLN pro Liter sowie der Mehrwertsteuer. Finanz- und Wirtschaftsminister Andrzej Domański wies darauf hin, dass die reduzierte Verbrauchssteuer nur bis Mitte April gilt, während der ermäßigte Mehrwertsteuersatz bis Ende des Monats befristet ist. Damit bleibt offen, ob diese temporären Steuersenkungen verlängert werden.Polnische Einzelhandelshöchstpreise — 9. April gegenüber Einführungstag (31. März): Benzin 95 (PLN/Liter) (before: 6.16, after: 6.27); Benzin 98 (PLN/Liter) (before: 6.76, after: 6.88); Diesel (PLN/Liter) (before: 7.60, after: 7.83)„Die Rückgänge, die wir an den Märkten beobachten, werden sich in den Preisen an den Tankstellen widerspiegeln, aber das wird einige Tage dauern.” — Andrzej Domański via Polsat NewsOptimismus nach Waffenruhe schwindet wegen anhaltender BlockadeDie anfängliche Euphorie an den Märkten nach der Ankündigung des Waffenstillstands verflog am Mittwoch rasch. Es wurde deutlich, dass die Straße von Hormus faktisch geschlossen bleibt. Die Ölpreise erholten sich von einem Tiefstand von etwa 91 US-Dollar pro Barrel und stiegen wieder auf über 97 US-Dollar – was weiterhin mehr als 30 Prozent über dem Vorkriegsniveau liegt. Am Mittwoch wurde zudem ein iranischer Angriff auf eine Pipeline an der Westküste Saudi-Arabiens gemeldet, der jedoch keinen schweren Schaden anrichtete. Berichte über israelische Angriffe im Libanon sorgten für zusätzliche Verunsicherung. Der Iran deutete an, dass der Schiffsverkehr nach einer Wiedereröffnung der Meerenge nur in Koordination mit dem iranischen Militär erfolgen könne. Analysten zufolge könnte dies das Verkehrsaufkommen weit unter dem Niveau vor dem Konflikt halten. Laut dem Dienst MarineTraffic passierten am Mittwoch nur zwei Schiffe die Meerenge. Ein iranischer Beamter sagte gegenüber Reuters, eine Teilöffnung könne am Donnerstag oder Freitag erfolgen, jedoch nur zu Teherans Bedingungen. Urszula Cieślak, Analystin beim Büro Reflex, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur PAP, dass bei einer Stabilisierung von Brent-Öl bei 94 bis 95 US-Dollar pro Barrel sukzessive Preissenkungen von etwa 10 bis 20 Groszy pro Liter zu erwarten seien.„Wenn der Preis für Brent-Öl auf einem Niveau von 94-95 Dollar pro Barrel bleibt und die Preise für Fertigkraftstoffe entsprechend sinken, werden wir sukzessive Senkungen der Höchstpreise erleben.” — Urszula Cieślak via PAP90 (Prozent Verkehrsberuhigung) — Rückgang des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus seit der iranischen BlockadePreisanstieg an deutschen Tankstellen trotz fallendem ÖlpreisIn Deutschland entwickelten sich die Kraftstoffpreise am Mittwochnachmittag in die entgegengesetzte Richtung. Die meisten Tankstellen erhöhten mittags ihre Preise – dem einzigen nach den seit dem 1. April geltenden Regelungen zulässigen Zeitpunkt für Erhöhungen. Der Automobilclub ADAC meldete, dass ein Liter E10 am Mittwochnachmittag 2,208 Euro kostete, was einem Anstieg von rund 5,7 Cent gegenüber dem Vormittag entspricht. Diesel verteuerte sich um etwa 5,3 Cent auf 2,471 Euro. Im Vergleich zum Zeitraum vor den Angriffen der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar ist E10 in Deutschland um etwa 40 bis 41 Cent pro Liter gestiegen, Diesel um mehr als 70 Cent. Die Bundesregierung warnte vor Erwartungen an einen schnellen Preisverfall nach dem Waffenstillstand. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille erklärte, die Wiedereröffnung der Straße von Hormus „brauche Zeit und bedeute keine schnelle Rückkehr zum Zustand vom Februar“. Das Bundeskartellamt hatte zuvor angemerkt, dass Kostensteigerungen schnell an die Zapfsäulen weitergegeben würden, Senkungen hingegen deutlich langsamer – eine Dynamik, die der ADAC kritisierte. Der Club forderte die Behörden auf, sicherzustellen, dass sinkende Ölpreise „zügig an die Verbraucher weitergegeben werden“.Der Konflikt, der die globalen Kraftstoffmärkte belastet, begann am 28. Februar 2026 mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran im Rahmen der Operation „Epic Fury“. Der Iran blockierte daraufhin die Straße von Hormus, durch die zuvor rund 20 Prozent des weltweiten Rohöls und 25 Prozent des Flüssigerdases transportiert wurden. Polens Regierung führte das Paket „Günstigere Kraftstoffpreise“ am 31. März 2026 als Reaktion auf die kriegsbedingten Preissteigerungen ein. Der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran wurde in der Nacht vom 7. auf den 8. April 2026 verkündet.
Mentioned People
- Donald Tusk — Prezes Rady Ministrów Rzeczypospolitej Polskiej
- Miłosz Motyka — Minister Energii w trzecim gabinecie Donalda Tuska
- Andrzej Domański — Minister Finansów i Gospodarki w trzecim gabinecie Donalda Tuska
Sources: 15 articles
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