Der polnische Inlandsgeheimdienst hat einen Angehörigen der 12. Großpolnischen Territorialverteidigungsbrigade wegen des Verdachts der Spionage festgenommen. Dem Verdächtigen Jarosław K. wird vorgeworfen, zwischen Juli 2023 und April 2024 für russische Geheimdienste gegen die Republik Polen agiert zu haben. Laut Anklage war er während des Tatzeitraums bereits im Militärdienst aktiv, nachdem er seine freiwillige Grundausbildung absolviert hatte.
Festnahme wegen Spionageverdachts
Ein Soldat der polnischen Territorialverteidigung steht im Verdacht, für Russland spioniert zu haben.
Mängel bei Sicherheitsüberprüfung
Der Verdächtige äußerte bereits vor seinem Diensteintritt öffentlich pro-russische und anti-ukrainische Ansichten.
Keine Untersuchungshaft
Trotz der Vorwürfe lehnte ein Gericht in Posen die Haft ab, woraufhin die Staatsanwaltschaft Beschwerde einlegte.
Polens Agentur für Innere Sicherheit hat am 30. März 2026 einen Soldaten der 12. Großpolnischen Territorialverteidigungsbrigade festgenommen. Ihm wird Spionage für russische Geheimdienste vorgeworfen. Der Fall offenbart mögliche Defizite bei der Rekrutierung und Sicherheitsüberprüfung des polnischen Militärs. Der Verdächtige, als Jarosław K. identifiziert, wurde gemäß Artikel 130 des Strafgesetzbuches angeklagt, da er im Auftrag eines ausländischen Dienstes gegen die Republik Polen gehandelt haben soll. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erstreckten sich die mutmaßlichen Spionageaktivitäten von Juli 2023 bis April 2024. Jarosław K. trat der Territorialverteidigungsstreitkraft formell im März 2024 bei, nachdem er den freiwilligen Grundwehrdienst geleistet hatte. Damit bezieht sich der Tatvorwurf im Rahmen seines Dienstverhältnisses nur auf den letzten Monat des genannten Zeitraums — die Phase seiner Grundausbildung. Die Ermittlungen wurden von der Bezirksstaatsanwaltschaft Posen auf Basis von Material des Militärischen Abschirmdienstes eingeleitet. Pro-russische Gesinnung war bereits vor dem Diensteintritt öffentlich sichtbarJarosław K. verbarg seine politischen Sympathien nicht. Vor und während seiner Dienstzeit teilte er in sozialen Netzwerken regelmäßig anti-ukrainische, pro-russische und westkritische Inhalte. Nur neun Tage vor seiner Festnahme nahm er in Warschau an einer Kundgebung der Bewegung „Rodacy Kamraci“ teil. Er trat dort in einer schwarzen Uniform mit der Aufschrift „Polska narodowa straż kamracka“ (Polnische Nationale Kamerardenschaftswache) an der Seite des Anführers Wojciech Olszański auf. Laut Berichten der Gazeta Wyborcza enthielten seine Reden bei solchen Veranstaltungen anti-ukrainische und antisemitische Inhalte. Als Funker der WOT hatte Jarosław K. Zugang zu Informationen der Geheimhaltungsstufe „nur für den Dienstgebrauch“, darunter Befehle, Ausbildungspläne und Personaldaten von Kameraden. Die Tatsache, dass seine Ansichten öffentlich bekannt waren, löste scharfe Kritik am Auswahlverfahren der WOT aus. Professor Rafał Pankowski erklärte gegenüber dem Magazin Wprost, der Fall zeige, dass bei der Rekrutierung weder Verbindungen noch bekundete Ansichten geprüft worden seien. General Piotr Pytel gab zu bedenken, dass dieser Fall nur Teil einer größeren Untersuchung russischer Spionageaktivitäten in Polen sein könnte; russische Dienste würden häufig Personen mit offen gezeigten pro-russischen Sympathien instrumentalisieren. Gericht lehnt Haftbefehl ab, Staatsanwaltschaft legt Beschwerde einTrotz der Schwere der Vorwürfe lehnte das Bezirksgericht in Posen den Antrag auf Untersuchungshaft ab und ordnete stattdessen polizeiliche Meldeauflagen sowie ein Ausreiseverbot an. Das Gericht begründete dies damit, dass die vorliegenden Beweise den Straftatbestand der Spionage nicht zweifelsfrei bestätigten. Es schloss jedoch nicht aus, dass der Verdächtige Informationen mit der Absicht gesammelt habe, diese einem fremden Dienst zuzuführen. Staatsanwalt Łukasz Wawrzyniak, Sprecher der Bezirksstaatsanwaltschaft Posen, bestätigte die Beschwerde gegen diese Entscheidung. „Das Gericht hat dem Antrag nicht stattgegeben und nicht-freiheitsentziehende Maßnahmen angeordnet. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.” — Łukasz Wawrzyniak via TVN24 Die Anklagebehörde bleibt dabei, dass die Beweise ein Handeln im Interesse russischer Dienste belegen. Auf Spionage steht in Polen eine Strafe von bis zu 30 Jahren Haft; in besonderen Fällen — etwa wenn der Täter Soldat ist — kann eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt werden, so Głos Wielkopolski. Brigadekommandeur entlässt Soldaten unmittelbar nach BekanntwerdenDer Kommandeur der 12. Großpolnischen Territorialverteidigungsbrigade wurde am 1. April 2026 von der Staatsanwaltschaft über die Festnahme informiert und reagierte umgehend. Major Rafał Rylich, amtierender Pressesprecher des WOT-Kommandos, bestätigte in einer Erklärung vom 16. April, dass die Entlassung aus dem Wehrdienst unverzüglich angeordnet wurde. „Unmittelbar nach Erhalt der Informationen entschied der Brigadekommandeur, die genannte Person mit sofortiger Wirkung aus dem Territorialwehrdienst zu entlassen.” — Rafał Rylich via Do Rzeczy Das WOT-Kommando stellte zudem klar, dass Jarosław K. lediglich eine einfache Sicherheitsüberprüfung durchlaufen hatte — das für jede Dienststellung erforderliche Minimum. Er sei weder im Grenzschutz noch in anderen sicherheitsrelevanten Operationen eingesetzt worden. Experten wiesen in Berichten darauf hin, dass die WOT, die etwa Angehörige umfasst, als besonders anfällig für Infiltration gilt, da sie sich aus freiwilligen Zivilisten mit unterschiedlichsten Hintergründen zusammensetzt.Polens Territorialverteidigungsstreitkräfte wurden als fünfte Teilstreitkraft gegründet, um die regulären Einheiten durch lokal rekrutierte Freiwillige zu unterstützen. Die Formation ist seit ihrer Gründung schnell gewachsen und rekrutiert Zivilisten unter vergleichsweise einfachen Bedingungen. Sicherheitsexperten warnen seit Längerem vor den Herausforderungen bei der Überprüfung einer so großen Zahl von Freiwilligen, insbesondere angesichts der gesteigerten Bedrohung durch russische Geheimdienstoperationen gegen NATO-Staaten seit der Invasion der Ukraine im Jahr 2022.
Mentioned People
- Jarosław K. — Żołnierz 12. Wielkopolskiej Brygady WOT podejrzany o szpiegostwo
- Wojciech Olszański — Lider ruchu Rodacy Kamraci
- Rafał Rylich — Major, pełniący obowiązki rzecznika prasowego Dowództwa WOT
- Łukasz Wawrzyniak — Rzecznik Prokuratury Okręgowej w Poznaniu
Sources: 8 articles
- Żołnierz WOT z zarzutami szpiegostwa. Nie wydano zgody na areszt (wpolityce.pl)
- Żołnierz WOT miał szpiegować na rzecz Rosji. Akcja ABW (Do Rzeczy)
- Żołnierz WOT zatrzymany pod zarzutem szpiegostwa. Został zwolniony ze służby (TVN24)
- Żołnierz Wojsk Obrony Terytorialnej z Poznania zatrzymany przez ABW. Miał szpiegować dla Rosji (epoznan.pl)
- Żołnierz WOT zatrzymany przez ABW. W tle zarzut szpiegostwa (polsatnews.pl)
- Nagła akcja ABW. Żołnierz WOT miał szpiegować dla Rosjan (FAKT24.pl)
- ABW zatrzymała żołnierza WOT pod zarzutem szpiegostwa. Należy do Kamratów (Wprost)
- Rosyjski "szpion" w Wojskach Obrony Terytorialnej. Na polecenie kontrwywiadu areszt dla żołnierza-ochotnika z Poznania (Głos Wielkopolski)
- Żołnierz WOT podejrzany o szpiegostwo na rzecz Rosji. Akcja ABW (rmf24.pl)